Wörterleuchten

Vergiss nie, was die Literatur mit dir gemacht hat. Wie sie dich geformt hat. Getröstet. Belehrt. Gestützt. Überrascht. Unterhalten. Verängstigt. Gelangweilt. Verrückt gemacht. Schwindlig gedreht. Kaputtgeschrien. Zusammengehauen. Aufgerichtet. Setz diesen Reigen fort. (Zsuzsa Bánk, Ankleben verboten – 13 Thesen zur Technik des Schriftstellers

Lesen lohnt, denn ‹lesen gibt Leben›, so besagt es zumindest eine Langzeitstudie der Yale-University aus 2016. Laut dieser Studie leben Bücherleser*innen länger als Nichtleser*innen. Und, davon ist auszugehen, verlängern Bücher nicht nur, sondern bereichern vor allem das Leben. Literatur hat die Kraft, mit ihren Wortkunstwerken über sich hinaus zu strahlen und die Dinge zu schreiben, nicht nur zu beschreiben. Das Literaturbüro OWL bringt einen Textreigen auf die Bühne, dessen sanft leuchtende Textschwingen die Besucher*innen in der Schönheit der Sprache bergen, auch oder gerade im Angesicht der Herausforderungen des Lebens, von denen in den Lesungen zu hören sein wird. Mit poetischen Bildern, mitziehendem Erzählfluss und feinen Sujet-Darstellungen wird das Haus Münsterberg in der frühen Dunkelheit des ausklingenden Jahres vom literarischem Schein erhellt. 

das Leuchtende festhalten und dafür ein Wort finden

30. November 2018, 19.30 Uhr

Zsuzsa Bánk liest Schlafen werden wir später

Krista Birkner liest Maxie Wander, Leben wär' eine prima Alternative

Hagelschlag, Schneegestöber und Frostbeulen – ich meine: Fröhliche Weihnachten euch allen!

2. Dezember 2018, 11.30 Uhr
Laura Maire liest für Kinder und Erwachsene 

Astrid Lindgren, Pippi plündert den Weihnachtsbaum

Sven Nordquist, Petterson kriegt Weihnachtsbesuch

Mauri Kunnas, Zauberspuk beim Weihnachtsmann

 

Ich will Geschichten schreiben, die leuchten.

7. Dezember 2018, 19.30 Uhr

Clemens Meyer liest Die stillen Trabanten
Andreas L. Maier liest Wolfgang Hilbig, Alte Abdeckerei

 

das Leuchtende festhalten und dafür ein Wort finden
Zsuzsa Bánk und Krista Birkner, 30. November 2018, 19.30 Uhr

Zsuzsa Bánks Roman Schlafen werden wir später ist eine Feier der Freundschaft und des Lebens. Die Schriftstellerin Márta lebt mit Mann und drei Kindern in einer deutschen Großstadt, die Lehrerin Johanna lebt allein in einem kleinen Ort im Schwarzwald. In E-Mails von großer Tiefe, Offenheit und Emotionalität halten sie engen Kontakt: Was ist gewesen in ihrem Leben – und was wird noch kommen? In ihrem poetischen, modernen Briefroman erzählt Zsuzsa Bánk ‹das große Leben aus zwei kleinen Blickwinkeln›. Die intime Konversation der Freundinnen ermöglicht es der Autorin sich ‹in der Sprache auszutoben›. In Schlafen werden wir später sind viele literarische Bezüge herauszulesen, u.a. schwingt Maxie Wanders Leben wär‘ eine prima Alternative mit. Es ist ebenso wie Zsuzsa Bánks Roman eine ‹Art hingebungsvolle, intensive Alltags- und Lebensbetrachtung, […] die alles beleuchtet und alles beleuchten will.› Die Sammlung von Maxie Wanders Tagebucheinträgen und Briefen gibt Einblick in die Sprachlosigkeit im Angesicht einer Krebsdiagnose und die Intensität, die das Leben bekommt, wenn es nicht länger selbstverständlich ist.

Hagelschlag, Schneegestöber und Frostbeulen – ich meine: Fröhliche Weihnachten euch allen!
Laura Maire liest für Kinder und Erwachsene, 2. Dezember 2018, 11.30 Uhr

Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit. Die Weihnachtsklassiker der Kindheit verlieren auch für die erwachsen Gewordenen nicht an Strahlkraft. Am ersten Advent hören Groß und Klein in der Lesung von Laura Maire, was Pippi Langstrumpf, Pettersson und Findus und der Weihnachtsmann vom Berge Korvatunturi zu Weihnachten erleben. Pippi Langstrumpf lädt alle Kinder der Stadt dazu ein, den riesigen Tannenbaum der Villa Kunterbunt zu plündern und es erwarten sie nicht nur tolle Geschenke, sondern viele lustige Überraschungen! Der Alte Pettersson saust ausgerechnet am Tag vor Heiligabend mit dem Schlitten in einen Steinwall und verstaucht sich den Fuß. Woher sollen sein Kater Findus und er nun einen Weihnachtsbaum und leckeres Essen bekommen? Im Weihnachtsdorf am Fuß des Berges Korvatunturi geht irgendetwas nicht mit rechten Dingen zu: Was hat es mit dem schaurigen ‹Bumm-Bumm, Bumm-Bumm› auf sich und was wünscht sich der Junge ‹Schufti›? Der Weihnachtsmann muss mit den Kinderwichteln Nora und Kalle vor Heiligabend noch so manches Rätsel lösen.

Ich will Geschichten schreiben, die leuchten
Clemens Meyer und Andreas L. Maier, 07. Dezember 2018, 19.30 Uhr

Die stillen Trabanten, das sind die ‹großen Hochhäuser am Rand der Stadt, deren Lichter in den Nächten langsam erloschen.› Mit poetischer Präzision, zart und ekstatisch erzählt Clemens Meyer von verlorenen Schlachten und überwältigenden Wünschen, die sich hinter den Fenstern verbergen. Es sind oft Schlüsselmomente eines kurzen Glücks, manchmal aber auch eines einschneidenden Schreckens, die er schildert. Die Nacht in seinen häufig dunklen Erzählungen ist stets von einem Leuchten durchsetzt und was im Schein der Lichtquellen sichtbar wird, sind Geschichten aus unserer Zeit, so zerrissen wie unser Leben, so düster wie die Welt, so schön wie die schönsten Hoffnungen.
Inspiriert wird Clemens Meyers Schreiben immer wieder von seiner intensiven Erfahrung mit der Poetik Wolfgang Hilbigs. ‹Ein großer Poet, der mich immer wieder berührt und begeistert ... Eine ganz körperliche, intensive und manchmal tieftraurige Sprache.› Schauspieler Andreas L. Maier liest Auszüge aus Hilbigs Erzählung Alte Abdeckerei. Herausgewachsen aus den Erfahrungen des Autors als Arbeiter in den maroden Industriegebieten der DDR und der Beobachtung ihres Verfalls in der Nachwendezeit, wuchert diese Erzählung in die surreale Landschaft einer ungeheuren Fantasie.

Förderer und Partner

Die Veranstaltungsreihe ‹Wörterleuchten› wird von der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe unterstützt.

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe wird institutionell gefördert vom: