Die Isländersagas in Corvey
15. bis 18. September 2011

Die einzigartigen Sagas sind Islands wichtigster Beitrag zur Weltliteratur, bis heute finden ihre Stoffe und Motive Eingang in die Künste der Gegenwart: Nirgendwo im Mittelalter entstand eine solch spannende, in der Volkssprache abgefasste Erzählliteratur wie auf Island. Mit einem großen Lesefest, ergänzt um eine internationale Literaturkonferenz, wird im Schloß Corvey an vier Tagen die Neuübersetzung der Isländersagas – vorgelegt von den besten literarischen Übersetzern und wissenschaftlich ediert von führenden Skandinavisten – als Premiere in inszenierten Lesungen vorgestellt. Die Sagas handeln von Liebe, Recht, Macht und Versöhnung, sie berichten von der Entstehung und Bewältigung von Krisen. Wiedergänger und Fylgjen treten auf und bringen Unheil, viele eigenwillige Frauengestalten werden porträtiert – insgesamt werden großartige Charaktere gezeigt, in einer lebendigen, kraftvollen Sprache, die Flüche nicht scheut, starke Dialoge aufweist und kunstvoll verschiedene Sprachebenen verbindet. Über die Kultur der Sagas, den historischen Kontext, das Recht und die Skaldenkunst sprechen Wissenschaftler und Künstler.
Island ist Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Ansgar, ‹Apostel des Nordens›, stand der Klosterschule in Corvey vor, bevor er als Erzbischof von Hamburg-Bremen mit der Christianisierung Dänemarks und Schwedens begann und später den geflohenen und getauften Dänenkönig Harald I. in seine Heimat zurückbegleitete. Kurze Zeit später setzt die Handlung der Isländersagas ein.