Pressemitteilungen

1. Dezember 2015

Schiller. Ästhetik und Balladen

Den Auftakt zum literarischen Jahr 2016 begeht das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold mit zwei Veranstaltungen zu einem der größten deutschen Dichter: Friedrich Schiller.

Am 16. Januar 2016 um 19.30 Uhr ist Manfred Osten, Kulturkritiker, Autor, ehemaliger Diplomat und Generalsekretär der Humboldtstiftung, im Haus Münsterberg mit einem Vortrag zu Schillers Ästhetik zu hören. In ‹Briefe an die ästhetische Erziehung des Menschen› fragt Friedrich Schiller nach der Rolle der Künste für die Entwicklung der Menschheit. Manfred Osten nimmt diese Ausführungen Schillers als Ausgangspunkt für seine Fragestellungen, ob der Versuch einer Rettung der Autonomie des Menschen durch Kunst heute, in Zeiten von Virtualität, digitaler Beschleunigung, Krisen und Kriegen als gescheitert angesehen werden muß, und wie Kunst und Dichtung zur Bildung einer fundierten Urteilskraft und Erkenntnis beitragen kann.

Die Ballade benötigt in ihrer Vielschichtigkeit, ihrer eng gestrickten Handlung und strengen Metrik häufig nur eine Stimme, um szenisch wirken zu können. Diese Stimme wird am 17. Januar 2016 um 11.30 Uhr im Detmolder Sommertheater jene von Ulrich Matthes sein. Er zählt zu den bedeutendsten Schauspielern des deutschen Schauspiels und Kinos. 2005 und 2008 wurde er als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet und 2015 erhielt er sowohl den Grimme-Preis als auch die Goldene Kamera. Bereits vor langer Zeit entdeckte er Schiller für sich: ‹Ich liebe Schiller. Ich finde ihn großartig.› In jeder Ballade sieht er ein ‹Mini-Drama auf geradezu hitchcockartige Weise›. ‹Glück›, ‹Der Handschuh›, ‹Die Kraniche des Ibykus› und andere Balladen wird Ulrich Matthes auf seine unverwechselbare Art vortragen. So kann man in seiner Lesung Altbekanntes neu entdecken und Unerwartetes erleben.

 

Veranstaltungsorte Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold / Detmolder Sommertheater, Neustadt 24, 32756 Detmold
Veranstalter Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., www.literaturbuero-owl.de

Künstlerische Leitung Brigitte Labs-Ehlert

Kartenbestellung 05231 / 30 80 2-10 / www.literaturbuero-owl.de
Kartenpreise 16. Januar: 7,50 Euro / 17. Januar: Kat. A 20 Euro, Kat. B 15 Euro, Kat. C 10 Euro

Pressekontakt Nele Fiedler, Tel. 05231 / 30 80 20, fiedler@literaturbuero-owl.de

 

16. Oktober 2015

Dorfgeschichten: Lesung mit Corinna Harfouch im LWL-Freilichtmuseum Detmold

Corinna Harfouch liest in der Reihe ‹Dorfgeschichten› des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe am 10. und 11. November 2015 im LWL-Freilichtmuseum Detmold aus dem Roman ‹Eine Frau flieht vor einer Nachricht› von David Grossman. Für Schulklassen gibt sie am Mittwoch, 11. November, 11.30 Uhr eine Matinée mit Grossmans Jugendroman ‹Zickzackkind› im Detmolder Sommertheater.

David Grossmans Roman ‹Eine Frau flieht vor einer Nachricht› beeindruckt in seiner Liebe, Zärtlichkeit und Eindringlichkeit. Eine Mutter fürchtet sich vor der Nachricht, dass ihr Sohn im Krieg gefallen ist. Sie ergreift die Flucht und erzählt vom Leben ihrer Familie und ihres Sohnes, in der Hoffnung, ihn so zu beschützen. Der Roman behandelt zugleich die Geschichte der jungen Männder, die als Soldat schnell die Rhetorik des Krieges übernehmen und sich selbst fremd werden (David Grossman, Eine Frau flieht vor einer Nachricht. Aus dem Hebräischen übersetzt von Anne Birkenhauer © Carl Hanser Verlag München 2009). David Grossman schrieb gegen die Angst vor dem Verlust seiner Söhne an, Schreiben und Leben kreutzten sich auf schmerzlichste Weise, als sein Jüngster im Libanon-Krieg ums Leben kam. In bewegender Weise setzt er die gesellschaftliche Wirklichkeit Israels mit den geschilderten Schicksalen seiner Personen in Beziehung. David Grossman zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur. Für seine große Sprachkunst, ungewöhnliche Erzählphantasie und differenzierte politische Haltung wurde der Autor und Friedensaktivist mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2010 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Für Schülerinnen und Schüler ab Stufe sieben liest Corinna Harfouch im Detmolder Sommertheater aus dem Roman ‹Zickzackkind› von David Grossman. ‹Zickzackkind› ist Roadmovie und märchenhafter Entwicklungsroman zugleich. Voller Spannung und Komik thematisiert das Buch den Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, versucht eine Antwort auf die gar nicht naive Frage: ‹Wer bin ich?›: Bevor Nono seine Bar-Mizwa hat und erwachsen wird, muss er eine abenteuerliche Reise bestehen, auf der er seinen Großvater, einen langjährigen Ganoven, kennen lernt, die Wahrheit über die Liebesgeschichte seiner Eltern erfährt und langsam begreift, dass er von nun an sein Leben selbst in die Hand nehmen muss. (David Grossman, Zickzackkind. Aus dem Hebräischen übersetzt von Vera Loos und Naomi Nir-Bleimling (c) Carl Hanser Verlag München 1996.)

Darüber nachzudenken, wie ‹man die Ungerechtigkeit in der Welt angehen könnte›, ist ein Anliegen von Corinna Harfouch. Aufführungen und Lesungen mit ihr sind ein großes Erlebnis. Corinna Harfouch spielt an den großen deutschsprachigen Bühnen u. a. Berliner Ensemble, Wiener Burgtheater oder Schauspielhaus Zürich. Seit den achtziger Jahren ist sie neben der Theaterwelt auch aus der deutschen Film- und Fernsehszene nicht mehr wegzudenken, ‹Das Parfum› von Tom Tykwer, ‹Berlin Calling› von Hannes Stöhr oder ‹Der Untergang› sind nur einige Beispiele. Für ihre ‹wahrhaftige und eigenwillige› Schauspielkunst erhielt sie viele Preise, u. a. Deutscher Filmpreis, Deutscher Kritikerpreis und Gertrud-Eysoldt-Ring. 2015 wurde sie mit dem Theaterpreis Berlin, dem Grimme-Preis, dem Preis für Schauspielkunst und dem Deutschen Schauspielerpreis geehrt. Neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit kann man Corinna Harfouch auch mit eigenen Regiearbeiten erleben.

Die Karten kosten 15 Euro und 10 Euro und sind im Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe unter 052 31 /30 80 210 oder www.literaturbuero-owl.de sowie bis Saisonende an der Kasse des LWL-Freilichtmuseums Detmold erhältlich. Die Dorfgeschichten sind eine Veranstaltung des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit dem LWL-Freilichtsmuseum Detmold, unterstützt durch die Sparkasse Paderborn-Detmold.

 

17. September 2015

Einen Schritt näher
Autorentage in Schwalenberg zu Navid Kermani. Lesungen, Ausstellung, Konzerte, Gespräche

