Im Rahmen der Reihe »Wörterleuchten« stellt die Autorin Yade Yasemin Önder ihren zweiten Roman »Anti Müller« (Longlist des Deutschen Buchpreises) in Lesung und Gespräch vor. Der Schauspieler Dimitrij Schaad liest dazu aus Thomas Bernhards »Holzfällen«: Textpassagen, die Önders Schreiben inspiriert und begleitet haben.
Mit großer poetischer Präzision seziert Yade Yasemin Önder in »Anti Müller« die Mechanismen moderner Beziehungen. Im Zentrum steht eine Mittdreißigerin, die um Beziehung, Familie, Nähe und Geborgenheit ringt – und um die Frage, wie viel davon eigentlich ihr eigener Wunsch ist. Denn: »Anti Müller« ist kein klassischer Liebesroman, sondern eine schonungslose, groteske Analyse verkrusteter Strukturen und ihrer sanften Vollstrecker, unter deren lackierten Nägeln noch immer der Schmutz des Patriarchats lauert.
Önder führt uns in die Szenerie eines vermeintlich feministischen Kulturbetriebs, der sich längst modern gibt und doch noch immer die Männer die Regie führen lässt. Ihre Erzählerin blickt von außen auf dieses Gefüge – und steckt zugleich tief darin.
Einige Jahrzehnte zuvor sitzt Thomas Bernhards Erzähler in »Holzfällen« auf einem Ohrensessel und beobachtet ein künstlerisches Abendessen der Wiener Gesellschaft. Um ihn herum: die feine Welt der Kunst, ihre Eitelkeiten, ihre Rituale. Doch unter der Oberfläche gärt es. Der Erzähler spürt Ablehnung, Spott und Unbehagen – und richtet seine ganze sprachliche Wucht gegen jene Gesellschaft, deren Teil er selbst ist. Nicht umsonst trägt der Roman den Untertitel »Eine Erregung«. Der Schauspieler Dimitrij Schaad holt diesen erregten Bernhard auf die Bühne. In ausgewählten Passagen aus »Holzfällen« begegnet uns eine Stimme, die sich in Rage redet, die übertreibt, wiederholt, seziert und sich dabei immer weiter in das eigene Beobachten verstrickt.
So treffen zwei Perspektiven aufeinander, die Jahrzehnte trennen und sich doch erstaunlich nahekommen: Bernhards wütend-übersteigerte Abrechnung mit der Wiener Kunstgesellschaft und Önders zeitgenössischer, feministischer Blick auf einen Kulturbetrieb, der seine alten Machtverhältnisse noch immer mit sich trägt.
Karten können hier über die Webseite erworben werden sowie in der Detmolder Buchhandlung Kafka & Co, Krumme Str. 8, 32756 Detmold.
Yade Yasemin Önder studierte (nach dem Abitur auf zweitem Bildungsweg) Literatur- und Erziehungswissenschaften an der HU Berlin, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr erstes Theaterstück »Kartonage« wurde zu den Autorentheatertagen 2017 eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 war sie Gewinnerin des open mike in der Kategorie Prosa, 2019 Preisträgerin des Martha-Saalfeld-Förderpreises, 2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats und eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt. 2021 ist sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya Istanbul. Im März 2022 erschien ihr Romandebüt »Wir wissen, wir könnten und fallen synchron«.
Dimitrij Schaad wurde 1985 in Kasachstan geboren und kam 1993 mit seiner Familie nach Deutschland. Nach seiner Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, feierte er erste Erfolge am Schauspielhaus Bochum und war danach von 2013–2019 stilprägendes Ensemble-Mitglied des Maxim-Gorki-Theaters, das in dieser Zeit zwei Mal zum Theater des Jahres gewählt wurde. Schaad selbst wurde Nachwuchsschauspieler des Jahres.
