12. Februar 2019

‹Kollaborationen› – Text trifft auf Ton
Lesung der NRW-Förderpreisträgerinnen 2018

Am 8. März wird es im Paderborner Theatertreff literarisch-musikalisch: Texte treffen auf Musik, Prosaisches stellt sich mit klanglichem Experiment auf die Bühne. Auf Einladung des Literaturbüros OWL und im Rahmen der ‹Paderborner Literaturtage› lesen Josefine Rieks und Karosh Taha, die ‹Förderpreisträgerinnen des Landes NRW für Literatur› 2018, aus ihren Debütromanen und sprechen mit Iris Hennig, Leiterin des Literaturbüros OWL, über ihr Schreiben. Der Komponist und Jazzpianist Simon Rummel greift den Sound der Texte mit Improvisationen am Klavier auf.

Mit einem sezierenden Blick auf unsere Gegenwart hat die 1988 in Höxter geborene Josefine Rieks einen rasanten wie klugen Roman geschrieben: Serverland beschreibt eine Zukunft, die sich anfühlt wie die Vergangenheit. Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher sind nur noch Elektroschrott. Einer Gruppe von Jugendlichen gelingt es eine Verbindung zu lange still gelegten Servern herzustellen. In der Laudatio zum Förderpreis heißt es, dass der Roman eine ‹prosaische Laborsituation› sei, in der wir ‹auf der Suche nach unserer Zukunft zu den Anfängen der Menschheit› zurückkehren. ‹Ein spannender, ungewöhnlicher, also sehr lesenswerter Roman.› Karosh Taha, 1987 im Irak geboren und seit 1997 im Ruhrgebiet lebend, erzählt in Beschreibung einer Krabbenwanderung rauschhaft und kraftvoll, dann wieder unbeschwert von einem Leben im Dazwischen. Ihre Protagonistin Sanaa, Anfang zwanzig, kam mit ihrer Familie aus dem Irak nach Deutschland und lebt zwischen Freiheit und Verantwortung, Erinnerung und Zukunft, Mythos und Wirklichkeit. Für den Laudator zum Förderpreis 2018 ist ein ‹reicher und reifer Text entstanden, der die Leserinnen und Leser auf weitere Romane von Karosh Taha hoffen lässt.› Simon Rummel, 1978 in Trier geboren, hat Jazzklavier, Improvisation, Komposition und Freie Kunst studiert. Schwerpunkte seiner künstlerischen Arbeit sind die Themen Mikrotonalität, Skulptur und Klang im Raum sowie die Verbindung von Komponiertem und Improvisiertem.

Der Förderpreis des Landes NRW wird seit 1957 in sieben Sparten an junge Künstler*innen verliehen, die durch Geburt, Wohnsitz oder ihr Schaffen mit dem Land Nordrhein-Westfalen verbunden sind. Mit dem Preisgeld können die ausgezeichneten Künstler*innen besondere Projekte verwirklichen und ihr Werk in der Öffentlichkeit bekannter machen. Das Literaturbüro OWL gibt mit der Veranstaltung Einblick in das Schaffen zweier spannender Autorinnen der jungen Generation und kommt seiner Aufgabe nach, Autor*innen zu fördern. Die Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturamt Paderborn, der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn und dem Theater Paderborn ermöglicht zudem den Dialog zwischen den Künsten und bietet neue Erfahrungshorizonte.

Termin: Freitag, 8. März 2019, 19.30 Uhr
Ort: Theatertreff im Theater Paderborn, Neuer Platz 6, 33098 Paderborn
Eintritt: 10,00 €, ermäßigt 8,00 €
Vorverkauf: Theaterkasse Paderborn (0 52 51-28 81 100 / www.kartenservice-theater-paderborn.de) und Literaturbüro OWL (0 52 31-30 80 210 / www.literaturbuero-owl.de) oder an der Abendkasse


Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold wird seit 1990 von einem gemeinnützigen Verein getragen. Es wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Detmold, dem Landesverband Lippe und dem Kreis Lippe.


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