Von hochpolitischer Brisanz und Aktualität sind die diesjährigen Internationalen Autorentage, die vom 23. Oktober bis zum 25. Oktober in Schwalenberg stattfinden. Die Leiterin des Detmolder Literaturbüros Brigitte Labs-Ehlert hat sie dem Schriftsteller und Orientalisten Navid Kermani gewidmet, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde. Sein Wort ist in den politischen und philosophischen Debatten über religiöse Toleranz und europäische Identität von Gewicht. In seinen erzählerischen Werken erforscht er große Menschheitsfragen oft ausgehend von seiner eigenen Familiengeschichte und seinen persönlichen Erfahrungen. Er berichtet in historisch grundierten Reportagen als Korrespondent über Kriegs- und Krisengebiete der Welt. Er thematisiert die im Okzident wie im Orient in den Gesellschaften vorhandene Ratlosigkeit, die Mißverständnisse und Konflikte. Er steht für einen kritischen Umgang mit Traditionen und für den Kampf gegen die Abschottung von Religionen und Kulturen. In seinen Bildbetrachtungen versenkt er sich staunend in die christliche Ikonographie.
Navid Kermani diskutiert während der dreitägigen Veranstaltung mit Gästen aus Literatur, Philosophie, Kunstgeschichte und Musik über die Licht- und Schattenseiten des Projektes Europa und der Religionen sowie über die Spannungen zwischen Tradition und Moderne. Die Autorentage fragen in den Lesungen u. a. von Sibylle Lewitscharoff, Dževad Karahasan, Shahriar Mandanipur, Abdolkarim Soroush, Yitzhak Laor, Jurij Andruchowytsch, Mircea Cartarescu, Sczcepan Twardoch und Ulrich Peltzer, wie ein integrativer Kosmopolismus befördert werden könne.
Der Freitag beginnt mit der Ausstellungseröffnung von Daniel Schwartz ‹Im Hinterland der Kriege›; der renommierte Schweizer Fotograf berichtet aus Asien und begleitete Navid Kermani auf dessen erster Reise nach Afghanistan. Seine fotografischen Arbeiten zeigen Geschichte, Geographie und die brisante Gegenwart dieser von Krisen und Kriegen erschütterten Hemisphäre. Die Lesungen von Sibylle Lewitscharoff über Dantes Divina Commedia, von Martin Mosebach über christlichorthodoxe Ikonographie und von Dževad Karahasan, der fragt ‹Wie aus Kenan einen Christen machen›, widmen sich Bilder der Religion, die verstören und berücken. Zusammen mit der Schauspielerin Barbara Nüsse und Bernt Hahn sowie der Pianistin Pi-hsien Chen gestaltet Navid Kermani den literarisch-musikalischen Abend mit seinen Betrachtungen alter Meister ‹Ungläubiges Staunen›, die eine Aufforderung zum Achtgeben, zum genauen Hinschauen sind und den Bogen vom Christentum zur Mystik spannen.
Am Samstag Vormittag ist Abdolkarim Soroush zu hören, einer der wichtigsten Reformdenker des heutigen Islam, der in New York lehrt. Sein Vortrag ‹Love: Food or Medicine› deutet die Notwendigkeit gegenwärtiger Humanität aus der Tradition der persisch-islamischen Mystik. Vom Abgrund der Welt schreiben und berichten Yitzhak Laor, Shahriar Mandanipur und Ulrich Peltzer. Der israelische Dissident und Schriftsteller Yitzhak Laor wendet sich gegen den Zionismus und die sogenannten ‹Rechte der Vorfahren›, mit denen das Existenzrecht Palästinas geleugnet wird. Shahriar Mandanipur ist einer der bekanntesten iranischen Autoren, der heute in den USA lebt. Sein Werk verleiht dem erzwungenen oder resignierten Schweigen der Menschen eine mitreißende Sprache. Er ist mit einer noch nicht auf Deutsch veröffentlichten Erzählung zu hören. Ulrich Peltzers ‹Das bessere Leben› ist ein Kaleidoskop über den gegenwärtigen globalen Finanzkapitalismus, zugleich ein Roman über Träume, Utopien und die Frage, was aus unseren Visionen eines besseren Lebens geworden ist. Lesungen und Gespräche über das Moment der Verzückung in ihrer Literatur und Musik führen Navid Kermani und Manos Tsangaris, Komponist, Trommler und Installationskünstler. Das Werk beider zeichnet sich durch einen Reichtum an Perspektiven und Bezügen aus und plädiert dafür, eine Sache als nicht abgeschlossen anzusehen.
Den Abend beschließt ein Konzert des Tar-Spielers Hossein Alizadeh, der die persische klassische Gegenwartsmusik maßgeblich geprägt hat. Begleitet wird er vom Perkussionisten Behnam Samani.
‹Nach Europa› sind die Lesungen und Gespräche am Sonntag, den 25. Oktober 2015, überschrieben. Verwandelt sich Europa in einen geschlossenen Käfig, in dem die demokratischen Werte und die Idee des Zusammenwachsens auf der Strecke bleiben, fragt der Theaterautor Guy Helminger in seinem neuesten Stück, das in einer szenischen Lesung von Alicia Aumüller und Sebastian Rudolph erstmals vorgestellt wird. Mit Juri Andruchowytsch kommt der wichtigste Intellektuelle der Ukraine zu Wort. Mit seinem Roman ‹Zwölf Ringe› kann man die komplizierte Geschichte der Ukraine besser verstehen. Auch der junge polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch wirft in ‹Morphin› die Frage nach nationalen Identitäten auf, er betreibt eine Kolportage des gängigen Polen-Bildes, sein Widerstandskämpfer wird zum Wiedergänger des verhaßten Deutschen. Der Schriftsteller Mircea Cartarescu steigert in seinem Roman ‹Der Flügel› den realen Albtraum des rumänischen Umsturzes von 1989 in einen Irrwitz aus Satire, Erkenntnis, Horror und Trauer. Was ist das Projekt Europa, wo stehen wir, ist die Büchse der Pandorra bereits geöffnet, darüber diskutieren zum Abschluß der Autorentage Juri Andruchowytsch, Dževad Karahasan, Ulrich Peltzer und Navid Kermani.
Die Ausstellung ‹Daniel Schwartz Vom Hinterland der Kriege. Fotografien› ist bis zum 15.11.2015 geöffnet.
Die Autorentage werden gefördert von: Ministerium für Kultur des Landes NRW, Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung NRW, Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe und in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Lippe und der Stadt Schieder-Schwalenberg durchgeführt.

Veranstaltungsort Robert-Koepke-Haus, Polhof 1, 32816 Schwalenberg
Künstlerische Leitung: Brigitte Labs-Ehlert
Pressekontakt: Nele Fiedler
Kartenreservierung unter 05231/3080210 oder online unter www.literaturbuero-owl.de
Tageskarten: 10 – 35 Euro

9. September

Baum, Buch und Degen
Mit Sport und Geschichten mittendrin im Abenteuer

Erstmalig veranstaltet das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe ein literarisch-sportliches Camp für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren. Es findet in den Herbstferien am 5.+6. Oktober 2015 in Herford statt. Die Kinder hören in Schauspielerlesungen spannende Abenteuergeschichten, die zu den Schätzen der Kinder- und Jugendliteratur zählen. Im Anschluss werden sie selbst aktiv wie die Helden im Roman: Sie klettern gut ausgerüstet in die Bäume oder üben sich im Schaukampf mit Degen und bloßen Händen. Lesung und sportliche Aktivität wechseln sich im Laufe der Tagesveranstaltung immer wieder ab.

In dem einen Camp wird aus dem Roman ‹Der Brief für den König› von Tonke Dragt die Geschichte von Tiuri gelesen, der den geheimen Auftrag hat, einen Brief an den König zu überbringen. Auf seinem gefahrvollen Weg sind ihm unverhoffte Freunde und hohe Baumkronen oft rettende Hilfe. Auch die Teilnehmer klettern mit erfahrenen Trainern gut ausgerüstet und gesichert in die Bäume. Das geht nur im Team, wenn man sich voll auf einander verlassen kann.

Das andere Camp sucht  mit ‹Matthis dem Herold› (einem Buch von Thea Beckmann) Spannung und Herausforderung. Matthis muss sich als Herold, als Bote, in einem Krieg alter Zeiten behaupten – (Zwei)Kämpfe gehören dabei zum Alltag. Ebenso ist es auch im Workshop: Die Kinder und Jugendlichen trainieren sich im Bühnenkampf – wie mit dem Degen gefochten, an den Haaren gezogen und mit den Zähnen gefletscht wird. Und das wirkt nur richtig echt, wenn man sein Gegenüber achtet und mit ihm gemeinsam arbeitet.

Die Camps werden von den Schauspielerinnen Jeanette Hain und Lilith Stangenberg, ausgebildeten Trainern (Thomas Fitschen, Dozent für Fecht- und Bühnenkampf und Trainern des Vereins KOMM. aktiv) sowie Mitarbeitern des Literaturbüros geleitet.

 

Teilnahmebeitrag: 5 Euro inkl. Speisen und Getränke

Termine: Montag, 05. Oktober 2015, 10-17 Uhr und Dienstag, 06. Oktober 2015, 10-17 Uhr

Fecht- und Baumkletter-Camp finden parallel, an beiden Tagen statt. Ein Camp ist jeweils nach einem Tag abgeschlossen und wird am nächsten Tag inhaltsgleich wiederholt. Es kann sowohl nur an einem als auch nacheinander an beiden Camps teilgenommen werden.

Ort: Hof von Laer & TeichHof Schmiede in Herford (am Herforder Sender). Die Anreise erfolgt selbständig. (Buslinie 3434. Bei Bedarf werden Fahrgemeinschaften gegründet.)

Informationen und Anmeldung: Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 18. September 2015 im Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe erforderlich. Ansprechpartnerin: Marlen Dettmer, 05231-308020 dettmer@literaturbuero-owl.de

Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. in Kooperation mit der Stadt Herford mit Unterstützung der Jugendförderung der Stadt Herford, der Carina Stiftung und der Stiftung der Sparkasse Herford

8. September 2015

Irrwitz und Realität / Hoffnung wider Hoffnung
Passage Zwei 90 / 15 mit Gesprächen, Lesungen, Konzerten
19. & 20. September 2015

Das Literaturbüro eröffnet den literarischen Herbst in seinem 25. Jubiläumsjahr prominent und international. Am 19. September um 19.30 veranstaltet es erstmals einen Salon Littéraire im Haus Münsterberg. Die provokante Fragestellung lautet: ‹Gedichte oder Steuererklärung – Brauchen wir noch Gedichte?› Man erinnert sich an den Tweed einer Gymnasiastin, mit dem sie eine Diskussion über Bildung und Alltagstauglichkeit auslöste. Was bringt Lyrik fürs Leben – darüber sprechen der FAZ-Literaturkritiker Harald Hartung, der polnische Lyriker Adam Zagajewski und die junge Sprachartistin Ann Cotten mit der Leiterin des Literaturbüros Brigitte Labs- Ehlert, dem Lektor des S. Fischer Verlages Hans Jürgen Balmes sowie mit dem Publikum.
Passage Zwei folgt der Passage Eins, in der vor einem halben Jahr Günter Grass in Detmold und zu Ehren des Literaturbüros auftrat. Am Sonntag, 20. September 2015 um 11.30, wird ein Fest der Literatur begangen mit Lesungen und Konzerten, keine Rückschau, sondern Vorausschau. Unter dem Motto ‹Die Welt wird alt und wird wieder jung› sind im Sommertheater Detmold junge und renommierte Schriftsteller, Schauspieler und Musiker zu hören, die aus reicher Erfahrung schöpfend, den Mut haben und eine Sprache gefunden, den gegenwärtigen Krisen zum Trotz immer wieder neu zu beginnen. ‹Über die Muse des Alters› liest Harald Hartung, hier spricht ein Aufklärer, der zugleich ein Zauberer ist. Der bedeutendste Lyriker Polens Adam Zagajewski ist mit neuen unveröffentlichten Gedichten zu hören, die amerikanisch-österreichische Lyrikerin Ann Cotten möchte alle Werte dekonstruieren, um sie neu zu evaluieren. Prolog und Epilog aus dem viel gelobten Buch ‹Das achte Leben› von Nino Haratischwili führen die Schauspieler Jens Harzer und Angela Winkler mit Aussagen von Botho Strauß ‹Vom Aufenthalt› zusammen. Anja Lechner, Cello, und Zsófia Boros, Gitarre, begleiten die Lesungen solistisch und im Duo.