2023 erhielt er den Ulrich-Wildgruber-Preis sowie den Deutschen Schauspielerpreis. Seit seiner Kino-Hauptrolle in der Bestseller-Verfilmung »Die Känguru-Chroniken« widmete er sich verstärkt seiner Arbeit vor der Kamera. 2022 folgte mit »Die Känguru Verschwörung« der zweite Teil der Reihe sowie mit »Killing Eve« und der männlichen Hauptrolle in der Netflix-Hitserie »Kleo« auch internationaler Erfolg.
Darüber hinaus ist Schaad auch Autor. In Co-Autorenschaft mit der Regisseurin Yael Ronen verfasste er mehrere Stücke, die u. a. Bei den Mülheimer Theatertagen, beim Berliner Theatertreffen und als bestes deutschsprachiges Stück des Jahres prämiert und in mehreren Ländern nachgespielt wurden. Mit seinem Bruder, dem Regisseur Alex Schaad, schreibt er Filme und Serien. Ihre Kurzfilme gewannen zwei Max-Ophüls-Preise, den Grimmepreis und 2016 in Los Angeles einen Studenten-Oscar in Gold. Ihr Langfilm-Debüt »Aus meiner Haut« hatte auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere und wurde dort mit dem Queer Lion Award, auf dem Filmfest Hamburg mit dem großen Produzentenpreis als beste deutsche Kinoproduktion und beim Bayerischen Filmpreis als bestes Drehbuch Nachwuchs ausgezeichnet.
Mit »The Silence« ist Schaad nun zum ersten Mal in der Schaubühne zu sehen, für seine Darstellung u. a. als »Schauspieler des Jahres« 2024 (Theater heute) ausgezeichnet.
Im Dezember wird es äußerst kriminalistisch im Forum für Natur und Kunst der Staff Stiftung: Pierre Langrange aka Sven Koch stellt seinen neuen Krimi »Madame Mort und der tote Onkel« vor.
In dieser ebenso ungewöhnlichen wie auch hochgradig spannenden Kriminalstory – gewissermaßen ein Spin-Off seiner Bestseller-Reihe um Ex-Commissaire Albin Leclerc, der mit seinem Mops Tyson in der Provence ermittelt – lässt Pierre Lagrange seine Protagonistin Dr. Berthe Saunier in ihren ersten Fall stolpern.
Eigentlich hatte sich Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier auf ein ruhiges Wochenende in ihrem gemütlichen Zuhause gefreut – fernab des trubeligen Nîmes, wo sie sonst mit den Fällen von Albin Leclerc zu tun hat. In ihrem beschaulichen Wohnort St. Pierre wollte sie ihren Bauerngarten pflegen und entspannen. Doch daraus wird nichts, denn die Nachbarin bekommt ein Kind, und Berthe wird ungeplant zur Geburtshelferin. Dabei erfährt sie, dass der Onkel ihres liebsten Gemüsehändlers verschwunden ist. Genauer gesagt: Seine Leiche wurde beim Bestatter gestohlen. Die Pathologin wird stutzig. Wer klaut denn eine Leiche? Hals über Kopf stolpert Berthe in einen haarsträubenden Fall …
Der Eintritt ist Dank einer Förderung der Staff Stiftung frei. Die kostenlosen Karten können ab dem 04. November 2026 sowohl über diese Webseite als auch über das Forum für Natur und Kunst reserviert werden.
Pierre Lagrange ist das Pseudonym des Krimiautors und Journalisten Sven Koch. Dieser hat eine Katze, denn Katzen benötigt man seiner Ansicht nach dringend als Autor, und das Schreiben ist immer schon sein Ding gewesen. Seine erste eigene Schülerzeitung hat er in der 6. Klasse auf den Markt geworfen. Aus der gleichen Zeit dürfte die erste Kurzgeschichte datieren. Das Schreiben machte er zum Beruf und wurde Redakteur bei der Lippischen Landes-Zeitung.
