L’Italia invita!
Literarische Positionen in Europa: Italien

Ein Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm des Literaturbüros OWL sind in diesem Jahr die »Literarischen Positionen in Europa: Italien«. Das Wochenende vom 09. bis zum 11. Oktober steht ganz im Zeichen der italienischen Literatur und ruft in Zeiten der Corona-Pandemie die reiche Kultur des Mittelmeerlandes in Erinnerung. Im Detmolder Sommertheater geben Maike Albath, Davide Enia und Giulia Caminito in Lesungen und Gesprächen Auskunft über die vielfältige, italienische Gegenwartsliteratur und Rolf Becker bringt mit Pier Paolo Pasolinis »Die lange Straße aus Sand« ein Textjuwel zu Gehör. Eine Premiere feiert Etta Scollos Konzertlesung »Voci di Sicilia« zusammen mit Schauspieler Robert Stadlober.

Am Anfang des Wochenendes steht am 09. Oktober ein leuchtendes Porträt der italienischen Literatur nach 1945. In Lesung und Gespräch rückt Maike Albath, eine exzellente Kennerin der italienischen Literatur und Gegenwartskultur, zusammen mit Moderator Jürgen Keimer Italiens Schriftsteller*innen sowie ihr Leben und ihre Bücher in den Fokus. Sie zeigen, dass die italienische Kulturszene der Nachkriegszeit maßgeblich von Verlegerpersönlichkeiten sowie bedeutenden Lektor*innen und Autor*innen geprägt wurde.

Am Samstagnachmittag, 10. Oktober, sind mit Davide Enia und Giulia Caminito zwei spannende Vertreter*innen der italienischen Gegenwartsliteratur zu Gast. Davide Enia erzählt in seinem 2019 erschienenen Roman »Schiffbruch vor Lampedusa« die Geschichte von Menschen, die die Erfahrung der Zerbrechlichkeit der Existenz und den Anblick des Todes miteinander teilen und weitergeben. Sein Buch ist »das Dokument einer tiefen persönlichen, aber auch europäischen Erschütterung« urteilte die FAZ. Giulia Caminitos Roman »Ein Tag wird kommen« (2020) ist eine italienische Familiengeschichte in Zeiten des aufkeimenden Faschismus, ein politischer Roman über Schuld und Anarchie, Widerstand und unverwüstliche Hoffnung – in einer Sprache, so zärtlich-rau wie die Liebe zwischen zwei Brüdern. Im Gespräch mit Jürgen Keimer und den Übersetzer*innen Susanne Van Volxem und Barbara Kleiner stellen die Autor*innen ihre Bücher vor und zeigen, dass sich eine fantasiereiche und intelligente Erzählweise sehr wohl mit einem Anliegen verbinden lässt. Der Sprecher und Schauspieler Thomas Streipert liest die deutschen Übersetzungen.

Am Samstagabend, 10. Oktober, feiert Etta Scollos Konzertlesung »Voci di Sicilia«, die sie zusammen mit ihrem Ensemble und Schauspieler Robert Stadlober auf die Bühne bringt, Premiere in Deutschland. Das Programm zeugt von der unerschöpflichen Vielfalt und Lebendigkeit Siziliens im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Europa und Afrika. Die italienische Sängerin veröffentlicht erstmals eigene Erzählungen, die mit ihren Liedern und mit Texten sizilianischer Dichter*innen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verflochten werden. »Voci di Sicilia« verbindet Literatur und Musik, gesellschaftliche Themen, politische Fragen und die vielfältigen kulturellen Einflüsse, die Sizilien prägen, auf eindrückliche Weise miteinander.

Am Ende der Literarischen Positionen steht am Sonntag, 11. Oktober, ein Klassiker der italienischen Literatur: Pier Paolo Pasolinis »Die lange Straße aus Sand«. Schauspielgröße Rolf Becker lässt den Reisebericht entlang der italienischen Küste in seiner Lesung lebendig werden. Im Sommer 1959 legte Pasolini im Auftrag einer Mailänder Zeitschrift über 3000 Kilometer in einem Fiat Millecento zurück. Der entstandene Text ist das genaue und eigenwillige Dokument einer Zeit zwischen dem Ende der Tradition und der aufziehenden Globalisierung.


Veranstaltungsdetails sind auf der Webseite des Literaturbüros OWL unter www.literaturburo-owl.de zu finden. Karten können online unter www.literaturbuero-owl.de bzw. telefonisch unter 05231-30 80 210 erworben werden und kosten zwischen 14 und 25 Euro.

Pressekontakt

PDF-Download