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe wurde 1990 gegründet. Seit Anfang an ist die Arbeit der Leiterin Brigitte Labs-Ehlert geprägt von der Vorstellung, die Kunstform Literatur in all ihren Facetten: intellektuell, emotional und ästhetisch zu entfalten und die Literatur der Vergangenheit als Echoraum der zeitgenössischen Literatur zu begreifen. Literatur, Lesen, sagt sie, ist zutiefst demokratisch, setzt einen unabhängigen Geist voraus und ermöglicht freies Denken. Sie positioniert die Literatur im ländlichen Raum, indem sie Natur und Landschaft zum Thema macht, und prägt und profiliert mit dem Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› den gesamten ostwestfälischen Landstrich. Das Literaturbüro führt Autoren zu oft politisch brisanten Themen bei den Internationalen Literaturbegegnungen zusammen und richtet einzigartige Autorentage in Schwalenberg aus, bei denen das Werk eines Schriftstellers im Mittelpunkt steht, in diesem Jahr wird es Navid Kermani sein. International renommierte Gegenwartsliteratur sowie Texte junger Nachwuchsautoren erhalten ein Forum. Unvergessen sind das Homerische Lesefest, bei dem die gesamte Ilias in der Neuübersetzung von Raoul Schrott vorgetragen wurde, ebenso wie das vieltägige Vorlesen der Isländer-Sagas in Corvey. Überlegungen zur literarisch-ästhetischen Bildung eröffnen Kindern und Jugendlichen die Welt des Buches. Bücherbummel, internationale Hölderlin-Tage, ‹Wege von Land zu Land›, Winterlesung, Dorfgeschichten ergänzen das literarische Spektrum. Literaturausstellungen sowie eigene Buchreihen wie ‹Wege zur Architektur› oder die Schriftenreihe ‹Aber die Sprache› mit Originalbeiträgen haben inzwischen Kultstatus. Gerade etabliert sich die Akademie der Lesenden Künste, die 2015 die 6. und die 7. Meisterklasse durchführt, in Planung ist ein Europäisches Laboratorium, ein Denkort für Schriftsteller aus den verschiedenen Regionen Europas. Wie Heimatpflege und Hochkultur zusammenpassen, zeigte sich in diesem Sommer in einem Projekt für ein fast verlassenes Weser-Dorf, und welchen Zugang Sport zur Literatur ermöglicht, wird dann in Herbstcamps erprobt.


Veranstalter Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., www.literaturbuero-owl. de
Künstlerische Leitung Brigitte Labs-Ehlert
Karten 05231 / 30 80 2-10 / info@literaturbuero-owl.de
Veranstaltungsorte Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Sommertheater, Neustadt 24, 32756 Detmold
Programm und Presse Marlen Dettmer, Nele Fiedler 

3. September 2015

Literarischer Herbst in Detmold
Irrwitz und Realität / Hoffnung wider Hoffnung

Passage Zwei 90 / 15 mit Gesprächen, Lesungen, Konzerten

19. & 20. September 2015

Das Literaturbüro eröffnet den literarischen Herbst in seinem 25. Jubiläumsjahr prominent und international. Am 19. September um 19.30 veranstaltet es erstmals einen Salon Littéraire im Haus Münsterberg. Die provokante Fragestellung lautet: ‹Gedichte oder Steuererklärung – Brauchen wir noch Gedichte?› Man erinnert sich an den Tweed einer Gymnasiastin, mit dem sie eine Diskussion über Bildung und Alltagstauglichkeit auslöste. Was bringt Lyrik fürs Leben – darüber sprechen der FAZ-Literaturkritiker Harald Hartung, der polnische Lyriker Adam Zagajewski und die junge Sprachartistin Ann Cotten mit der Leiterin des Literaturbüros Brigitte Labs- Ehlert, dem Lektor des S. Fischer Verlages Hans Jürgen Balmes sowie mit dem Publikum. (Eintritt frei, Platzreservierung erforderlich)

Passage Zwei folgt der Passage Eins, in der vor einem halben Jahr Günter Grass in Detmold und zu Ehren des Literaturbüros auftrat. Am Sonntag, 20. September 2015 um 11.30, wird ein Fest der Literatur begangen ohne Festreden und Brimborium, mit Lesungen und Konzerten, keine Rückschau, sondern Vorausschau. Unter dem Motto ‹Die Welt wird alt und wird wieder jung› sind im Sommertheater Detmold junge und renommierte Schriftsteller, Schauspieler und Musiker zu hören, die aus reicher Erfahrung schöpfend, den Mut haben und eine Sprache gefunden, den gegenwärtigen Krisen zum Trotz immer wieder neu zu beginnen. ‹Über die Muse des Alters› liest Harald Hartung, hier spricht ein Aufklärer, der zugleich ein Zauberer ist. Der bedeutendste Lyriker
Polens Adam Zagajewski ist mit neuen unveröffentlichten Gedichten zu hören, die amerikanisch-österreichische Lyrikerin Ann Cotten möchte alle Werte dekonstruieren, um sie neu zu evaluieren, so wie man zu Beginn eines Regens noch versucht, irgendwas zu retten, trocken zu bleiben, irgendwann aber beginnt, mit und im Regen zu leben und dieses Leben ist besser. Prolog und Epilog aus dem viel gelobten Buch ‹Das achte Leben› von Nino Haratischwili führen die Schauspieler Jens Harzer und Angela Winkler mit Aussagen von Botho Strauß ‹Vom Aufenthalt› zusammen. Anna Lechner, Cello, und Zsófia Boros, Gitarre, begleiten die Lesungen solistisch und im Duo.

Veranstalter Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., www.literaturbuero-owl. de
Künstlerische Leitung Brigitte Labs-Ehlert
Karten 05231 / 30 80 2-10 / info@literaturbuero-owl.de
Eintritt am 20.9.2015 12 / 15 / 20 Euro
Veranstaltungsorte Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Sommertheater, Neustadt 24, 32756 Detmold

5. August 2015

Einen Schritt näher
Autorentage zu Navid Kermani

Lesungen, Ausstellung, Konzerte, Gespräche
23. – 25. Oktober 2015

Die Internationalen Autorentage sind 2015 dem Schriftsteller und Orientalisten Navid Kermani gewidmet, der in diesem Jahr den Friedenspreis des deutschen Buchhandels bekommen hat. Sein Wort ist in den politischen und philosophischen Debatten über religiöse Toleranz und europäische Identität von Gewicht und er berichtet in historisch grundierten Reportagen als Korrespondent über die Krisengebiete im Nahen und Mittleren Osten. Er steht für einen kritischen Umgang mit Traditionen und für den Kampf gegen die Abschottung von Religionen und Kulturen. In seinen erzählerischen Werken erforscht er große Menschheitsfragen oft ausgehend von seiner eigenen Familiengeschichte und seinen persönlichen Erfahrungen. Kermani diskutiert während der dreitägigen Veranstaltung mit Gästen aus Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte thematische Kernpunkte seines schriftstellerischen Werkes: die Aufgaben und Grenzen Europas, Bilder der Religion, das Ich in der Literatur und die Welt im Ausnahmezustand. Gesprächspartner sind unter anderem: Dževad Karahasan, Shahriar Mandanipur, Abdolkarim Soroush, Yitzhak Laor, Jurij Andruchowytsch, Mircea Cartarescu und Ulrich Peltzer. Begleitet werden die Lesungen und Gespräche mit Konzerten und Vorträgen sowie einer Ausstellung und Exkursion.

Veranstaltungsort: Robert-Koepke-Haus, Polhof 1, 32816 Schieder Ortsteil Schwalenberg
Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., www.literaturbuero-owl. de
Künstlerische Leitung: Brigitte Labs-Ehlert
Karten: 05231 / 30 80 2-10 / info@literaturbuero-owl.de
Pressekontakt
: Nele Fiedler, Tel. 05231 / 30 80 20, fiedler@literaturbuero-owl.de

14. April 2015

preisgekrönt! Literatur meets Jazz
Lesung der NRW-Förderpreisträger im Kaiserkeller Detmold

Sie sind jung und preisgekrönt! Die Schriftsteller Julia Trompeter undChristoph Wenzel sind ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge KünstlerInnen. Am 22. April 2015, 20.30 Uhr stellt das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe sie vor: im Kaiserkeller Detmoldlesen Julia Trompeter und Christoph Wenzel Gedichte und Romanauszüge. Anna Borsdorf (Gesang), Philipp Spalting (Klavier) und Jonas Spieker (Trompete) spielen Jazzstandards und -improvisationen. Mit dem Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler ehrt und fördert das Land Nordrhein-Westfalen Kunstschaffende mit überdurchschnittlich künstlerischen Begabungen. Das Preisgeld soll ihnen ermöglichen, sich künsterlisch weiterzuentwickeln. Das Literaturbüro OWL schlägt seit Jahren herausragende junge Autoren für den Preis vor, vielfach erhielten die Vorgeschlagenen den Förderpreis.

Die Autorin Julia Trompeter, 1980 in Siegburg geboren, schreibt Lyrik und Prosa. Ihr lyrisches Spiel lässt das Alltägliche leuchten, sie klopft die Worte auf ihren Klang ab, verschiebt Gedanken und Wahrnehmungen durch Jonglage mit Buchstaben und Wörtern. Julia Trompeters Roman ‹Die Mittlerin› ist laut Die Welt ‹eines der lustigsten Bücher dieser Saison›. Es ist ein sprachstarker, poetologischer Roman, der mit (Selbst)Ironie sein Über-sich-selbst-Schreiben klug und witzig vor sich herträgt. Julia Trompeter ist Mitglied der Performance-Gruppe Plastik­Works, sie tritt in dem performativen Projekt ‹Sprechduette› auf. 2010 war sie Finalistin des open mike, 2012 erhielt sie das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln, 2013 für ihren Debütroman eine Förderung der Kunststiftung NRW und 2014 den Förderpreis des Landes NRW für junge Künstlerinnen und Künstler. Ihre Texte wurden in Anthologien und Zeitschriften, veröffentlicht. 2014 erschien ihr Debütroman ‹Die Mittlerin›.

Christoph Wenzel, 1979 in Hamm geboren, bezeichnet sich selbst als ‹Exil-Westfalen›, seine Gedichte atmen die dunkle Erde und schwarzen Kohlegesichter dieses Landstrichs. Er schreibt zurückhaltend, präzise von Kindheit, der Landschaft zwischen Zechensiedlung und Beckumer Bergen und den sehnsuchtsvollen Blicken aufs Meer. In wenigen Zeilen entstehen unaufgeregte, genaue Bilder; es sind Momente, Impressionen, die einen zugeneigten und achtsamen Blick auf die Menschen und das Leben eröffnen. 2005 erschien Christoph Wenzels Lyrikdebüt ‹zeit aus der karte›, 2010 der Gedichtband ‹tagebrüche› und 2012 ‹weg vom fenster›. Für seine Gedichte erhielt er verschiedene literarische Stipendien und Preise, u.a. den Literaturpreis der GWK (2102), das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln (2013) sowie den Förderpreis des Landes NRW (2014).

