Das Lied von der Erde

Internationale Autorentage zu John Burnside

17. - 19. Oktober 2014


‹Dichtung bewirkt nichts, nicht auf dieser Erde.

Aber sie erinnert uns an eine wesentliche Art des Sehens,
an die Notwendigkeit von Respekt.›
John Burnside

  

Das Lied von der Erde – was suchen wir, wenn wir ein Zuhause suchen? Einen Ausgangspunkt für unser Leben und die Kunst, die sich beide nicht dem Primat der Wirtschaftlichkeit unterordnen dürfen. Die Welt an sich zu sehen, zu lauschen und in aller Demut zu lernen, jedem Ding, jedem Ereignis, jedem Phänomen eine seinem eigenen Wesen gemäße Wertschätzung zu schenken, ist das Grundanliegen von John Burnside, dem international renommierten, in Schottland lebenden Schriftsteller. Ob er über ein verlassenes Dorf in Schottland schreibt oder über Amseln und Feldmäuse dichtet, ob er über das Spazieren und Schlendern nachdenkt, immer erweist sich der Romancier, Lyriker und Essayist als ein radikaler Demokrat, der in Sorge ist um unsere Erde. In Sorge auch um die Menschen, die bei ihm so oft verwundet sind und aus ihrer Verletzlichkeit heraus Ungeheuerlichkeiten begehen. Er ist einer der profiliertesten Autoren der Gegenwart, ein Erzähler von Weltrang, ‹sein Kompaß ist seine Moral, sein Weg die Sprache. Sie ist das größte Wunder dieses wundersamen Autors› (Felicitas von Lovenberg).

 

Die Lesungen, Reden, Gespräche, die Ausstellung und die Konzerte widmen sich dem Beziehungsgeflecht zwischen Mensch und Natur. Für John Burnside war ein Zuhause real nie vorhanden, es mußte erfunden werden im Schreiben. So sieht er als Aufgabe der Kunst, mit Ehrerbietung und Phantasie das gerechte Zuhause zu imaginieren, das diese Welt sein sollte. Die Vorstellung von einem gerechten Zuhause ist eng verknüpft mit der Fragestellung, was einen guten Menschen auszeichnet. Für Seneca war es der teilnehmende Bürger, heutzutage ist es wohl derjenige, der Erfahrung, gesellschaftliches Engagement und Kunst zusammenfügt. John Burnside spricht davon, ein Gefühl für die komplexe Natur der Ereignisse und Phänomene zu entwickeln als eine Art re-sanctification – Wieder-Heiligung im weltlichen Sinne. Die englischsprachigen Beiträge bei den Autorentagen werden konsekutiv bzw. simultan ins Deutsche übersetzt.

Programm

Freitag, 17. Oktober 2014 

12.00 Exkursion

mit dem Bus und Wanderung zu Fuß
Kloster Falkenhagen und romanische St. Kilianskirche Lügde

Lesung

Hans Kremer

Friedrich von Spee Cautio criminalis 
Das althochdeutsche Muspilli
  

Konzert

Arve Henriksen

Solo für Trompete

18.00 Einführung

Brigitte Labs-Ehlert

Das Lied von der Erde

Rede

Iain Galbraith

Was wir von Häusern wissen - Der Lyriker John Burnside

Lesung

John Burnside und Iain Galbraith

Anweisungen für eine Himmelsbestattung


In einem Essay zitiert John Burnside den Satz von Ludwig Wittgenstein: ‹Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern daß sie ist›. Burnside spricht auch vom Gedicht als jenem Raum, in dem die Fülle des Alltäglichen in der Jetztzeit, die Einheit des Physischen und Metaphorischen sowie die Flüchtigkeit des Erlebten behauptet und zelebriert werden können. Im Anklang an Wittgenstein fügt er hinzu: Das Wissen um das Wie und das Zelebrieren des Daß bieten die Grundlage für ein sinnvolles Wohnen in der Welt, heißt es im Nachwort von Iain Galbraith zu John Burnsides Gedichtband ‹Versuch über das Licht›.

