8. Meisterklasse

Grimms Märchen

Leitung: Franz Josef Czernin (Schriftsteller), Krista Birkner (Schauspielerin), Florence Sitruk (Harfenistin)

Termin: 25. - 27. November 2016

 

Lesen ist ein endloser Prozeß, der ins Unbekannte und Unerkannte führen kann: Denn man weiß noch nicht, was Sprache ist, und angesichts der Poesie von Grimms Märchen wird offenkundig, daß man auch sonst so gut (oder so schlecht) wie gar nichts weiß, daß die Welt ein phantastisches Geheimnis ist, das in den Märchen dargestellt ist und vielleicht auch durchdrungen zu werden verlangt. Diese Märchen sind aber auch ein Kompendium von Redensarten und Sprüchen, von Metaphern, Figuren und Erzählformen, ein wenig sind sie auch das verwandelte Wörterbuch der Brüder. Lesen und Schreiben sind überhaupt ein wie endloses Anverwandeln, bei dem sich Fragen über Fragen stellen: Nach der Aufgabe des Fiktionalen, nach dem Verhältnis der Märchen zur Wahrheit, Wirklichkeit und Gesellschaft, zu Rationalität und Wissenschaft ebenso wie nach Beziehungen zu anderen Texten und nach literaturgeschichtlicher Zeit. Nachdenken und Deuten, Wieder- und Widerlesen und -schreiben sind vielleicht Momente einer Suche nach Ersehntem oder einer Flucht von dem immer schon Gefürchteten.

Unter Leitung des Schriftstellers Franz Josef Czernin, der Schauspielerin Krista Birkner und der Harfenistin Florence Sitruk betrachten die Teilnehmer der 8. Meisterklasse u. a. die Märchen ‹Des Herrn und des Teufels Getier›, ‹Der süße Brei›, ‹Der goldene Schlüssel› sowie ‹Der Sperling und seine vier Kinder› und ihre Verwandlungen. Lesungen, Konzerte und Improvisationen kommentieren und kontrapunktieren die Gespräche.

Franz Josef Czernin © Bogenberger/autorenfotos.com
Krista Birkner © Tom Wagner
Florence Sitruk © Christian Nielinger

Anmeldung und Information

Die Akademie der lesenden Künste richtet sich an alle, die mit Sprache arbeiten, sie übersetzen und vermitteln. Sie lädt junge Erwachsene, Gymnasiasten und Studenten, aber auch Erzieher und Lehrende, Kritiker und Journalisten, Übersetzer sowie Literaturvermittler dazu ein, sich intensiv mit Literatur und den Möglichkeiten der poetischen Sprache auseinanderzusetzen und vertraut zu machen. Junge Menschen, gerade auch aus dem Ausland, werden durch die Vergabe von Stipendien in besonderer Weise zur Teilnahme angesprochen. Die Akademie der Lesenden Künste ist keine Gelehrtengesellschaft. Vielmehr ist sie eine Gesellschaft all derer, deren Interesse besonders dem Kleinen und dem Klang der Worte gilt, also der literarischen Sprache. In den Meisterklassen ist nicht einer der Meister, die Größe entsteht durch die Zusammenarbeit und durch die Ziellosigkeit und im Zwischenraum.

Die Akademie der Lesenden Künste vermittelt ein Verständnis literarischer Texte und sprachlicher Kunstwerke, die weitere Dimensionen als die der Interpretation, des Deutens und Bedeutens sowie der Inhaltsanalyse betrachtet. Sie ist der Idee verpflichtet, das Gedichtete als die innere Form, als ästhetische Einheit von Form und Stoff zu erfassen und Einsicht in das Gefüge der Sprachbewegungen und der Sprachbezüge zu geben als einer neuen und weitergehenden Methode der Texterfassung.

 

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Kosten für die Teilnahme an der Akademie der Lesenden Künste einschließlich Speisen und Getränke 200 €, Übernachtung - wenn gewünscht.

Schüler und Studenten können formlos ein Stipendium beantragen, das sämtliche Teilnahme- und Aufenthaltskosten deckt. Bitte schicken Sie dafür einen Studiennachweis sowie ein kurzes Motivationsschreiben an bloch(at)literaturbuero-owl.de

Kontakt: Lea Beimdiek, 0 52 31 / 30 80 210 oder beimdiek(at)literaturbuero-owl.de

Gründungsmitglieder der Akademie der Lesenden Künste: Peter Waterhouse, Brigitte Labs-Ehlert, Hans-Jürgen Balmes, Ulrike Draesner, Uwe Kolbe, Barbara Nüsse