Anna Borsdorf (Gesang), Philipp Spalting (Klavier) und Jonas Spieker (Trompete) lassen sich von Lyrik und Prosa inspirieren und greifen den Klang, die Rhythmen der Lesung auf. Sie sind mit Jazzstandards und -improvisationen zu hören. Die Studierenden der Hochschule für Musik Detmold haben schon in unterschiedlichsten Formationen musikalisch zusammengearbeitet. In diesem Trio konzentrieren sie ihre gesammelten Erfahrungen auf das Wesentliche: Spontanität, Intimität und den Mut, sich dem Moment hinzugeben

 

22. April 2015, 20.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr

Kaiserkeller Detmold, Hermannstraße 1, 32756 Detmold

Eintritt an der Abendkasse: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

Informationen im Literaturbüro OWL: 05231-308020, www.literaturbuero-owl.de

20. Januar 2015

Passage Eins Literaturbüro ’90 / ’15
Günter Grass gibt eine weitere Lesung

Unter dem Titel ‹Passage Eins› läutet das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe die Veranstaltungsreihe zu seinem 25jährigen Bestehen ein. Prominent ist die erste Lesung am 15. Februar 2015 im Detmolder Landestheater mit Günter Grass besetzt. Dementsprechend groß war auch die Nachfrage, so daß der Literaturnobelpreisträger sich bereit erklärt hat, die Lesung ein weiteres Mal zu geben. Die Zusatzveranstaltung findet am 15. Februar 2015 um 19.30 Uhr im Konzerthaus Detmold statt. Auch hier wird er mit Auszügen aus ‹Grimms Wörter›, seiner Liebeserklärung an die deutsche Sprache, zu hören sein.
Restkarten für diese Veranstaltung gibt es beim Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe online unter www.literaturbuero-owl.de und telefonisch unter 05231 3080210.

Veranstalter Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Tel. 05231 308020, www.literaturbuero-owl.de, info@literaturbuero-owl.de
Künstlerische Leitung Dr. Brigitte Labs-Ehlert
Vorsitzender Manfred Böcker
Programm und Presse Marlen Dettmer, Nele Fiedler
Karten 05231 3080210, www.literaturbuero-owl.de / Kat. A 15 Euro / Kat. B 12 Euro

9. Januar 2015

Passage Eins Literaturbüro ’90 / ’15
Günter Grass in Detmold

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe wurde 1990 gegründet. Seit Anfang an ist die Arbeit der Leiterin Brigitte Labs-Ehlert geprägt von dem Wunsch, die Kunstform Literatur in all ihren Facetten: intellektuell, emotional und ästhetisch zu entfalten und die Literatur der Vergangenheit als Echoraum der zeitgenössischen Literatur zu begreifen. Literatur, Lesen, sagt sie, ist zutiefst demokratisch, setzt einen unabhängigen Geist voraus und ermöglicht freies Denken. Sie positioniert die Literatur im ländlichen Raum, indem sie Natur und Landschaft zum Thema macht, und prägt und profiliert mit dem Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› den gesamten ostwestfälischen Landstrich. Auf eine Realisierung wartet immer noch die Poetische Landschaft, eine Zusammenarbeit mit dem Architekten Peter Zumthor und internationalen Schriftstellern. Das Literaturbüro führt Autoren zu oft politisch brisanten Themen bei den Internationalen Literaturbegegnungen zusammen und richtet einzigartige Autorentage in Schwalenberg aus, bei denen das Werk eines Schriftstellers im Mittelpunkt steht, in diesem Jahr wird es Navid Kermani sein. International renommierte Gegenwartsliteratur sowie Texte junger Nachwuchsautoren erhalten ein Forum. Unvergessen sind das Homerische Lesefest, bei dem die gesamte Ilias in der Neuübersetzung von Raoul Schrott vorgetragen wurde, ebenso wie das vieltägige Vorlesen der Isländer-Sagas in Corvey. Überlegungen zur literarisch-ästhetischen Bildung eröffnen Kindern und Jugendlichen die Welt des Buches. Bücherbummel, internationale Hölderlin-Tage, ‹Wege von Land zu Land›, Winterlesung, Dorfgeschichten ergänzen das literarische Spektrum. Literaturausstellungen sowie eigene Buchreihen wie ‹Wege zur Architektur› oder die Schriftenreihe ‹Aber die Sprache› mit Originalbeiträgen haben inzwischen Kultstatus. Gerade etabliert sich die Akademie der Lesenden Künste, die 2015 die 6. und die 7. Meisterklasse durchführt, in Planung ist ein Europäisches Laboratorium, ein Denkort für Schriftsteller aus den verschiedenen Regionen Europas. Wie Heimatpflege und Hochkultur zusammenpassen, zeigt sich in diesem Sommer in einem Projekt für ein fast verlassenes Weser-Dorf, und welchen Zugang Sport zur Literatur ermöglicht, wird dann in Herbstcamps erprobt. Jetzt erst einmal kommt der Literaturnobelpreisträger Günter Grass und liest bei der ‹Passage Eins› am 15. Februar 2015, um 11.30 Uhr im Landestheater Detmold aus ‹Grimms Wörter›, seine Liebeserklärung an die deutsche Sprache. Der Gedanke des Schreibens gegen das Vergessen zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk.
Passage Zwei und Drei folgen im September mit Texten und Autoren der Weltliteratur.

Veranstalter Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Tel. 05231/308020, www.literaturbuero-owl.de, info@literaturbuero-owl.de
Künstlerische Leitung Dr. Brigitte Labs-Ehlert
Vorsitzender Manfred Böcker
Programm und Presse Marlen Dettmer, Nele Fiedler
Karten 05231 / 30 80 2-10, www.literaturbuero-owl.de / Kat. A 15 Euro / Kat. B 12 Euro

In Zusammenarbeit mit dem Landestheater Detmold.

4. November 2014

‹Novemberland›
Berühmte Autoren aus NRW zu Gast beim Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold

Am 15. November 2014 stellt das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold mit Esther Kinsky und Tilman Rammstedt zwei bekannte Schriftsteller vor, die ihre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen haben. Beginn der Lesungen im Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, in Detmold ist um 19.30 Uhr. Am Sonntagvormittag, 16. November 2014, 11.30 Uhr, sind die Lyriker Michael Lentz und der diesjährige Büchner-Preisträger Jürgen Becker zu hören. Die Kunststiftung NRW hat anläßlich ihres 25jährigen Jubiläums die Lyrik-Anthologie ‹stadtlandfluß› mit Dichterinnen und Dichtern aus NRW aus den letzten 25 Jahren herausgegeben. Für den Band ‹Eigentlich Heimat› hat die Kunststiftung Prosaautoren gebeten, Originalbeiträge über Orte zu schreiben, zu denen sie eine ganz besondere Beziehung haben.

Esther Kinsky erzählt von der Kindheit in der frühen Bundesrepublik in Römlinghoven am Rhein, von den ‹Hordenkindern› und den umsorgenden Großeltern. Sie ist bekannt geworden durch ihre viel gelobten Übersetzungen und als Lyrikerin. In ihren Romanen, gerade ist der viel gepriesene dritte Roman ‹Am Fluß› erschienen, begibt sie sich in Augen- und Fußwanderungen in oft randständige Landschaften. Mit ihrer unprätensiösen, atmosphärisch dichten Sprache zeichnet sie ein anschauliches, erhellendes Porträt der Landschaften, sei es die Kindheitslandschaft am Rhein, die Flußlandschaft um London oder das Niemandsland im ungarisch-rumänischen Grenzgebiet.

Humoristisch und mit viel Sprachwitz sind alle Romane von Tilman Rammstadt ausgestattet – und natürlich auch seine Erinnerungen an Ostwestfalen, über die Verläßlichkeit des Regens und andere oft groteske Zustände am Teutoburger Wald schreibt er in seinem Beitrag. Er muß es wissen, denn er ist in Bielefeld aufgewachsen. Womöglich hat ihm diese Kargkeit jene Fantasie verliehen, mit der er leichthändig die Möglichkeiten erprobt, die Welt literarisch auf den Kopf zu stellen. Neben vielen anderen Auszeichnungen, u. a. dem Kasseler Förderpreis Komische Literatur (2005),  wurde Tilman Rammstedt 2008 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis geehrt.

Die Lesung von Michael Lentz in der Matinee am Sonntag verspricht ein besonderes Vergnügen; der 1964 in Düren geborene Autor und Musiker weiß als Lautartist und brillanter Vortragskünstler seine Zuhörer zu fesseln. Wie kaum ein zweiter Autor der Gegenwart hat er die Möglichkeiten der Lesung und des öffentlichen Auftritts erweitert. Seine Gedichte sind wuchtig, präzis und voller Energie.  Für seinen Text ‹Muttersterben› gewann Lentz 2001 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Er ist Präsident der Freien Akademie der Künste zu Leipzig und Professor für Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig.

Jürgen Becker schreibt über Orte, an denen ‹das Gedächtnis der Landschaft und die Erinnerungen des Betrachters sich befragen und zur Sprache kommen›. Er wurde 1932 in Köln geboren, er lebte während der Kriegs- und Nachkriegsjahre in Erfurt und seit 1950 wieder in seiner Geburtsstadt. Mit seinen über 30 Bänden mit Gedichten, Erzählungen und Romanen sowie seinen oft experimentellen Hörspielen ist er eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Literatur, sein Werk hat die deutschsprachige Dichtung über Generationen entscheidend geprägt. Er benutzt Worte wie Maler die Farben und Komponisten die Klänge. Jürgen Becker wurde neben dem Büchner-Preis mit zahlreichen Preisen geehrt, u.a. mit dem Heinrich-Böll-Preis, dem Peter-Huchel-Preis, dem Uwe-Johnson-Preis, 2011 erhielt er den Schiller-Ring und 2013 den Günther-Eich-Preis. In seiner Lesung ist er mit Gedichten aus dem Buch ‹Scheunen im Gelände› zu hören

 

Veranstaltungsort

Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold

Karten

Einzelveranstaltung: 12 Euro / ermäßigt 10 Euro für Schüler und Studierende

Beide Lesungen: 20 Euro / ermäßigt 15 Euro

Karten sind im Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe unter 05231-3080210 erhältlich oder können unter www.literaturbuero-owl.de bestellt werden.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. in Zusammenarbeit mit der Kunststiftung NRW.