19.00 Uhr Gespräch

John Burnside und Amy Shelton

Bee Myths


Was erzählen uns die Bienen über unser Verhältnis zur Erde, die wir mit ihnen teilen? Ihre erste gemeinsame Arbeit war das Künstlerbuch ‹Melissographica›, eine Lyrik-Sequenz, mit einzelnen geprägten, handgemalten Blütenstaub-Karten. ‹Bee Myths› betrachtet poetisch und künstlerisch die Rolle der Bienen bei der Entstehung von Mythen, bei Landbau und Kultivierung, für das menschliche Wohlergehen. 

Pause 

 

20.15 Neu gelesen

Hans Kremer

Maurice Maeterlinck ‹Das Leben der Bienen›


Maurice Maeterlinck, zu seinen Lebzeiten gefeierter Nobelpreisträger für Literatur, hat selbst Bienen gezüchtet und erforscht. Mit berückender Sprachkraft schildert er die faszinierenden Ereignisse im Bienenstock. Der Naturforscher verbindet sich mit dem Dichter; er spürt den Wundern der Natur nach und hat das Staunen nicht verlernt. 

21.00 Konzert

Musicbanda Franui

Mahler-Lieder. Erinnerungen an die Ewigkeit 

Samstag, 18. Oktober 2014

11.00 Lesung

Teresa Präauer

Für den Herrscher aus Übersee


Mit Anlauf den Hügel hinunter - schreibt die Wiener Künstlerin und Autorin Teresa Präauer. Fast jeder in diesem Roman fliegt auf irgendeine Weise. Die Fliegerin, die in ihrem bohnenförmigen Flugapparat eine Schar von Vögeln in ihr Winterquartier begleitet. Die Kinder mit ihren selbstgebauten Flugmaschinen aus Feder, Papier und Draht. Eine Beflügelung des Glücks der unbeschwerten Tage, in denen die Geschwister nach allen Regeln der Phantasie das Alphabet der Buchstaben neu entdecken und in einen wahren Rausch geraten. 

12.00 Konzert

Anna Maria Friman

Gesang Stella Maris 

12.30 Lesung

Jan Wagner

Regentonnenvariationen 

Wie sich im Rhythmus der Schritte gleichsam das Versmaß der umgebenden Dinge erschließt, wie im Erleben begehbarer Räume ein Gegenbild zu den besehbaren Bildern geschaffen wird, erkundet Lutz Seiler in seinen Gedichten. Sie sind zugleich ein Streifzug durch die Grenzlandschaft um Berlin, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. 

Pause 

15.00 Lesung

Allison Funk

Wonder Rooms / Wunderkammern

Robert Wrigley

Dream Of The Tree / Der Traum vom Baum

 

Ron Winkler

liest seine Übersetzungen ins Deutsche


Zu entdecken sind zwei amerikanische Lyriker, deren Gedichte für die Autorentage erstmals ins Deutsche übertragen wurden. 

Kurze Pause 

17.00 Gespräch

Ist unser Planet noch zu retten?

Einführung David Borthwick

Poetry as Ecology / Poesie als Ökologie

Mit John Burnside, Raoul Schrott,Jan Wagner, David Borthwick

Das Gespräch leitet Julika Griem

Poesie als Ökologie meint Poesie als Wissenschaft des Beziehungsgeflechtes zwischen Mensch und Natur. Ausgehend von der Überlegung, daß zunehmend einst gemeinschaftlich bewirtschaftete Flächen und sogar der Wind und Himmel privatisiert werden und Umweltbedrohungen ein riesiges Ausmaß angenommen haben, sagt John Burnside: ‹Früher habe ich versucht, dieser Tatsache auszuweichen, inzwischen kann ich sie nicht mehr ignorieren. Das ist ein Problem, das keine Kunst, wie lyrisch, wie scheinbar ‹unpolitisch› auch immer, aus ihren Überlegungen oder Verpflichtungen heraushalten kann.›

Pause 

20.00 Rede

Bernhard Robben

Vom Verschwinden in die Welt 
Alltag und Magie im Prosawerk von John Burnside

Lesung

John Burnside und Bernhard Robben

Haus der Stummen

In seinen Werken erkundet John Burnside immer wieder die Abgründe der menschlichen Natur. Bereits in seinem ersten Roman ‹The Dumb House› von 1997, der jetzt auf Deutsch vorliegt, zeigt sich Burnsides Meisterschaft: In spannungsgeladenen Sätzen zeichnet er das Porträt eines jungen Mannes, der von maßlosem Forschergeist in den Wahnsinn getrieben wird.

