6. September 2019

Herbst-Winter-Programm des Literaturbüros OWL

Auch in diesem Herbst und Winter macht sich das Literaturbüro OWL wieder auf den Weg durch die Region – mit einem Literaturprogramm, das sich sehen und hören lässt! Ein ganzes Wochenende steht im Zeichen der norwegischen Literatur und Literaturklassiker – gelesen von ‹Stimmen-Päpstin› Mechthild Großmann, Tatort-Schauspieler Daniel Sträßer oder Florian Lukas – erhalten ebenso wie zeitgenössische Autor*innen – unter ihnen Gard Sveen und Juliana Kálnay – eine Bühne. Außerdem zeigt Kinderbuchautorin Andrea Karimé die Möglichkeiten von interkultureller Leseförderung auf und (angehende) Autor*innen erhalten im Rahmen von Weiterbildungsangeboten Einblick in die Welt der Sozialen Medien und des Krimis.

Literarische Veranstaltungen


Den Auftakt zu einem Reigen literarischer Veranstaltungen machen die Literarischen Positionen in ­Europa: Norwegen vom 4. bis zum 6. Oktober in der Alten Schule am Wall in Detmold. In dem skandinavischen Land war die Literatur schon immer ein privilegierter Ort, um gesellschaftliche Tugenden und Umbrüche, nationale Identität und Werte, aber auch bewusste Abweichungen davon zu reflektieren. In Lesungen und Gesprächen werden Literaturnobelpreisträger*innen, wirkungsreiche Bücher aus der jüngeren Vergangenheit und neu zu entdeckende Autor*innen vorgestellt. Nina Lykke, Hanne Ørstavik und Gard Sveen geben Auskunft über die Vielfalt der norwegischen Gegenwarts- und Krimiliteratur. Die Schauspieler*innen Mechthild Großmann, Daniel Sträßer und Nellie Thalbach sind mit den deutschen Übersetzungen sowie Lesungen aus u. a. Knut Hamsuns Hunger oder Sigrid Undsets Frau Marta Oulie zu erleben.

Am 31. Oktober stellt die Schriftstellerin Juliana ­Kálnay im Rahmen der Veranstaltung aufgeschlagen: OWL in Bielefeld ihren zur ‹OWL-Metropole› entstandenen Text Die Stadt ist nicht die Stadt – 80 Feststellungen vor. Der Schreibauftrag des Literaturbüros OWL ist eine, so die aspekte-Literaturpreisträgerin, ‹poetische Verschränkung, eine prosaische, assoziative Annäherung (…), in der Reales und Fantastische ineinanderfließen›. Im zweiten Teil der Veranstaltung liest Schauspielerin Jeanette Hain aus F. C. Delius’ Adenauerplatz, einem Roman über eine westliche Großstadt, die namenlos bleibt und Bielefeld sein könnte.

Einer der schönsten ersten Sätze der Weltliteratur steht am Beginn der diesjährigen Dorfgeschichten: Am 12. und 13. November liest Schauspieler Florian Lukas im LWL-Freilichtmuseum Detmold aus Franz Kafkas Die Verwandlung. Die Erzählung über Gregor Samsa, der eines Morgens zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt aufwacht und schließlich zugrunde geht, fasziniert durch ihren kristallklaren und gleichzeitig rätselhaften Stil.

Am 28. November stellt die Germanistin Luise Berg-Ehlers in einem Vortrag im Detmolder Haus Münsterberg Theodor Fontane – den Wanderer durch Europa vor.


Literaturvermittlung

Mit LiesMal! nimmt das Literaturbüro OWL vom 25. bis 27. September erneut die jungen Leser*innen in den Blick. Andrea Karimé, u. a. mit dem Kinderbuchpreis des Landes NRW 2018 ausgezeichnet, widmet sich dem Thema interkulturelle Leseförderung. In Grundschulen in Herford, Höxter und Detmold liest sie für Schüler*innen der 1. und 2. Klasse aus ihrem Buch Nuri und der Geschichtenteppich und nimmt die Kinder mit in die Lesekultur einer irakischen Flüchtlingsfamilie. Im anschließenden Workshop können eigene Geschichten verfasst und gemeinsam mit der Autorin ein persönlicher Geschichtenteppich erstellt werden. Die Fortbildung am 25. September in Detmold richtet sich an Multiplikator*innen im Literaturbetrieb, die das Potenzial der ­Interkulturalität und Mehrsprachigkeit für die kreative Lese- und Schreibförderung nutzen und ihre eigenen Kompetenzen erweitern möchten. Den Teilnehmer*innen werden Sensibilisierungs- und Wahrnehmungsübungen an die Hand gegeben, die helfen, sich dem Thema der ‹Interkulturellen Leseförderung› praktisch in Unterricht und Spielen zu widmen. In der Familienlesung am 26. September macht Andrea Karimé im Jungen Theater in Detmold die Welt aus ihrem Roman Mondkaninchen für Zuhörende ab 4 Jahren erlebbar. Dabei nimmt sie ihre Zuhörer*innen mit auf eine Reise von Orient zu Okzident und von der Wüste bis zum Mond.


Autor*innenförderung

Mit einem Vortrag zum Thema ‹Autor*innen in den sozialen Medien› am 25. September findet in der Stadtbibliothek Bielefeld die Reihe ‹Orientierung im Literaturbetrieb› ihren Abschluss. Die sozialen Medien können für Autor*innen ein wichtiges Marketinginstrument für ihre Bücher und E-Books sein sowie zur Steigerung ihres Bekanntheitsgrades dienen. Referentin Sandra Wilms spricht über unterschiedliche Netzwerke und gibt mit einem Leitfaden Orientierung und Sicherheit. Im kommenden Jahr steht dann an zwei Wochenenden das Thema ­Krimi im Mittelpunk, denn kein Genre ist in Deutschland erfolgreicher. Mario Giordano bietet vom 20. bis 22. März und vom 15. bis 17. Mai einen zweiteiligen Schreibworkshop für (angehende) Autor*innen an. In Vorträgen, Übungen und durch qualifiziertes Feedback thematisiert er das Genre Krimi, seine verschiedenen Stilarten, Besonderheiten, Tücken und Möglichkeiten.


Detaillierte Informationen zu allen Veranstaltungen sind im Programmheft sowie auf der Webseite des Literaturbüros OWL unter www.literaturburo-owl.de zu finden. Eintrittskarten können ab Montag, 9. September, um 10.00 Uhr telefonisch unter 05231-30 80 210 sowie per E-Mail an karten@literaturbuero-owl.de ­erworben werden; Eintrittskarten kosten zwischen 5 und 25 Euro.

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold wird seit 1990 von einem gemeinnützigen Verein getragen. Es wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Detmold, dem Landesverband Lippe und dem Kreis Lippe.


Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V.

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