17. September 2014

‹Beschreibung eines Kampfes›
5. Meisterklasse der Akademie der Lesenden Künste

 

9. – 12. Oktober 2014

Leitung Peter Waterhouse

mit Barbara Nüsse Rezitation, Barbara Romen Hackbrett und Gunter Schneider Gitarre

Robert-Koepke-Haus, Polhof 1, 32816 Schwalenberg

 

Die Akademie der Lesenden Künste widmet sich unter der Leitung des Schriftstellers und Übersetzers Peter Waterhouse der Erzählung ‹Beschreibung eines Kampfes› von Franz Kafka. Läßt sich das vielgedeutete Werk von Franz Kafka überhaupt noch einmal neu lesen? Kafkas Wörter und Worte lassen sich noch sammeln und lesen, setzen sich zur Wehr gegen die Macht der Deutung und gegen die Resultate des Verstehens. Max Brod bezeichnete die frühe, 1903 oder 1904 entstandene und offenbar unabgeschlossene Erzählung ‹als das erste Werk, das Kafka mir vorlas› und zeigte sich von dem Neuartigen, Echten und Leidenschaftlichen der Phantasie, die sich ihm in dieser Novelle zum ersten Mal kundgab, bezaubert. Ist der Text tatsächlich eine Beschreibung – oder vielmehr die Beschreibung des Erzählens, des Sinnerzeugens, und zugleich die Beschreibung des Hinauszögerns, des Hinausdeutens aus dem Sinn? Die Teilnehmer der Meisterklasse werden dieser Fragestellung gemeinsam mit Peter Waterhouse lesend und diskutierend nachgehen. Seine Faszination für Klänge, Töne und Modulationen eröffnen dem Schriftsteller, der für sein Werk und seine Übersetzungen u. a. mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet wurde, einen ausgesprochen sinnlichen Zugang zur Sprache. Die derzeit am Thalia-Theater Hamburg arbeitende Schauspielerin Barbara Nüsse wird in ihrer Vortragskunst Impulse aus der Meisterklasse aufnehmen und neue Denkanstöße geben, Barbara Romen und Gunter Schneider werden den Text musikalisch kommentieren, kontrapunktieren und übersetzen. In abendlichen Lesungen trägt Barbara Nüsse, einem Basso continuo gleich, aus ‹Der Prozeß› vor.

 

Die Akademie der Lesenden Künste versteht Sprache und Poesie als ein weites Feld ohne Erzählordnung und Dichtungsformen. Die Wahrheit der Literatur liegt in der Unmittelbarkeit der poetischen Sprache, in ihren Buchstaben und Buchstabenbeziehungen. Aus diesem Sprachgefüge läßt sich ein neuer sinnlicher Zugang zu Texten gewinnen, der zu erstaunlichen Einsichten führt. Lesen ist ein werdender Vorgang, schöpferisch und unfertig – ein immer notwendigerer Produktionsprozeß, und Überraschungsprozeß. Die Akademie richtet sich an alle, die aus Profession, Passion und als Künstler mit Sprache arbeiten, sie übersetzen und vermitteln.

 

Vom 9. Oktober, 14 Uhr, bis einschließlich 12. Oktober 2014, 14 Uhr, finden im Robert-Koepke-Haus in Schwalenberg Lese- und Textarbeit, Konzerte und Lesungen statt. Anmeldeschluß ist der 1. Oktober 2014. Schüler und Studenten können formlos ein Stipendium beantragen, das alle Teilnahme- und Aufenthaltskosten deckt.

 

Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e. V.

Programmleitung: Dr. Brigitte Labs-Ehlert 

Pressekontakt: Sarah Bloch, Tel. 05231 30 80 210, bloch@literaturbuero-owl.de

15. September 2014

Internationale Autorentage zu John Burnside
‹Das Lied von der Erde›

 

Die 11. internationalen Autorentage finden vom 17. bis 19. Oktober 2014 in Schwalenberg

statt. Lesungen, Vorträge, Gespräche halten John Burnside, Allison Funk, Adam Thorpe, Jan

Wagner, Ron Winkler, Robert Wrigley, Hans Jürgen Balmes, David Borthwick, Alex Danchev,

Iain Galbraith, Julika Griem und Bernhard Robben sowie die Schauspieler Hans Kremer und

Hildegard Schmahl.

Konzerte geben Franui Musicbanda, Anna Maria Friman und Arve Henriksen sowie das

Tarkovsky Quartet.

Die Ausstellung zeigt Künstlerbücher von Amy Shelton und John Burnside.

 

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe widmet die Autorentage Schwalenberg John Burnside. Er ist einer der profiliertesten Autoren der Gegenwart, ein Erzähler von Weltrang. Seine Romane ‹Die Spur des Teufels›, ‹Glister›oder ‹In hellen Sommernächten› sowie seine bedrückenden autobiografischen Romane ‹Lügen über meinen Vater› und der gerade erschienene Band ‹Haus der Stummen› haben ihn in Deutschland bekannt gemacht. In seiner Literatur wie in seinen essayistischen und journalistischen Arbeiten erweist er sich als ein radikaler Demokrat und als ein Mikro-Kosmopolit, der, ob er über ein verlassenes Dorf in Schottland schreibt oder über Amseln und Feldmäuse dichtet, immer von der Frage umgetrieben wird: welche Erde wollen wir bewohnen. Er ist in Sorge um unsere Erde und ebenso in Sorge um die Menschen, die bei ihm so oft verwundet sind und aus ihrer Verletzlichkeit heraus Ungeheuerlichkeiten begehen. John Burnside liest neueste Gedichte und aus dem Roman ‹Haus der Stummen›, Iain Galbraith stellt die Lyrik von John Burnside vor, während Bernhard Robben über Alltag und Magie in dessen Prosawerk spricht. Die Lesungen, Reden, Gespräche, die Ausstellung und die Konzerte behandeln das Beziehungsgeflecht zwischen Mensch und Natur. Für John Burnside war ein Zuhause real nie vorhanden, es mußte erfunden werden im Schreiben. So sieht er als Aufgabe der Kunst, mit Ehrerbietung und Phantasie das gerechte Zuhause zu imaginieren, das diese Welt sein sollte. Diese Vorstellung ist eng verknüpft mit der Frage, was einen guten Menschen auszeichne. John Burnside spricht davon, ein Gefühl für die komplexe Natur der Ereignisse und Phänomene zu entwickeln als eine Art re-sanctification – Wieder-Heiligung im weltlichen Sinne. Nach einer literarischen Exkursion am Freitag, den 17. Oktober, thematisiert das Programm unser Verhältnis zur Welt sehr konkret, indem in der Ausstellung von Amy Shelton und der Lesung von Hans Kremer gezeigt wird, was uns die Bienen über unser Verhältnis zur Welt erzählen. Franui Musicbanda ist mit ‹Mahler-Lieder: Erinnerungen an die Ewigkeit› zu hören. Ist unser Planet noch zu retten, heißt es am Samstag, den 18. Oktober. Teresa Präauer liest ‹Für den Herrscher aus Übersee›, Jan Wagner aus ‹Regenbogenvariationen›, erstmals ins Deutsche von Ron Winkler übersetzt, sind Gedichte der amerikanischen Lyriker Allison Funk und Robert Wrigley zu hören. Die Literaturwissenschaftler Julika Griem und David Borthwick sprechen mit John Burnside, Raoul Schrott und Jan Wagner über Poesie als Ökologie.

 

Veranstaltungsort: Robert-Koepke-Haus, Polhof 1, 32816 Schieder Ortsteil Schwalenberg

Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., www.literaturbuero-owl. de

Künstlerische Leitung: Brigitte Labs-Ehlert

Karten: 05231 / 30 80 2-10 / info@literaturbuero-owl.de

Pressekontakt: Nele Fiedler, Tel. 05231 / 30 80 20, fiedler@literaturbuero-owl.de

9. Januar 2014

Konfuzius und der Westen
Lesung und Vortrag im Haus Münsterberg

Am 31. Januar 2014, dem chinesischen Neujahrsfest, liest der renommierte Schauspieler Bernt Hahn um 19.30 Uhr im Haus Münsterberg Gedanken des Philosophen Konfuzius über die Bildung der Jugend.  Der Asien-Kenner und Kulturhistoriker Manfred Osten untersucht in seinem Vortrag die Rolle des politisch verordneten Konfuzius-Programms. Im Anschluß an Lesung und Vortrag findet ein Gespräch mit Manfred Osten statt.

Seit über zwei Jahrtausenden beeinflußt die konfuzianische Philosophie das Denken und Handeln in China. Doch auch weit über die Grenzen des Landes hinaus – in Korea, Vietnam oder Japan –entfaltete der Konfuzianismus seine Wirkung. Im Verlauf des letzten Jahrhunderts häufig als Relikt des alten Chinas verschmäht, feiert der Konfuzianismus als chinesische Staatsdoktrin nun eine Renaissance. Ähnlich den deutschen Goethe-Instituten errichtet die chinesische Regierung seit 2004 weltweit Konfuzius-Institute zur Verbreitung der chinesischen Sprache und Kultur, ohne daß im Westen die hieraus resultierenden Konsequenzen vor allem in den Bereichen Erziehung, Bildung und Wissenschaft hinreichend beachtet werden. Was folgt aus dem politisch verordneten Konfuzius-Programm der ‹harmonischen Gesellschaft› für das Reich der Mitte sowie für Chinas Wettbewerbsrolle im Prozeß der Globalisierung? Handelt es sich langfristig um eine eminente Herausforderung der kulturellen Identität des Westens?