21.15 Konzert

Arve Henriksen 

Trompete

Anna Maria Friman 

Gesang, Hardangerfiedel

 

Sonntag, 19. Oktober 2014

 

11.00 Rede

 

John Burnside

Animist Memories: Notes Towards a Re-Sanctification of Europe
Animistische Erinnerungen: Beiträge zur Wieder-Heiligung von Europa

 

Ich möchte folgende Behauptung aufstellen: Europa ist – oder könnte werden – das Bollwerk eines heidnisch-animistischen Raums, der, von seinem So-Sein beseelt, die Grundlage eines aktiven Widerspruchs werden könnte, der sich gegen jene seelenlose, träge Unternehmermentalität richtet, die, nachdem sie alle ‹letzten Grenzen› überwunden und verwüstet hat, sich nun für ein Endspiel rüstet, dessen mörderischer modus operandi die Auslöschung sogar jeglicher Vorstellung von ‹Ort› vorsieht, erklärt John Burnside.

  

Lesung

Raoul Schrott

Hesiod ‹Theogonie›


Raoul Schrott hat den allerersten griechischen Text, Hesiods Theogonie, neu übersetzt, der die Welt- und Göttererschaffung darstellt und sich dabei mit der Moral von Poesie im religiösen Rahmen auseinandersetzt, mithin vom guten Menschen redet. Er erzählt von der Heimat der Musen, die direkt aus der Erde kamen und bei Hesiod noch Gesetzgeber waren. Was sie orakelnd vermittelten, war ein Lied von der Erde, ein Reden ‹rund um Baum und Stein›.

Pause


14.00 Lesung

Adam Thorpe

Between Each Breath / Taktverschiebung

Gregor Höppner

liest die deutsche Fassung

 

Adam Thorpe hat einen modernen sozialen Roman geschrieben, der im postsowjetischen Estland und in London angesiedelt ist. Die britische Metropole ist Schmelztiegel für multiethnische Lebensformen und zugleich Schauplatz des modernen Kapitalmarktes. Sein Roman ist eine bittere Satire auf die Londoner Upper-Class.

15.00 Gespräch

Der gute Mensch oder Suche nach der Seele Europas

Einführung Alex Danchev

Small Acts of Senseless Kindness / Kleine Gesten sinnloser Güte

Mit John Burnside, Alex Danchev, Teresa Präauer, Adam Thorpe

Das Gespräch leitet Hans-Jürgen Balmes

Kurze Pause

 

17.00 Konzert

Tarkovsky Quartet

Songs for Andrei Tarkovsky

 

François Couturier Klavier, Komposition

Anja Lechner Violoncello
Jean Louis Matinier Akkordeon
Jean Marc Larché Sopransaxophon

 

Musik für einen Film, der nie gedreht wurde. Das Quartett setzt die Arbeit des Regisseurs Andrei Tarkovsky fort. Man begegnet einer Musik, die Jazz, Klassik, Weltmusik, zeitgenössische Kammermusik zu einem neuen Ganzen verbindet und deren Tarkovsky-Melancholie man sich nicht entziehen kann, schreibt die Neue Zürcher Zeitung.

18.00 Neu gelesen

Hildegard Schmahl

Seneca ‹Vom glücklichen Leben›


Was ist das Glück? ­ ‹Es ist für mich ein Gebot der Natur, meinen Mitmenschen zu helfen; was macht es da aus, ob es Sklaven oder Freie, Freigeborene oder Freigelassene sind, ob sie ihre Freiheit dem Gesetz oder dem Wohlwollen ihrer Freunde verdanken? Wo immer du Menschen triffst, hast du Gelegenheit, hilfreich zu sein› Seneca