Neben dem journalistischen Schreiben fließen vor allem Kriminalromane aus Sven Kochs Feder. Bekannt wurde er unter anderem mit den »Dünen«-Krimis, die an der ostfriesischen Nordseeküste spielen. Unter dem Pseudonym Pierre Lagrange schreibt er die erfolgreiche Provence-Krimireihe um den pensionierten Commissaire Albin Leclerc, der gemeinsam mit seinem Mops Tyson in der Provence ermittelt. Die neuen Madame-Mort-Krimis sind gewissermaßen ein Spin-off der Albin-Leclerc-Reihe. Seit 2021 gibt es zudem eine Serie um den gefallenen LKA-Ermittler Nick Beck. Sie spielt im Norden von Hamburg.
Im Rahmen der Paderborner BookTok Weeks ist die SPIEGEL-Bestsellerautorin und Influencerin Inka Lindberg zu Gast in der Zentralbibliothek Paderborn. Sie liest aus ihrem neuen Roman »Ever since she kissed me«, einer queeren New-Adult-Romance über Freundschaft, zweite Chancen und den Mut, sich selbst zu wählen.
Im Mittelpunkt steht Lola, die sich ganz der Pflege ihres demenzkranken Vaters widmet – bis ihre beste Freundin von früher nach sieben Jahren plötzlich wieder in ihr Leben tritt. Alte Gefühle und neue Herausforderungen bringen Lola dazu, sich zu fragen, was sie selbst eigentlich vom Leben und von der Liebe will. Eine berührende Friends-to-Lovers- und Second-Chance-Romance für junge Erwachsene und alle, die Geschichten über Liebe, Selbstfindung und zweite Chancen lieben.
Inka Lindberg (*1993) ist eine deutsche Autorin, Moderatorin und Web-Video-Produzentin aus Köln. Sie studierte Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft und wurde zunächst vor allem durch ihre Social-Media-Aktivitäten unter dem Namen »einfach inka« bekannt. Dort beschäftigt sie sich unter anderem mit Liebe, Dating, Sex Education, queeren Themen, Mental Health und gesellschaftlichen Fragen.
Als Autorin schreibt Lindberg vor allem New-Adult- und Romance-Romane mit queeren Perspektiven. Sie ist außerdem im BookTok-Umfeld aktiv.
Der Eintritt ist kostenlos, jedoch wird um eine vorherige Anmeldung über den Veranstaltungskalender der Stadtbibliothek Paderborn gebeten. // Die BookTok Weeks sind Kooperationsveranstaltungen mit der federführenden Stadtbibliothek Paderborn und dem C3PB (Chaos Computer Club).
Das gesamte Programm der BookTok Weeks:
In den Herbstferien dreht sich alles um Young Adult, Bücher und BookTok. Gemeinsam lesen und entdecken wir neue Geschichten, gestalten BookNooks und Lesejournals, entwickeln eigene Charaktere und Geschichten und probieren uns mit der Creatorin @endlessbookworld im Erstellen von BookToks aus. Zum Abschluss freuen wir uns auf eine spannende Lesung mit der BookTok-Autorin Inka Lindberg.
📅 19.10.2026, 15-17 Uhr Auftakt: bring dein Lieblingsbuch mit 📅 20.10.2026, 13–16 Uhr Workshop: Videos drehen mit Mallak von @endlessbookworld 📅 22.10.2026, 13–16 Uhr Workshop: Character Design und KI-Schreibwerkstatt mit August Klar 📅 29.10.2026, 12–16 Uhr Workshop: Booknooks und Lesejournals gestalten 📅 30.10.2026, 19–21 Uhr Lesung mit Inka Lindberg
Der Schauspieler Hans-Werner Meyer liest aus dem Roman »Who the Fuck Is Kafka« (erschienen 2015) von Lizzie Doron.
Was passiert, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, deren Lebensgeschichten kaum unterschiedlicher sein könnten – und dennoch verbindet diese zwei Menschen viel miteinander.