Manfred Osten ist Autor und Kulturhistoriker. Als Diplomat war er in Paris, Budapest, Kamerun, Tschad und Japan tätig. Er war lange Jahre Generalsekretär der Humboldt-Stiftung. Buchveröffentlichungen: ‹Konfuzius oder Chinas neue Kulturrevolution›; ‹Im Kerngehäuse. Gedichte›; ‹Die Kunst, Fehler zu machen›; ‹Das geraubte Gedächtnis›; ‹‹Alles veloziferisch› oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit›.

Bernt Hahn, Schauspieler und Literatursprecher, stand über dreißig Jahre auf Theaterbühnen bei den Schauspielhäusern Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Bochum. Mit eigenen literarischen Programmen hat er sich im In- und Ausland etabliert. Bernt Hahn ist immer wieder Gast des Literatur- und Musikfestes ‹Wege durch das Land›.

 

Veranstaltungsort: Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. in Kooperation mit LIPASIA e.V., Karten: 05231 - 30 80 210 oder www.literaturbuero-owl.de, Kosten: 10€ (Schüler / Studenten 7,50€), Pressekontakt: Sarah Bloch, Tel. 05231 - 30 80 20

26. November 2013

‹Ist es Freude, ist es Schmerz? Jüdische Wurzeln – deutsche Gedichte›

Iris Berben liest im Detmolder Sommertheater

 

Im Rahmen des Holocaust-Gedenktages liest die Schauspielerin Iris Berben am 25. Januar 2014 im Detmolder Sommertheater Gedichte aus der im vergangenen Jahr erschienen Anthologie ‹Ist es Freude, ist es Schmerz?›, in der das Werk von über 300 deutschsprachigen Autoren mit jüdischer Herkunft in einem Band zusammengeführt wird. Hier werden 1200 Gedichte aus dem 18. bis zum 20. Jahrhundert veröffentlicht. Sowohl bekannte Lyriker wie Gertrud Kolmar, Rose Ausländer oder Franz Baermann Steiner, aber auch Lyriker, die der Holocaust vernichtet hat oder deren Werk vergessen wurde, finden hier ihren Platz. In keinem anderen Bereich der deutschsprachigen Kultur haben jüdische Künstler so viele, tiefe und nicht mehr wegzudenkende Spuren hinterlassen, wie in der Literatur. Es gibt kaum jemanden, der geeigneter wäre als Iris Berben, diese Gedichte und Gedanken vorzutragen. Bereits seit vielen Jahren engagiert sie sich gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und für Toleranz. Zum Beispiel erinnert sie 2004 mit ihren Lesungen ‹Hitlers Tischgespräche aus dem Führerhauptquartier und Aufzeichnungen von Holocaust-Opfern› an das grausamste Kapitel deutscher Geschichte. Für ihr politisches Engagement erhält sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz und wird vom Zentralrat der Juden Deutschlands mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet.

Dr. Brigitte Labs-Ehlert, Leiterin des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Detmold, führt ein Gespräch mit dem Herausgeber der Anthologie, Herbert Schmidt, und seinem Verleger Georg Aehling.

Im Konzert sind Maya Homburger auf der Barockvioline und Barry Guy am Kontrabaß zu hören. Sie spielen Werke von György Kurtág und Dario Castello und die Rosenkranz-Sonate Nr. 9 a-Moll von Heinrich I. F. Biber.

 

‹Ist es Freude, ist es Schmerz? Jüdische Wurzeln – deutsche Gedichte›

Samstag, 25. Januar 2014

19.30 Uhr, Detmolder Sommertheater

 

Veranstaltungsort: Detmolder Sommertheater, Neustadt 24, 32756 Detmold Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Detmold, www.literaturbuero-owl.de Künstlerische Leitung: Brigitte Labs-Ehlert Karten: 05231 30 80 2-10 / info@literaturbuero-owl.de Pressekontakt: Nele Fiedler, Tel. 05231 30 80 20

7. Oktober 2013

Andrea Sawatzki liest ‹Die Judenbuche›

Dorfgeschichten im LWL-Freilichtmuseum


Mit Andrea Sawatzki kommt im 7. Jahr der Lesungsreihe ‹Dorfgeschichten› eine der renommiertesten deutschen Schauspielerinnen nach Detmold: Am Dienstag, 12. November 2013 liest sie im LWL-Freilichtmuseum um 19.30 Uhr aus der Novelle ‹Die Judenbuche› von Annette von Droste-Hülshoff. Für Schulklassen findet am Mittwoch, 13. November um 11.30 Uhr eine Matinée zur ‹Judenbuche› im Detmolder Sommertheater statt.


Das ‹Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen› von 1842 erzählt kunstfertig von den Menschen und Hintergründen, die zu dem Mord an dem Juden Aaron führen, und zeichnet ein feines, eindrückliches Bild des Lebens im 18. Jahrhundert im westfälischen Dorfe B., in dem ‹die Begriffe der Einwohner von Recht und Unrecht einigermaßen in Verwirrung geraten› sind. Für Ihre ‹Kriminalgeschichte Friedrich Mergel› griff Annette von Droste-Hülshoff auf eine tatsächliche Begebenheit zurück, die sich im Dorf Bellersen, das im Gutsbezirk ihres Großvaters Werner Adolf von Haxthausen gelegen war und heute in rund 35 km Entfernung von Detmold dem Kreis Höxter zugehört, ereignete: Der Knecht Hermann Georg Winkelhagen aus Bellersen erschlug im Februar 1783 den Juden Soestmann-Behrens. Der Mörder flüchtete, geriet in algerische Sklaverei und kehrte nach seiner Befreiung 1805 in seine Heimat – an den Ort des Verbrechens – zurück und nahm sich das Leben. Im LWL-Freilichtmuseum wird diese Geschichte nicht nur in der Lesung lebendig: seit 2007 ist hier das Fachwerkhaus der jüdischen Familie Uhlmann aus Ovenhausen, in dem auch der ermordete Jude lebte, aufgebaut.


Andrea Sawatzki ist nach Theaterengagements in München, Berlin, Wilhelmshaven und Stuttgart seit Anfang der 90er Jahre in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu erleben. Dabei erspielt sie sich mit beeindruckender Vielseitigkeit und Ausdrucksstärke ein umfangreiches Repertoire und verkörpert neben komischen Rollen vielfach tragische Figuren in psychischen Grenzsituationen. Einem großen Publikum wurde sie 1997 durch den Kinofilm ‹Die Apothekerin› (Regie Rainer Kaufmann) bekannt und stand danach für erfolgreiche Filme wie  ‹Das Experiment› (2000, Oliver Hirschbiegel) oder ‹Glück› (2011, Doris Dörrie) vor der Kamera. Im Fernsehen war sie in von der Kritik gelobten Produktionen wie ‹Die Manns – Ein Jahrhundertroman› (2000, Heinrich Breloer), ‹Borgia› (2010, Oliver Hirschbiegel) oder ‹Bella Vita› (2010, Thomas Berger) zu sehen. Von 2002 bis 2010 verkörperte sie in der Reihe ‹Tatort› die Kommissarin Charlotte Sänger. Für ihre Arbeit erhielt Andrea Sawatzki wichtige Preise und Auszeichnungen, darunter den Grimme Preis (2005), den Hessischen Fernsehpreis (2006), den Montréal Filmpreis (2007), den Deutschen Fernsehpreis (2010) und 2011 den Bayerischen Fernsehpreis und den Preis für Schauspielkunst beim Festival des deutschen Films. Neben ihrer Schauspieltätigkeit liest Andrea Sawatzki Hörbücher (u. a. Glennkill oder Gut gegen Nordwind) und ist als Synchronsprecherin tätig. In der Region begeisterte sie ihr Publikum bereits bei Lesungen im Rahmen des Literatur- und Musikfestes ‹Wege durch das Land› und dem Isländer-Sagas Lesefest auf Schloss Corvey. Für Ihre ‹Sprecharbeit› wurden ihr die Goldene Schallplatte, der Lesewerkpreis und der Deutsche Sprecherpreis verliehen. Im März 2013 erschien ihr Debütroman ‹Ein allzu braves Mädchen›, zur Zeit tourt sie auf deutschen Bühnen mit ihrem Liederabend ‹Irgendwas ist immer›.


Die Lesung ‹Dorfgeschichten› ist eine Veranstaltung des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit dem LWL-Freilichtmuseum, unterstützt durch die Sparkasse Paderborn-Detmold. Die Matinée für Schülerinnen und Schüler ist eine Kooperation mit dem Detmolder Sommertheater.


Karten kosten 15 Euro (Kat A) und 10 Euro (Kat B) und sind im Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe telefonisch unter 05231-3080210, auf www.literaturbuero-owl.de oder an der Kasse des LWL-Freilichtmuseums erhältlich. Ab 18.45 Uhr ist ein Pendelverkehr vom Parkplatz eingerichtet, der letzte Bus fährt um 19.15 Uhr.

3. September 2013

Autorentage zu Anita Albus
‹Die aufgehobene Zeit›

 

Die 10. Autorentage finden vom 18. bis 20. Oktober 2013 in Schwalenberg statt. Lesungen, Vorträge, Gespräche halten Anita Albus, Christoph Ransmayr, Jan Wagner, Joachim Kalka, Monique Lévi-Strauss, Julia Fischer, Robert Spaemann und Julia Voss; Konzerte geben Olga Scheps, Sonia Wieder-Atherton und Gilles Privat sowie das YXUS-Ensemble

 

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe widmet die Autorentage Schwalenberg Anita Albus. Sie ist eine singuläre Künstlerin, die ihre geduldige Aufmerksamkeit und genaue Beobachtung dem Lesen zuwendet. Anita Albus schreibt poetische Essays und Erzählungen, die sich wie Fabeln lesen, und malt wie eine Alte Meisterin. Ihre Aquarelle und Gemälde in kleinstem Format bilden detailbewußt Pflanzen, Tiere und Dinge ab, die durch Fortschritt und Wachstum gefährdet sind. Sie möchte das Schöne zeigen und bewahren, das sich in den Künsten, der Mythologie und der Wissenschaft spiegelt. Die gleiche Präzision und unbändige Lust am Entdecken und Erforschen von bisher unerkannten Zusammenhängen zeichnet auch ihr literarisches Werk aus, ihre Erinnerungen an die großen Meister in 'Die Kunst der Künste' und in 'Paradies und Paradox', die Essays zu Marcel Proust, Tania Blixen oder Vladimir Nabokov, ebenso ihre Betrachtungen zu 'Seltenen Vögeln' und 'Das botanische Schauspiel'. In den Lesungen und Gesprächen wird über den Wandel nachgedacht, wie er sich als natürliche und geistig-künstlerische Metamorphose darstellt, aber auch über die Veränderungen, die unwiderbringliche Verluste auslösen.