Abschlußfest im Werkhaus

Künstler

John Burnside, 1955 in Dunfermline/Schottland (Großbritannien) geboren, arbeitete an der Entwicklung von Computer-Software, bevor er sich ab 1994 dem Schreiben zuwandte. Als Autor von bis 14 Gedichtbänden und zwölf Romanen gehört er zu den bedeutendsten Lyrikern und Erzählern der Gegenwartsliteratur. In deutscher Übersetzung erschienen sind bisher die Romane ‹Die Spur des Teufels› (2008), ‹Glister› (2009), ‹In hellen Sommernächten› (2012) und in diesem Herbst ‹Haus der Stummen› sowie die Gedichtsammlung ‹Versuch über das Licht› (2011). Sein autobiografischer Roman ‹Lügen über meinen Vater› (2007) machte ihn im deutschsprachigen Raum weithin bekannt. 2010 folgte seine zweite Autobiografie ‹Waking Up in Toytown›. 2015 wird auf Deutsch eine neue Lyriksammlung erscheinen. ‹Gedichte von zeitloser Schönheit und messerscharfer Präzision, kein Wort ist hier zu viel – genau wie in Burnsides Romanen, die sich durch ungeheure Sprachgewalt auszeichnen. So leichtfü.ig, so uneitel, so ehrlich sind diese Texte›, heißt es über seine Lyrik im Deutschlandradio Kultur, und über seine Romane schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung: ‹John Burnside bleibt auch als Prosaist ein Sprachschöpfer von einzigartigem Rang, und auf fast jeder Seite finden sich Naturschilderungen, die in der Gegenwartsliteratur kaum ihresgleichen haben.› 

John Burnside lehrt außerdem Kreatives Schreiben an der University of St Andrews. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Amerikanischer Literatur, Poetik und der Sprache des Umweltaktivismus. Er schreibt astbeiträge für The Guardian und The London Review of Books; für die Zeitschrift The New Statesman verfaßt er regelmäßig Beiträge zum Thema Ökologie. Darüber hinaus arbeitet er für den Rundfunk, seine Radiobeiträge umfassen vorwiegend politische Kommentare sowie Features. 

John Burnside war Writer in Residence der University of Dundee und der British Library, außerdem war er 2007 als Juror beim kanadischen Griffin-Poetry-Preis sowie 2011 für den Manchester-Fiction-Preis tätig. 2014 ist er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Er erhielt folgende Auszeichnungen: 1994 Geoffrey-Faber-Preis, 2000 Whitbread-Poetry-Preis, 2006 Saltire Book of the Year, 2011 Corine-Belletristik-Preis des ZEIT-Verlags, 2011 Petrarca-Preis, 2011 Forward-Preis, 2011 T. S. Eliot-Preis, 2012 Spycher: Literaturpreis Leuk.

Hans-Jürgen Balmes ist Übersetzer, Herausgeber und Programmleiter Internationale Literatur beim S. Fischer Verlag.

David Borthwick ist Dozent an der University of Glasgow und Mitglied der Higher Education Academy. Er promovierte im Bereich der Schottischen Gegenwartsliteratur, auf der neben der Modernen Schottischen Literatur auch sein Forschungsschwerpunkt liegt. Gegenwärtig setzt er sich mit poetischen Konzepten von Landschaft und Ort auseinander, u. a. erforscht er die ökopoetischen Strategien englischer Gegenwartsautoren, unter ihnen John Burnside.  

Alex Danchev ist Professor an der University of St Andrews in Schottland am Institut für Internationale Beziehungen. Er arbeitet und publiziert zur politischen Gewalt in der Moderne sowie über den Zusammenhang von Kunst und Gewalt. Von ihm sind Biographien zu Cézanne, Picasso und Braque erschienen sowie ‹On Art and War and Terror› und ‹The Iraq War and Democratic Politics›. 2013 war er Writer in Residence am Internationalen Literaturhaus in Brüssel, im November 2014 ist er Visiting Fellow an der Amerikanischen Bibliothek in Paris und von 2014 bis 2017 erhält er das Leverhulme Major Forschungs-Stipendium.

Die Musicbanda Franui begann 1993 im kleinen Osttiroler Dorf Innervillgraten und spielt heute in nahezu unveränderter Besetzung bei vielen Festivals in Europa, auch bei ‹Wege durch das Land›. Wo immer die Musicbanda aufspielt, löst sie mit ihrem Mix aus Klassik, Jazz und Volksmusik Begeisterung aus, denn die spezielle Mischung aus Blech- und Holzblasinstrumenten, Saiteninstrumenten und Streichern macht den besonderen und unverwechselbaren Klang aus. Johannes Eder, Klarinette, Baßklarinette, Andreas Fuetsch, Tuba, Romed Hopfgartner, Altsaxophon, Klarinette, Markus Kraler, Kontrabaß, Akkordeon, Angelika Rainer, Harfe, Zither, Gesang, Bettina Rainer, Hackbrett, Gesang, Rainer Annewandter, Trompete, Gesang, Andreas Schett, Trompete, Gesang, musikalische Leitung, Martin Senfter, Ventilposaune, Gesang, Nikolai Tunkowitsch, Violine.