In ihrem Doku-Roman »Who the Fuck Is Kafka« erzählt die israelisch-jüdische Schriftstellerin Lizzie Doron von ihrer Freundschaft mit Nadim, einem palästinensisch-muslimischen Mann. Sie begegnen sich auf einer Friedenkonferenz in Rom. Sie hat in ihrem persönlichen Gepäck den Holocaust, er die Geschichte von Vertreibung und Diskriminierung seit dem 1948er-Krieg. Und dennoch entsteht zwischen Alltag und Geschichte, persönlicher Nähe und politischen Grenzen ein vielschichtiges Porträt zweier Menschen, die einander zuhören – und dabei ihre eigenen Vorstellungen von der Welt hinterfragen. Sie wird die Geschichte seiner Familie aufschreiben und er die ihre verfilmen. Ein oft quälender Prozess des ständigen Auf und Ab beginnt, der tiefe Einblicke in das israelisch-palästinensische Dilemma eröffnet.
Mit Wärme, Humor und großer Offenheit begegnet Lizzie Doron den Fragen nach Herkunft, Identität, Erinnerung und den persönlichen Geschichten hinter einem politischen Konflikt.
Hans-Werner Meyer gehört zu den vielseitigsten deutschen Film- und Fernsehschauspielern. Einem breiten Publikum ist er als Kriminalhauptkommissar Oliver Radek aus der ZDF-Krimiserie »Letzte Spur Berlin« bekannt, den er von 2012 bis 2024 über zwölf Jahre hinweg spielte. Seine Filmkarriere begann mit »Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen«. Es folgten zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen, darunter »Marlene«, »Der Baader Meinhof Komplex«, »Adieu Paris« und »Wir sind das Volk«. Auch in bekannten Fernsehformaten wie »Tatort«, »Ein starkes Team« und »Der Bergdoktor« war Hans-Werner Meyer zu sehen. Neben Film und Fernsehen ist er weiterhin auf der Bühne aktiv und arbeitet als (preisgekrönter) Hörbuchsprecher.
Der Schauspieler Hans-Werner Meyer liest aus dem Roman »Who the Fuck Is Kafka« (erschienen 2015) von Lizzie Doron.
Was passiert, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, deren Lebensgeschichten kaum unterschiedlicher sein könnten – und dennoch verbindet diese zwei Menschen viel miteinander.
In ihrem Doku-Roman »Who the Fuck Is Kafka« erzählt die israelisch-jüdische Schriftstellerin Lizzie Doron von ihrer Freundschaft mit Nadim, einem palästinensisch-muslimischen Mann. Sie begegnen sich auf einer Friedenkonferenz in Rom. Sie hat in ihrem persönlichen Gepäck den Holocaust, er die Geschichte von Vertreibung und Diskriminierung seit dem 1948er-Krieg. Und dennoch entsteht zwischen Alltag und Geschichte, persönlicher Nähe und politischen Grenzen ein vielschichtiges Porträt zweier Menschen, die einander zuhören – und dabei ihre eigenen Vorstellungen von der Welt hinterfragen. Sie wird die Geschichte seiner Familie aufschreiben und er die ihre verfilmen. Ein oft quälender Prozess des ständigen Auf und Ab beginnt, der tiefe Einblicke in das israelisch-palästinensische Dilemma eröffnet.
Mit Wärme, Humor und großer Offenheit begegnet Lizzie Doron den Fragen nach Herkunft, Identität, Erinnerung und den persönlichen Geschichten hinter einem politischen Konflikt.
Hans-Werner Meyer gehört zu den vielseitigsten deutschen Film- und Fernsehschauspielern. Einem breiten Publikum ist er als Kriminalhauptkommissar Oliver Radek aus der ZDF-Krimiserie »Letzte Spur Berlin« bekannt, den er von 2012 bis 2024 über zwölf Jahre hinweg spielte. Seine Filmkarriere begann mit »Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen«. Es folgten zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen, darunter »Marlene«, »Der Baader Meinhof Komplex«, »Adieu Paris« und »Wir sind das Volk«. Auch in bekannten Fernsehformaten wie »Tatort«, »Ein starkes Team« und »Der Bergdoktor« war Hans-Werner Meyer zu sehen. Neben Film und Fernsehen ist er weiterhin auf der Bühne aktiv und arbeitet als (preisgekrönter) Hörbuchsprecher.