 

Der Schriftsteller und Literaturkritiker Joachim Kalka spricht über Anita Albus' Werk ‹Kunst, wie zum ersten Mal›, die Kunsthistorikerin Julia Voss zeigt die Malerin Anita Albus. Der Lyriker Jan Wagner und der Romancier Christoph Ransmayr setzen ihre Lesungen ‹Geöffnete Wunderkammern› und ‹Atlas eines ängstlichen Menschen› in Korrespondenz zu den ästhetischen Positionen von Anita Albus. Eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet sie mit Claude und Monique Lévi-Strauss; mit ihr, die die verlorengegangene Tradition der Textilkunst Kaschmirs erforscht hat, führt Anita Albus ein Gespräch über Stofflichkeit und handwerkliches Können als Voraussetzung der Künste. Julia Fischer ist Primatenforscherin. In ihrem Buch ‹Affengesellschaft› gibt sie Einblick in ihre faszinierenden Beobachtungen. Was uns von unseren nächsten Verwandten unterscheidet, ist Gegenstand der Diskussion zwischen der Wissenschaftlerin und der Künstlerin. So wie Anita Albus in ihren Arbeiten Vollkommenheit und Wahrheit anstrebt, so hat sich der Philosoph Robert Spaemann immer wieder mit der Wahrheitsfähigkeit der menschlichen Vernunft befaßt, zuletzt in seinem autobiographischen Buch ‹Über Gott und die Welt›, aus dem er lesen wird. Arvo Pärt hat wie kaum ein anderer zeitgenössischer Komponist in seiner Musik Raum für Stille und Kontemplation geschaffen. Das estnische Ensemble YXUS spielt vier seiner Werke. Die Pianistin Olga Scheps ist mit Kompositionen von Franz Schubert zu hören. Marcel Prousts ‹Recherche› wird von Gilles Privat auf Französisch vorgetragen, begleitet von Sonia Wieder-Atherton, Cello. Die Ausstellung ‹Die Kunst der Natur› zeigt Gemälde, Zeichnungen und Graphik von Anita Albus. Das Literaturbüro führt seine Edition von Erstveröffentlichungen fort; es erscheint 'Wandelwunder. Über die Metamorphose des Schmetterlings' von Anita Albus.

 

Veranstaltungsort: Robert-Koepke-Haus, Polhof 1, 32816 Schieder Ortsteil Schwalenberg Veranstalter: LiteraturbüroOstwestfalen-Lippe in Detmold e.V., www.literaturbuero-owl.de Künstlerische Leitung: Brigitte Labs-Ehlert Karten: 05231/30 80 2-10 / info@literaturbuero-owl.de Pressekontakt: Nele Fiedler, Tel. 05231 / 30 80 20

 

20. November 2012

Jeanette Hain liest im Haus Münsterberg

Ein Wiedersehen mit Jeanette Hain gibt es am 1. Dezember 2012 bei den Detmolder Winterlesungen, die das Literaturbüro um 19.30 Uhr im Haus Münsterberg veranstalten. Sie springt für die erkrankte Judith Engel ein.

 

Jeanette Hain liest neben der polnischen Schriftstellerin Joanna Bator aus deren preisgekröntem Roman ‹Sandberg›. Angesiedelt in der niederschlesischen Kohlestadt Wabrzych, entsteht auf den Trümmern der europäischen Geschichte eine neue, von Frauen dominierte Gesellschaft. Umgesiedelt, gestrandet, ohne Heimat, aber auf der Suche nach der Vergangenheit, um die Gegenwart zu meistern, erzählen sie die Geschichte des 21. Jahrhunderts aus weiblicher Sicht. Joanna Bator hat einen großen Frauenroman geschrieben, einen Provinzroman von Weltniveau. Jeanette Hain ist Trägerin des Grimme-Preises und erhielt 2011 den Bambi für ihre schauspielerischen Leistungen. Demnächst kann man sie im Tatort und den Literaturverfilmungen von ‹Der Vorleser› und ‹Sturmzeit› sehen.

Am 2. Dezember ist David Rott ab 17 Uhr mit der Erzählung ‹Suchodol› des Literaturnobelpreisträgers Iwan Bunin zu hören. Eingebettet in intensive Beschreibungen der Natur, ihrer Jahreszeiten, Farben und Gerüche erzählt Bunin vom Niedergang des russischen Adels. Anfangs ist das Gut Suchodol romantischer Sehnsuchtsort, während der Bauernbefreiung und des Krimkrieges wird es zum Schauplatz von großen Enttäuschungen. David Rott hat sich mit seinen Kinorollen, in anspruchsvollen Fernsehproduktionen und auf der Bühne einen Namen als einer der interessantesten Nachwuchsdarsteller gemacht. Er erhielt 2012 den Deutschen Fernsehpreis, er wurde mit dem Bambi und dem Max Ophüls-Preis ausgezeichnet.

Haus Münsterberg, Literaturbüro, Hornsche Str. 38, 32756 Detmold
1.12.2012, 19.30 Uhr / 2.12.2012, 17 Uhr
Karten sind erhältlich unter 0 5231 /30 80 210
Online www.literaturbuero-owl.de

12. November 2012

‹Detmolder Winterlesungen› - NordNordOst

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe lädt 2012 wieder zu Detmolder Winterlesungen in das Haus Münsterberg ein. An zwei Adventswochenenden (1. und 2., 15. und 16. Dezember 2012) verbinden sich unter dem Titel ‹NordNordOst› literarische Schilderungen aus den nordöstlichen Himmelsrichtungen Polen, Tschechien, Russland und Dänemark.

 

An den beiden Adventssamstagen steht die polnische Literatur im Vordergrund: In Lesung und Gespräch stellt die Autorin Joanna Bator am 1. Dezember 2012, 19.30 Uhr ihren preisgekrönten Roman ‹Sandberg› vor. Darin erzählt sie, wie auf dem ‹Sandberg›, angesiedelt in der niederschlesischen Kohlestadt Wabrzych, auf den Trümmern der europäischen Geschichte eine neue, von Frauen dominierte Gesellschaft ensteht. Die Schauspielerin Judith Engel trägt die deutsche Fassung des Romans vor. Am 15. Dezember 2012, 19.30 Uhr liest Olga Tokarczuk aus ihrem Werk ‹Der Gesang der Fledermäuse›. Sie verbindet in diesem Roman Reales mit Mythischem, Rationales und Phantastisches. Schauplatz ist die winterliche Grenzregion zwischen Polen und Tschechien. In dieser vergessenen Weltgegend geschehen unheimliche Dinge, könnte es sein, dass die Natur und die Tiere sich an den Menschen rächen? Die deutsche Übersetzung wird von Laura Maire, Schauspielerin, Hörbuch- und Synchronsprecherin, gelesen.


Am 2. und 16. Dezember 2012 (jeweils um 17.00 Uhr) treten die Schauspieler David Rott und Hanns Zischler mit weiteren Lesungen auf. Die Erzählung ‹Suchodol› des Literaturnobelpreisträgers Iwan Bunin liest David Rott am ersten Adventssonntag. In den Schilderungen der ehemaligen Magd und früheren Leibeigenen Natalja werden die Sehnsucht nach der alten Zeit und die sich zuspitzenden Konflikte zwischen dem Gutsherrn und der Dienerschaft beschrieben. Bunin entwirft in ‹Suchodol› das anschaulichste und dichteste Bild der untergehenden Adelskultur, das in der russischen Literatur existiert. ‹Das weiße Haus› - am 16. Dezember 2012 gelesen von Hanns Zischler - beschreibt der dänische Romancier Hermann Bang als das Haus der Kindheit, in dem die Mutter singt und Klavier spielt, am lautesten lacht, am wildesten tollt und am traurigsten spricht. Denn auch im weißen Haus hat sich neben der Heiterkeit der Schmerz niedergelassen.

1. Dezember 2012, 19.30 Uhr - Lesung und Gespräch: Joanna Bator ‹Sandberg›, Judith Engel liest die deutsche Fassung, Cornelia Jentzsch führt das Gespräch
2. Dezember 2012, 17.00 Uhr - David Rott liest Iwan Bunin ‹Suchodol›
15. Dezember 2012, 19.30 Uhr - Lesung und Gespräch: Olga Tokarczuk ‹Der Gesang der Fledermäuse›, Laura Maire liest die deutsche Fassung, Marta Kijowska führt das Gespräch
16. Dezember 2012, 17.00 Uhr - Hanns Zischler liest Hermann Bang ‹Das weiße Haus›

Veranstaltungsort: Haus Münsterberg, Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold
Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., Hornsche Straße 38, 32756 Detmold
Pressekontakt: Nele Fiedler, 05231/308020, fiedler@literaturbuero-owl.de
Karten: 15 Euro/10 Euro, 05231/3080210 oder online unter www.literaturbuero-owl.de

 

08. Oktober 2012

Jürgen Holtz liest Büchners ‹Lenz›

‹Dorfgeschichten› im LWL-Freilichtmuseum Detmold

 

Wenn der bekannte Schauspieler Jürgen Holtz Georg Büchners ‹Lenz› mit seiner Stimme zu neuem Leben erweckt, ist ein hochkarätiger Literaturabend garantiert. Der sechste Leseabend der Reihe ‹Dorfgeschichten› am Freitag, 26. Oktober, im LWL-Freilichtmuseum Detmold entführt die Zuhörer in die sprachgewaltige Erzählung eines der bekanntesten deutschen Autoren. Die Abendlesung um 19.30 Uhr organisiert das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. in Kooperation mit dem Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und unterstützt von der Sparkasse Paderborn-Detmold.

