Literarischer Salon NRW

18. März 2016, 16.00 Uhr
Buchmesse Leipzig, Halle 5, Stand F406

‹Aus dem Paderbörnschen›

Lesung
Ulrike Almut Sandig ‹Grimm. Gedichte›


Die Verbindung der Brüder Grimm zu dem Paderbörnschen war eng und sehr fruchtbar. Vor allem war es die Freundschaft der beiden Forscher Jakob und Wilhelm und ihres Bruders, des Malers Ludwig Emil, zur Familie von Haxthausen, die auf der Abbenburg bei Brakel residierte und in ihrem Schloß Bökerhof einen literarischen Kreis pflegte, zu dem auch ihre Cousinen Jenny und Annette von Droste-Hülshoff gehörten. Ein Drittel der publizierten Märchen in der von Generationen genutzten Märchensammlung der Kinder- und Hausmärchen wurde im Paderbörnschen, also im Kreis um die Familie Haxthausen gesammelt, und noch einmal so viele befinden sich unveröffentlicht im Nachlaß der Brüder Grimm.
Ulrike Almut Sandig knüpft mit ihren Gedichten ‹Grimm› an orale Tradition des Märchenerzählens an und bezieht sie radikal auf unsere Zeit. Sie spricht in ihren Gedichten offen die gesellschaftlichen Widersprüche an, die sich in den Märchen nur versteckt in den Bildern äußern können, das ferne geheimnisvolle dunkle Ungewisse der alten Mär verwandelt sie in das beklemmende, unheimliche Geschehen heutiger Tage, dabei bleibt sie dem Sprachmodus und der Musikalität der grimmschen Märchen.

Vom 17. bis 20. März präsentiert der LiteraturRat NRW, Dachverband der literarischen Institutionen des Landes, gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW auf der Leipziger Buchmesse den ‹Literarischen Salon NRW›. Im Rahmen moderierter Gespräche, Präsentationen und Lesungen besteht die Möglichkeit, die vielfältigen literarischen Aktivitäten und Akteure Nordrhein-Westfalens kennenzulernen und so einen Eindruck von der reichen literarischen Landschaft zu bekommen.