Anna Maria Friman wurde 1972 geboren. Sie studierte Gesang am Barratt Due Musikinstitut in Oslo und bei Linda Hirst am Trinity College of Music in London. Von 2001 bis 2007 lehrte sie Gesang an der University of York, wo sie mit einer Arbeit über moderne Gesangsinterpretation mittelalterlichen Liedgutes durch Frauen promovierte. Anna Maria Friman ist Mitglied im Trio Mediæval. Sie spielt außerdem Violine und Hardangerfiedel.

Die amerikanische Lyrikerin Allison Funk unterrichtet Englisch und Kreatives Schreiben an der Southern Illinois University Edwardsville. Sie publizierte bisher sechs Gedichtsammlungen, u. a. ‹Living at the Epicenter› (1995), ‹The Knot Garden› (2002) und zuletzt ‹The Tumbling Box› (2009), worüber John Burnside sagt: ‹The Tumbling Box ist ein Werk von erstaunlicher Vertrautheit und Kraft: kunstvoll gefertigt, emotional empfindlich, ehrlich und tief fühlend.› Für ihre Lyrik erhielt Allison Funk etliche Preise, darunter den Samuel French Morse Prize und den Society of Midland Author Award.

Iain Galbraith, 1956 in Glasgow geboren, lebt heute als Übersetzer, Herausgeber und Lyriker in Wiesbaden. Er übersetzt ins Englische und aus dem Englischen u. a. neben John Burnside Peter Handke, Raoul Schrott, Ulrike Draesner, Michael Hamburger. Er ist Herausgeber von Werken von Robert Louis Stevenson, Walter Scott und Joseph Conrad sowie mehrerer Anthologien englisch- und deutschsprachiger Gedichte und seit 2010 Mitherausgeber der Lyrikreihe ‹Oxford Poets›. Er gehört zu den besten Kennern der schottischen Literatur und wurde u. a. mit dem renommierten John Dryden Prize for Literary Translation ausgezeichnet.

Julika Griem ist Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt. 

Der norwegische Jazz-Trompeter Arve Henriksen wurde 1968 geboren und studierte am Trondheim Konservatorium. Henriksen bewegt sich in verschiedenen Musikgenres: So entstanden Zusammenarbeiten mit dem japanischen Koto-Spieler Satsuki Odamura, mit der Rockband Motorpsycho, mit der Jazz-Formation Supersilent, mit Christian Wallumrod und dem Trygve Seim Ensemble. Arve Henriksen wurde mit dem Radka Toneff Minnepris und dem Norsk Jazzforums Buddy Award ausgezeichnet. Seine Diskographie umfaßt insgesamt 100 Aufnahmen.

Gregor Höppner erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Engagements führten ihn auf Bühnen in Aachen, Bochum, Hamburg, Köln und Wuppertal, zudem wirkte er in verschiedenen Fernseh- und Filmproduktionen mit. Seine Stimme ist in zahlreichen Sendungen des WDR, ZDF oder auch Deutschlandfunks zu hören, z.B. bei ‹Menschen hautnah› oder ‹Die Deutschen›. Er hat Lehraufträge im Bereich Schauspiel und Sprechen und steht als Regisseur auch hinter der Kamera. 

 

 

Hans Kremer, geboren 1954, besuchte die Hochschule für Musik und Theater in Hannover und spielte anschließend in Köln, München und Hamburg. 1986 erhielt der Kinofilm ‹Stammheim› (Regie: Reinhard Hauff) mit ihm in der Hauptrolle den Goldenen Bären. Hans Kremer gehört zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Er arbeitete u. a. mit den Regisseuren Ruth Berghaus, George Tabori, Robert Wilson, Alexander Lang, Joshi Oida, Andreas Kriegenburg, Luk Perceval, Jossi Wieler, Thomas Ostermeier und Johan Simons. 2012 wirkte er im TV-Film ‹Rommel› mit. 2013 war er in der Verfilmung von ‹Der Geschmack von Apfelkernen› zu sehen.

Teresa Präauer, 1979 geboren, lebt als Schriftstellerin und Malerin in Wien. Sie hat in Berlin, Salzburg und Wien Germanistik und Malerei studiert. 2012 erhielt sie den aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt, ihren Roman ‹Für den Herrscher aus Übersee›. Gerade ist ihr zweiter Roman ‹Johnny und Jean› erschienen. In diesem Jahr erhielt sie das Stipendium ‹Esslinger Bahnwärter›.

 

Bernhard Robben, 1955 geboren, lebt in Brunne/Brandenburg. Er arbeitete zunächst als Journalist für die BBC und übersetzt Romane und Erzählungen britischer, irischer und amerikanischer Autoren, u. a. von Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 erhielt er den Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk.

Hildegard Schmahl war nach Stationen in Braunschweig, Bochum, Bern, Berlin, Stuttgart und Wien von 1990 bis 2001 festes Ensemblemitglied des Hamburger Thalia Theaters. Dort spielte sie unter anderem in Inszenierungen von Jürgen Flimm, Leander Haussmann und Stephan Kimmig. Sie wirkte in Fernsehproduktionen wie ‹Tatort› und Kinofilmen wie ‹Nirgendwo in Afrika› und ‹Liebe am Fjord› mit. 2010 verlieh ihr die Berliner Akademie der Künste für ihre Verdienste um die Darstellende Kunst den Hermine-Körner-Ring. Die Schauspielerin gehört heute zum Ensemble der Münchner Kammerspiele.

Raoul Schrott, 1964 geboren, wuchs in Tunis und Landeck / Österreich auf. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Mainzer Stadtschreiber-Preis und den Joseph-Breitbach-Preis (beide 2004). Zu seinen bisher über 30 Werken zählen das Epos ‹Gilgamesh›, der Roman ‹Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde›, ‹Homers Heimat. Der Kampf um Troja und seine realen Hintergründe›, die Neuübertragung der ‹Ilias› (2008) und ‹Die Blüte des nackten Körpers. Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten› sowie zuletzt die Erzählung ‹Das schweigende Kind› (2012) und ‹Hesiod, Theogonie› (2014). Derzeit arbeitet er an einem großen Werk von der Entstehung des Universums bis zur Erfindung der Schrift. Raoul Schrott lebt in Österreich.

Amy Shelton studierte Schöne Künste in Plymouth. Von 1996 bis 2002 war sie Direktorin der Arvon Foundation in Devon, wo sie internationale literarische Veranstaltungen durchführte. Dort kam sie auch in ersten Kontakt mit John Burnside. Sie unterrichtet Keramik an der Universität von Plymouth und ist Kurator und Art Consultant in vielen Projekten. In ihrer künstlerischen Arbeit konzentriert sie sich auf die Notlage der Honigbienen, in die ihre praktischen Erfahrungen und Beobachtungen in der Imkerei einfließen, wie die Bienen auf Veränderungen in der Landschaft, der Flora und der Landwirtschaft reagieren. Von ihr sind die Künstlerbücher ‹Angels and Animals› (2000), ‹Maud’s Book› (2003), ‹Melissographia› (2010), ‹Bee Myths› (2014) erschienen, außerdem ‹Salvage› (2007) – eine Porzellan- und Papierarbeit zum Ende des Zweiten Weltkrieges, ‹Florilegium› (2010 – 2014), seit 2011 arbeitet sie am Projekt ‹Honeyscribe›, das einen künstlerischen Diskurs zwischen Wissenschaftlern, Künstlern, Schriftstellern, Bienenzüchtern, Schulkindern und der Öffentlichkeit herstellt. Sie arbeitete mit dem Clod Ensemble in den Projekten ‹Red Ladies› (2007) und ‹Performing Medicine Season› (2009) zusammen sowie mit dem Bildhauer Marcus Vergette in dem Projekt ‹Time and Tide›. Ihre Arbeiten wurden ausgestellt u. a. in The Royal Scottish Academy, Centre For Artists’ Books, Gutenberg-Museum, Phoenix Arts Center, Exeter, The Glasgow Art Fair.