Georg Büchner schildert in seiner Erzählung ‹Lenz› in starken Bildern das Schicksal des Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz. Zu Beginn der Erzählung befindet sich dieser auf einer Wanderung in das kleine Dorf Waldbach, dort gewährt ihm der Pfarrer Oberlin Unterschlupf. Die dynamischen Naturbilder auf seinem Weg ‹durch’s Gebirg› spiegeln Lenz’ wechselnde Bewusstseinszustände. Seine Flucht vor gesellschaftlichen Zwängen, dem Patriarchat und politischen Verfolgern ist zugleich eine Flucht vor seiner Verzweiflung. Nur in dem berühmten ‹Kunstgespräch›, einem zentralen Moment der Erzählung, kann Lenz seine ästhetischen Ansichten klar formulieren. Büchner entwirft ein umfassendes Psychogramm von Lenz, dessen Dichte, Expressivität und Genauigkeit in der deutschen Literatur ohne Vorbild ist.

Georg Büchner (1813-1837) war als Schriftsteller, Übersetzer und Mediziner tätig, verfasste die Dramen ‹Dantons Tod›, ‹Leonce und Lena› sowie ‹Woyzeck› und etablierte sich damit zum wichtigsten Dichter des deutschen Vormärzes. Seine revolutionären Ideen zwangen ihn, ab 1835 ein Leben auf der Flucht zu führen. Im französischen Exil schrieb er seine Erzählung ‹Lenz›, die 1839 posthum erschien.

Jürgen Holtz
In seiner Schauspielerlaufbahn gastierte Jürgen Holtz auf den großen Theaterbühnen in Berlin, Hamburg, Bochum, München, Frankfurt und Mannheim. Er arbeitete mit allen bedeutenden Regisseuren zusammen, darunter Adolf Dresen, Benno Besson, Ruth Berghaus, B. K. Tragelehn, Werner Schroeter, Jürgen Gosch, Peter Stein, Robert Wilson, Einar Schleef und George Tabori. Einem breiten Publikum wurde er als gesamtdeutscher Nörgler ‹Motzki› in der gleichnamigen Fernsehserie bekannt. Er spielte in zahlreichen Kinofilmen, u.a. in ‹Rosa Luxemburg› und in ‹Good bye, Lenin!›. Jürgen Holtz erhielt wichtige Preise und Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis, den Gertrud-Eysoldt-Ring und den Hessischen Staatspreis für Kultur. 1993 wurde er von ‹Theater Heute› zum Schauspieler des Jahres gewählt. ‹Wir beschäftigen uns mit einer Sehnsucht, nämlich dem Text sein Inneres abzugewinnen›, sagt Jürgen Holtz.

Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr und findet im Haus Kuhlmeier statt. Ein Bus-Shuttle vom Parkplatz zum Paderborner Dorf (ab 18.45 Uhr) und zurück nach Abschluss der Veranstaltung wird eingerichtet.

Die Karten (15 Euro/10 Euro/5 Euro für Schüler) sind im Vorverkauf ab sofort beim Literaturbüro und während der Öffnungszeiten an der Kasse des LWL-Freilichtmuseums Detmold erhältlich.

 

27. September 2012

Literarischer Salon

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. veranstaltet am 5. Oktober 2012, 19.30 Uhr einen Literarischen Salon. Im Haus Münsterberg tritt der Kabarettist Sebastian Krämer mit seinem Konzertabend ‹Akademie der Sehnsucht› auf, das Mindener Nachwuchs-Ensemble von Mark Behrens, Kurt Klose und Julia Wochner präsentiert das Programm ‹Kunstschmelze›.

Mit dem Auftritt von Sebastian Krämer wird am 5. Oktober 2012 einer der bedeutendsten jungen Kabarettisten auf der Bühne des Literaturbüros stehen. Sein Programm ‹Akademie der Sehnsucht› ist ein Konzertabend der großen Gefühle und kleinen Anlässe - berührend, voll bitterer Ironie und poetischer Leuchtkraft. Krämers großartiges Klavierspiel und der facettenreiche und vielfältige Einsatz seiner Stimme entführen den Zuhörer in neue, unerwartete und fantasievolle Welten. ‹Lässig, aber gezielt wechselt er am Piano die Genres wie Georg Kreisler in seinen besten Jahren.› Badische Zeitung. Der aus dem lippischen Kalletal stammende Künstler wurde bereits als Jugendlicher vom Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe gefördert. Er hat sich auf den Bühnen des Landes einen Namen gemacht, tritt im Fernsehen auf und ist seit 1996 künstlerischer Leiter des Zebrano-Theaters in Berlin. In den Jahren 2001 und 2003 gewann er die Deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften und gastiert seitdem mit großem Erfolg auch in der deutschen Poetry-Szene. 2009 wurde ihm der Deutsche Kleinkunstpreis für Chanson vom Mainzer Unterhaus verliehen. Der Sänger und Dichter hat zahlreiche CD-Veröffentlichungen und ein vielfältiges Bühnenprogramm vorzuweisen.


Der Literarische Salon bietet auch einem Nachwuchs-Ensemble aus Minden ein Podium. ‹Kunstschmelze› heißt das Programm von Mark Behrens, Kurt Klose und Julia Wochner, in dem Text und Musik in Echtzeit und Improvisation ineinander verwoben werden. Mark Behrens studierte Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld und promovierte anschließend über die Baudelaire-Übersetzungen der Eheleute Bruns. Es erschienen Gedichte und Kurzgeschichten von ihm in verschiedenen internationalen Anthologien und Zeitschriften für Literatur und Kunst. Kurt Klose, zweimaliger Preisträger des Jazz-Podiums Niedersachen, ist Pianist und Komponist. Für sein vielseitiges Wirken als musikalischer Regisseur, Komponist und Arrangeur wurde er mit dem Nachwuchsstipendium des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Julia Wochner nahm an verschiedenen regionalen Theaterprojekten teil und ist ein gefragter Gast auf den Jazzbühnen in Ostwestfalen-Lippe. Mit der Gruppe ‹Oya-Soul Grooves› hat sie mittlerweile eine feste Formation gefunden.


Gefördert und unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Pianohaus Harke.


Veranstaltungsort: Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold

Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., Hornsche Straße 38, 32756 Detmold

Eintritt: Kat. A: 7,50, Kat. B: 5,00

Kartenreservierung: 05231/30 80 2-10 und online unter www.literaturbuero-owl.de

Informationen: 05231/30 80 20, info@literaturbuero-owl.de

 

31. August 2012

Autorentage zu Martin Mosebach - ‹Das Chaos der Welt durch Kunst ordnen›

Die Autorentage Schwalenberg finden vom 21. bis 23. September 2012 statt. In Lesungen, Vorträgen, Gesprächen, Konzerten und der Ausstellung steht das umfangreiche Werk von Martin Mosebach im Mittelpunkt.

 

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe führt in diesem Jahr die Autorentage Schwalenberg zu Martin Mosebach durch. Martin Mosebachs Kunst wurde oft gerühmt, seine großen Gesellschaftsromane sind sensible Spiegelungen unserer Zeit. Er hat ein mit vielen Preisen ausgezeichnetes Werk von über 30 Büchern mit Romanen, Erzählungen, Gedichten, Theaterstücken, Libretti, Hörspielen und Essays vorgelegt, das immer auch nach den Verlusten und dem Unsicheren in unserer Zeit fragt, sagt die Programmleiterin des Literaturbüros Brigitte Labs-Ehlert.

 

Martin Mosebach hält das epische Werk nicht nur für ein ‹geordnetes Chaos›, das die Welt lesbar macht, sondern für einen Traum, an dessen Entschlüsselung der Verfasser die Leser teilnehmen läßt. Als Essayist schafft er es, das Vertrauteste so darzustellen, als habe man es noch nie gesehen. Er ist ein genauer Beobachter alter Meister und zeitgenössischer Kunst sowie ein nachdenklicher Leser. In seinen Reiseberichten setzt er sich ganz und gar fernen Kulturen und fremden Traditionen aus.  Dieser weite Horizont und das Interesse an allem nahezu Vergessenen kommen bei den Autorentagen in Schwalenberg zum Ausdruck, zu denen der Literaturkritiker und Schriftsteller Michael Maar die Einführung gibt.

 

Ob Philosophie, Kunstgeschichte, Religion oder das Bild unserer Städte in den Lesungen und Gesprächen thematisiert werden, immer  wird der gesellschaftliche Bezug hergestellt und Respekt und Verantwortung, Maß und Formwille mitbedacht. Mit Sibylle Lewitscharoff, Navid Kermani und Michael von Poser sind Schriftsteller vertreten, die sich intensiv mit anderen Kulturen auseinandersetzen. Sibylle Lewitscharoff liest aus ihrem Roman ‹Blumenberg›, in dem sie mit unglaublicher sprachlicher Leichtigkeit die menschliche Selbsterkenntnis erforscht, Navid Kermani ist mit seinem Buch ‹Dein Name› zu hören, in dem er die Geschichte Irans mit der Gegenwart Europas verbindet, Michael von Poser übersetzt chinesische Gedichte der klassischen Zeit unter dem Titel ‹Chinesische Einsiedler und ihre Besucher›. Der Geisteswissenschaftler Henning Ritter spricht über seine Museumsgänge und die Kunst, Bilder zu zeigen. Der Neutestamentler Klaus Berger führt mit Martin Mosebach ein Gespräch über die Apokalypse. Der Architekt und Städteplaner Hans Kollhoff hält eine Rede zur Zukunft der Stadt. Konzerte geben der Cellist Nicolas Altstaedt, der solistisch mit Bach-Suiten auftritt und im Duo mit dem Pianisten Xiao-Xiao Zhu Schumann, Prokofieff und Piazzolla spielt. Die Ausstellung ‹Das Lamm› zeigt Illustrationen, Schriftbilder und Fotomalereien von Martin Mosebach und Rebecca Horn.Gefördert und unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW.

 

Veranstaltungsort: Robert-Koepke-Haus, Polhof 1, 32816 Schieder Ortsteil Schwalenberg

Veranstalter: Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V., Hornsche Straße 38, 32756 Detmold

Programmleitung: Brigitte Labs-Ehlert

Karten: 05231/30 80 2-10

Informationen: 05231/30 80 20, info@literaturbuero-owl.de

Pressekontakt: Annika Bochnig, Tel. 05231 / 30 80 20, E-Mail: bochnig@literaturbuero-owl.de