Die Herausgeber*innen Rahel Behnisch und Evgenija Kosov stellen im gwlb den Sammelband »on the edges of love« vor, der erstmalig eine große Auswahl queerer Liebestexte aus der Poetry-Slam-Szene versammelt.
»On the edges of love« ist eine Anthologie mit 53 Texten über queere Liebe, ohne dass die politische Dimension dahinter im Fokus steht – also Geschichten über Liebe der Liebe willen. Ein Buch, das die Liebesgeschichten erzählt, für die wir kämpfen.
Rahel Behnisch, geboren 2000, studiert Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte und freut sich immer, wenn jemand mit ihr über Bücher, Feminismus oder feministische Bücher reden möchte. In ihrer Freizeit streift sie am liebsten melancholischen Indie-Pop hörend durch Bibliotheken und arbeitet neben dem Studium in einer kleinen Würzburger Buchhandlung. Außerdem moderiert sie Kulturveranstaltungen, gibt Lyrik-Workshops und tritt sei 2015 bei Poetry Slams auf. 2025 wurde sie mit dem Kulturförderpreis der Stadt Würzburg ausgezeichnet.
Seit nunmehr zehn Jahren bereichert Evgenija Kosov Poetry-Slam und Literaturbühnen des gesamten deutschsprachigen Raums. Mit 13 Jahren wurde ihre Begeisterung für die Bühnenpoesie in einer AG in der Schule entfacht, seitdem nutzt sie jede Gelegenheit, um ihre Kunst zu präsentieren. Neben ihrer Tätigkeit als Slam-Poetin veranstaltet und moderiert sie verschiedene Events in ganz NRW. Mit ihrer Wortkunst wurde sie 2022 Viertplatzierte bei der NRW-Meister*innenschaft und stand im Halbfinale (2022) und Team-Finale (2023) der deutschsprachigen Meister*innenschaften im Poetry Slam.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem AStA der Uni Paderborn und findet statt im Rahmen von lila lettern – literatur aus westfalen des Netzwerks literaturland westfalen, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Die zwischen/miete NRW holt literarische Leichtigkeit in Bielefelds gemütliche Wohnzimmer: die Autorin Helene Bukowski ist zu Gast in einer WG, um aus ihrem aktuellen Roman »Wer möchte nicht im Leben bleiben« (nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026) zu lesen und über diesen zu plaudern.
Mit ihrem Roman erzählt Helene Bukowski eine berührende Geschichte über Begabung, Einsamkeit und den Preis, den ein Leben unter großem Erwartungsdruck fordern kann. Ausgangspunkt ist das Schicksal einer jungen Pianistin, die sich 1985 in der DDR das Leben nimmt. Jahrzehnte später begibt sich die Erzählerin auf eine behutsame literarische Spurensuche und rekonstruiert aus Briefen, Erinnerungen und Dokumenten ein Leben zwischen künstlerischer Leidenschaft, familiären Erwartungen und den Zwängen eines politischen Systems.
Mit großer sprachlicher Präzision und Empathie verbindet Helene Bukowski historische Recherche mit literarischer Imagination. So entsteht das eindringliche Porträt einer jungen Frau und zugleich eine Reflexion über Erinnerung, Selbstbestimmung und die Frage, wie Geschichten erzählt werden können, deren Ende bereits feststeht.
»Bukowskis Sprache hat eine geradezu magische Schönheit« Deutschlandfunk
Die Lesung findet in einer Bielefelder WG Nähe der Innenstadt statt. Die Adresse wird nach Kartenkauf per Mail bekannt gegeben. Die Karten kosten 5 Euro (inkl. Begrüßungsgetränk vor Ort) und können hier erworben werden.
Helene Bukowski, geboren 1993 in Berlin, studierte am Literaturinstitut Hildesheim. 2019 erschien ihr Debütroman »Milchzähne«, der für das Kino adaptiert wurde. 2022 folgte »Die Kriegerin«. Ihre Bücher wurden vielfach besprochen und in mehrere Sprachen übersetzt. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin wieder in ihrer Geburtsstadt und der Niederlausitz.