Das Tarkovsky Quartet wurde 2005 von dem französischen Pianisten François Couturier gegründet, um das Album ‹Nostalghia: Song for Tarkovsky› einzuspielen – eine Hommage an den von Couturier bewunderten russischen Regisseur Andrej Tarkovsky. Couturier, der Akkordeonspieler Jean-Louis Matinier, die Cellistin Anja Lechner und der Sopransaxophonist Jean-Marc Larché gestalten Hörräume von melancholischer, melodischer Kraft, die auf eigene Weise da anknüpfen, wo die Filmbilder aufhören. Einflüsse von Pergolesi, Bach und Schostakovitsch durchziehen die Kompositionen, die allesamt in konzentrierter Improvisation entstanden sind. ‹Nostalghia› bildet mit Couturiers Soloalbum ‹Un Jour Si blanc› (2009) und ‹Tarkovsky Quartet› (2011) eine Trilogie. 

 


Adam Thorpe wurde 1956 in Paris geboren und wuchs in Indien, Libanon, Kamerun und England auf. Er lehrte in London Englische Literatur und Theaterwissenschaften. In seinem 16 Bände Lyrik und Prosa umfassenden Werk setzt er sich immer wieder kritisch mit der britischen Gesellschaft auseinander. Auf Deutsch sind erschienen: ‹Ulverton›, ‹Die Regeln der Perspektive› sowie 2004 ‹Taktverschiebung›. Er wurde u. a. mit dem Forward Poetry Prize, National Short Story Prize sowie Walter Scott Prize ausgezeichnet.

Jan Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren und lebt in Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband ‹Probebohrung im Himmel›. Es folgten ‹Guerickes Sperling›, ‹Achtzehn Pasteten›, ‹Australien›, ‹Die Eulenhasser in den Hallenhäusern› und in diesem Herbst ‹Regentonnenvariationen›. Er übersetzt außerdem aus dem Englischen. Für seine Lyrik wurde er vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Kranichsteiner Literaturpreis und dem Hölderlin-Preis der Stadt Tübingen.

Ron Winkler wurde 1973 in Jena geboren und lebt als Schriftsteller, Übersetzer aus dem Englischen und Herausgeber in Berlin. Von ihm liegen bisher sieben Gedichtbände vor, zuletzt erschien ‹Prachtvolle Mitternacht›. Mit seinen Übersetzungen der Gedichte von Allison Funk und Robert Wrigley liegen diese erstmals auf Deutsch vor. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, so den Leonce-und-Lena-Preis, erostepost-Literaturpreis und Mondseer Literaturpreis.

Der Lyriker Robert Wrigley wurde 1951 in East St. Louis, Illinois, geboren. Zu seinen Veröffentlichungen zählen ‹In the Bank of Beautiful Sins›, ‹Reign of Snakes›, ‹Lives of the Animals›, ‹Early Meditations: New and Selected Poems›, ‹Anatomy of Melancholy›. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Poets’ Prize, den Kingsley Tufts Award und den J. Howard and Barbara M. J. Wood Prize. Seine Gedichte befassen sich mit den bäuerlichen Landschaften des Westens und dem Platz der Menschen in der Landschaft. Er möchte ‹all die Wahrheit erzählen, sie jedoch zum Singen bringen›.

Ausstellung

Collaborations

 

Amy Shelton / John Burnside

Zeichnungen, Künstlerbücher und Keramiktafeln

Amy Shelton hält in ihren Arbeiten den langsamen Prozeß des Beobachtens von natürlichen Phänomenen fest. Sie arbeitet mit natürlichen und erdverbundenen Materialien wie Ton, Bienenwachs, Pollen, handgeschöpftem Papier. Ihre Zusammenarbeit mit John Burnside umfaßt die Künstlerbücher ‹Angels and Animals› aus dem Jahr 2000, ‹Melissographia› von 2010 und ‹Bee Myths› von 2014.

Förderer und Partner

Wir danken Herrn Dr. Arend Oetker für die Unterstützung.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Schieder-Schwalenberg und dem Landesverband Lippe - Lippische Kulturagentur.

Kulturpartner: WDR 3

Gefördert und unterstützt von

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