Uwe Kolbe
Robert Hunger-Bühlr
Mike Svoboda

4. Meisterklasse 

‹Brod und Wein› - Friedrich Hölderlin

Leitung: Uwe Kolbe, Robert Hunger-Bühler, Mike Svoboda
Termin: 17. - 20. Juli 2014
Ort: Gut Holzhausen, Nieheim

 

Es ist ein Fest, gemeinsam Hölderlin zu lesen, insbesondere, wenn wir uns dieser großen Elegie zuwenden. Die erste der neun Strophen erschien in einem ‹Musenalmanach für das Jahr 1807› unter dem Titel ‹Die Nacht›. Aus dieser gewöhnlichen, aber großartig heraufbeschworenen Nacht reisen wir lesend in Zusammenhänge von Mythologie, Religion und Geschichte und vielleicht auch in die der Biographie des Dichters. Die Widmung des Gedichts ‹an Heinze› stellt einen regionalen Bezug her – Bad Driburg ist nah, wo Hölderlin, seine Diotima und eben Wilhelm Heinse sich im Herbst 1796 gemeinsam aufhielten. Der Vorteil beim Lesen Hölderlins ist, daß ihm als Handwerker unbedingt zu vertrauen ist. Wir müssen dem Gedicht nur sehr genau folgen (dem Metrum, dem Rhythmus, dem Klang usw.) – und das Verstehen wird über weite Strecken daraus folgen. Wo und wie er seine Meisterschaft gewann, führt unweigerlich in die Aneignung antiker Dichtung und damit zu Klopstock. Und seiner Spur folgend, lesen wir die größten Namen: Rilke, Trakl. Ein Fest, eine Herausforderung, ein Meilenstein bei der Gewinnung von Maßstäben, mit denen wir danach Gedichte anders lesen.