Die Drogenberatung Bielefeld lädt gemeinsam mit pro familia und dem Literaturbüro OWL zu einer Lesung mit der Autorin Helena Barop ein, die ihr neues Buch »Mythen, Macht und Muttermund« zur Geschichte der Geburt vorstellt.
Darin beleuchtet sie eindrücklich, wie sich Vorstellungen, Praktiken und Machtverhältnisse rund um Schwangerschaft und Geburt im Laufe der Zeit verändert haben. Das Buch verbindet medizinische, soziale und politische Perspektiven und zeigt, wie eng Fragen von Selbstbestimmung, Geschlecht und Gesellschaft miteinander verknüpft sind. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zu einem Gespräch mit der Autorin.
Ein erstaunlicher und höchst aufschlussreicher Streifzug durch die Geschichte der Geburt. (freundin)
Helena Barop, geboren 1986, studierte in Freiburg und Rom Geschichte und Philosophie. Ihre Doktorarbeit »Mohnblumenkriege. Die globale Drogenpolitik der USA, 1950-1979« hat viel Beachtung in den Medien gefunden und wurde mit gleich drei renommierten Preisen ausgezeichnet: Mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung (2. Platz Geistes- und Kulturwissenschaften), dem Gerhard-Ritter-Preis der Universität Freiburg und dem Preis der AG Internationale Geschichte im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Mit »Der große Rausch« erschien 2023 ihr erstes Sachbuch. Es wurde als bestes Wissenschaftsbuch des Jahres 2024 nominiert und auf den 2. Platz gewählt. Helena Barop lebt in Freiburg und arbeitet seit 2021 als freie Autorin.
Im Rahmen der Reihe »Wörterleuchten« stellt der Bestsellerautor Wladimir Kaminer seinen aktuellen Roman »Das geheime Leben der Deutschen« vor und berichtet mit liebevollem, ironischem Blick von seinen Reisen durch die Republik, kuriosen Festen und erstaunlichen Traditionen vor unserer Haustür.
Wenn Deutsche das Besondere und Exotische suchen, dann reisen sie in ferne Länder. Dabei müssten sie nur über den Zaun schauen, nur um die Ecke biegen, und schon würden sie die unglaublichsten Entdeckungen machen. Denn mitten in Deutschland findet man flüssiges Gold, kann sich in seltsame Tänze einreihen oder einer Krönung beiwohnen. Es ist erstaunlich, welch geheime Welt ans Licht kommt, wenn man sich den Deutschen mit so liebevoller Geduld und freundlicher Neugier nähert, wie Wladimir Kaminer es tut. Seine Geschichten über das geheime Leben der Deutschen öffnen die Augen für gänzlich unbekannte Seiten von Land und Leuten.
Die humorvolle Lesung wird von dem Gitarristen Ozan Coşkun mit klassischer Gitarre und elektronischen Sounds begleitet.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kulturreferat für russlanddeutsche Kulturgeschichte statt und wird u. a. gefördert durch das Bundesministerium des Innern auf Beschluss des Deutschen Bundestages.
Im Rahmen des »Tags des offenen Denkmals« liest der Schauspieler Stephan Szász aus Erinnerungen von und an Oscar Münsterberg.
Das Haus Münsterberg, Sitz des Literaturbüros OWL und des Literatur- und Musikfestivals »Wege durch das Land« wurde nach dem Kunstsammler und Mäzen, Kaufmann und Wissenschaftler Oscar Münsterberg benannt. Oscar Münsterberg, 1865 in Danzig als Sohn jüdischer Eltern geboren und als junger Erwachsener zum Christentum konvertiert, kam 1886 als Direktor der Klingenbergschen Fabrik nach Detmold. Im selben Jahr erwarb er die Villa und wohnte hier, bis er Detmold 1896 wieder verließ und mit seiner Familie in Berlin lebte.
