Dorfgeschichten 2017

‹Hiob› von Joseph Roth
November 2017
‹Im Weißen Ross›, LWL-Freilichtmuseum Detmold, Paderborner Straße / Krummes Haus, 32760 Detmold
Eintritt 15 / 10 €

 

Mit den märchenhaften Worten ‹Vor vielen Jahren lebte ...› beginnt Joseph Roths Roman ‹Hiob›. Poetisch-legendenhaft und ohne Larmoyanz beschreibt er die Lebensgeschichte des jüdisch-orthodoxen Toralehrers Mendel Singer. Nachdem dessen jüngster Sohn als ‹schwachsinniges› Kind zur Welt kommt, die beiden älteren Söhne mit der jüdischen Tradition brechen und zum Militär gehen bzw. das Land verlassen und Tochter Mirjam sich mit Soldaten einlässt, kehrt Mendel Singer dem ostjüdischen Schtetl im zaristischen Vorkriegsrussland den Rücken und wandert mit Frau und Tochter, aber ohne den kranken Sohn in die USA aus. Die Zweifel an Gott, die ihn angesichts sich fortsetzender Schicksalsschläge befallen, stehen sinnbildlich für seine Lebenskrise und die Zeitkrise des osteuropäischen Judentums im 20. Jahrhundert. Der Konflikt zwischen Tradition und Assimilation, Wurzel- und Heimatlosigkeit – all das spiegelt sich in der Familiengeschichte Mendel Singers.

Auch in der Schullesung im Rahmen der Dorfgeschichten geht es um eine jüdische Familie, die ihre Heimat hinter sich lassen muss. Für Klassen der Unter- und Mittelstufe wird aus Judith Kerrs ‹Als Hitler das rosa Kaninchen stahl› gelesen. Bewegend aber auch heiter und vor allem aus der kindlichen Perspektive wird die Flucht von Annas Familie aus Hitler-Deutschland beschrieben.

Die Veranstaltungsdaten sowie der Name des vortragenden Schauspielers werden noch bekannt gegeben.

Förderer und Partner

Die Dorfgeschichten sind eine Veranstaltung des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit dem LWL-Freilichtmuseum Detmold und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Lippe.

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. wird institutionell gefördert vom