ammernschlag - Ein Schreibauftrag an Esther Kinsky

‹[Esther] Kinskys Sprache ist immer auch ein phonetisches Wunder. Kinsky reiht schnalzende Konsonanten und atmende Vokale aneinander, ihre Sätze haben einen Sound, man kann sich ihm ergeben. Kinsky ist im Grunde Musikerin, statt Noten benutzt sie Buchstaben.› (Rheinische Post) 2018 hat das Literaturbüro OWL einen Schreibauftrag an die Sprachkünstlerin vergeben. Im Rahmen des Literatur- und Musikfestes ‹Wege durch das Land› liest die Lyrikerin am 20. Juni 2019 auf Gut Geissel erstmals aus dem entstandenen Werk ‹ammernschlag›. Mit behutsamer Präzision nimmt Esther Kinsky Vogelwelten und Landschaften in den Blick, gewinnt scheinbar Alltäglichem poetische Facetten ab und entlockt ihm immer aufs Neue Geheimnis und Schönheit.


Heute waren es wieder
die reiher die weißen
die im leeren gezweig standen
wie diese vielen wörter für dinge
die hierzulande
noch unbekannt sind

(aus: Esther Kinsky ‹ammernschlag›)

Mit der ‹Lyriksession› wird auf Gut Geissel am 20. Juni ein ganzer Tag der Poesie gewidmet. Neben Esther Kinsky sind Elena Wolff, Volker Braun, Alex Creppec und Matthias Politycki in Einzellesungen, gemeinsam und in der ‹Lyrik im Séparée› zu erleben. Sie sprechen mit starken, individuellen Stimmen und repräsentieren die Bandbreite der zeitgenössischen Lyrik. Das Wortart Ensemble begleitet einige der Gedichtlesungen und ist im Konzert zu erleben. Die künstlerische Leiterin des Literaturbüros OWL, Iris Hennig, gibt eine kurze Einführung zu Esther Kinsky und ihrem Werk.

Esther Kinsky, geboren 1956 in Engelskirchen, lebt in Berlin und in Battonya/Ungarn, nahe der Grenze zu Rumänien und Serbien. Sie ist Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Polnischen, Russischen und Englischen (u. a. Henry D. Thoreau ‹Lob der Wildnis›). 2009 erhielt sie den Paul-Celan-Preis. In dem Essayband ‹Fremdsprechen› (2013) reflektiert sie das Verhältnis von Texten und ihren Übersetzungen. Seit 2010 sind drei Gedichtbände erschienen: ‹die ungerührte schrift des jahrs› (2010), ‹Aufbruch nach Patagonien› (2012) und ‹Naturschutzgebiet› (2013). 2014 veröffentlichte sie den Roman ‹Am Fluß›, der ebenso wie ihr Roman ‹Banatsko› (2011) auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand, und 2015 mit dem deutsch-französischen Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet wurde. 2015 wurde ihr weiterhin der Kranichsteiner Literaturpreis zuerkannt und 2018 wurde sie für ihren Roman ‹Hain› (2018) mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Im Wintersemester 2017/2018 hielt sie die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin. 

Ort Gut Geissel, Jagdweg 215, 33449 Langenberg (Navi: Brockstraße 16, 33397 Rietberg)

Datum und Uhrzeit 20. Juni 2019, 11.30 Uhr

Preis 40 Euro | Studentenkarte 15 Euro

Kartenbestellung und Information Wege durch das Land (05231-30 80 210 / www.wege-durch-das-land.de

 

Eine Kooperation des Literaturbüros OWL mit dem Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land›.

Die Auftragsarbeit ‹ammernschlag› wird anlässlich der Veranstaltung als Eigenpublikation erscheinen und kann im Literaturbüro OWL erworben werden.

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