Die Enkeltochter von Oscar Münsterberg, Marjorie Münsterberg, überließ dem Literaturbüro OWL einen kleinen Schatz: Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Fotos ihrer Familie. Diese sehr persönlichen Dokumente ermöglichen eine Annäherung an den Namenspatron des Hauses Münsterberg, der in Detmold wohl »etwas paschahaft auftrat … aber ein freundlicher Herr war.«
Von Briefen an den kleinen 6-jährigen Oscar, über die Hochzeitsrede zur Trauung von Oscar und seiner Frau Helen, den Erinnerungen seines Sohnes Hugo bis zur Todesanzeige spannt sich der Erinnerungsbogen. Ergänzend zur Lesung von Stephan Szász werden Fotos gezeigt.
Der Eintritt zur Lesung ist frei. Es wird jedoch um eine Anmeldung gebeten. Die kostenlosen Karten können ab dem 10. August über das Anmeldeformular des »Tags des offenen Denkmals« reserviert werden. (https://pretix.eu/stadtdetmold/Muenster-Lesung/)
Das Haus Münsterberg ist zum »Tag des offenen Denkmals« von 12:00 Uhr bis 15 Uhr geöffnet. Um 12:30 Uhr und um 14 Uhr stellt Marlen Dettmer die Geschichte des Hauses Münsterberg mit einer Präsentation vor.
Welche Veranstaltung passt wie die berühmte Faust aufs Auge zu einem Veranstaltungsort wie dem Forum für Natur und Kunst der Staff Stiftung? Ein Best of Poetry Slam zum Thema Natur.
Die renommierten Poetry Slammer*innen Luise Wolff (amtierende NRW-Meisterin im Poetry Slam), Jan Cönig (Hessen-Meister im Poetry Slam) und Yannick Steinkellner (Landesmeister im Poetry Slam Steiermark und Kärnten) werden mit ihren dynamischen Texten die Bühne rocken. Die vielfältig preisgekrönten Autor*innen lesen aus ihrem Repertoire.
Das wird hochgradig spannend, inspirierend und vor allem auf beste Weise literarisch.
Im Rahmen der Reihe »Wörterleuchten« stellt der Schauspieler und Schriftsteller Edgar Selge sein neues Buch »Juras letzter Winter« (Erscheinungsdatum: 04.09.2026) in Lesung und Gespräch vor.
»Es ist ganz gleich, wo wir beginnen, uns im Vertrauen zu üben: mit uns oder mit anderen. Nur anfangen müssen wir.« Jura Rjabinkin ist sechzehn Jahre alt, als er während der Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht verhungert. Er hat ein Tagebuch hinterlassen, das der Erzähler dieses Romans immer wieder liest, sodass er bald glaubt, den Jungen zu kennen. Jura wird zur Romanfigur, wie der Erzähler auch. Ihre Begegnung beginnt vorsichtig und wird im Laufe der Geschichte immer enger. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Austausch über Jugend, Träume, Literatur, Mütter, Gewalt, Fremdheit und Nähe, und sie geben einander ihre persönlichsten Geschichten preis.
Edgar Selge setzt dem jungen Menschen, der brutal von den Nazis ermordet wurde, ein Denkmal und lässt ihn an diesem Abend lebendig werden.
»Edgar Selge hat sein Publikum immer erreicht und berührt, als Theaterschauspieler, als Fernsehkommissar, mit 73 jetzt auch als Schriftsteller.« (Süddeutsche Zeitung)
Edgar Selge, 1948 geboren, wuchs er im ostwestfälischen Herford auf. 1975 schloss er seine Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München ab. Zuvor studierte er Philosophie und Germanistik in München und Dublin sowie klassisches Klavier in Wien. Er gehört zu den bedeutendsten Charakterdarstellern Deutschlands und wurde für seine Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2021 debütierte er als Schriftsteller mit «Hast du uns endlich gefunden». Das Buch
stand wochenlang auf den Top Ten der Bestsellerliste und wurde von Presse und Publikum hymnisch gefeiert. Es wurde mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda sowie dem Bayern-2-Publikumspreis ausgezeichnet.