Diese Veranstaltung tanzt aus der Reihe: Gemeinsam mit dem Literatur- und Musikfestival »Wege durch das Land« und den Künstler*innen Saša Stanišić, Friederike Becht und Aylin Celik führen uns die Wege zu den Reden dieser Bühnen.
»Mal einfach auch jemandem zuhören, der nicht du selbst ist«, so heißt es in Saša Stanišićs aktuellem Buch »Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird. Eine Ermutigung.«. Wir folgen diesen Worten. Kein Roman, keine Novelle. Nein, es sind auch keine Erzählungen. Aber Reden! Und was für Reden! Reden aus der Feder von Saša Stanišić. Reden gegen das Nichtstun. Reden zu verschiedensten Anlässen und Auszeichnungen. Gehaltene und ungehaltene. Und eine wartet sogar noch auf ihren großen Auftritt: Eine Rede, die er irgendwann einmal gerne in Graz halten würde, handelt von einem Anruf des Schriftstellers Thomas Bernhard, der mit ihm in einem alten Peugeot 404 zu einer Weinverkostung lebender und toter österreichischer Autor:innen fährt und unterwegs den Kopf in den Fahrtwind hält »wie ein gutaussehender Hund.«
Wir erinnern uns: Wenn Thomas Bernhard sich öffentlich äußerte, Reden schwang, Interviews gab, was er nebenbei nur äußerst ungern tat, dann drängte sich der Eindruck auf, er verhalte sich genauso wie die Hauptpersonen in seinen Romanen und Theaterstücken: Da wird die Welt kurzerhand zu einem inszenierten Skandal! Ein Spiel mit dem Publikum. Die »Nichtwisser« und »Nichtkönner« dieser Welt werden gerne mal der heiteren Lächerlichkeit preisgegeben. Aber gleichzeitig präsentierte er auch seine Vorlieben und Sympathien. Die wichtigsten journalistischen Arbeiten, Leserbriefe, öffentliche Erklärungen und Interviews des Schriftstellers enthält der Band »Der Wahrheit auf der Spur«, aus dem die Schauspielerin Friederike Becht lesen wird und uns damit den »öffentlichen Thomas Bernhard« auf die Bühne holen wird. Die Musikerin Aylin Celik begleitet den Abend mit dynamischen und zarten elektronischen Sounds, kommentiert und umwebt die gehaltenen und ungehaltenen Reden dieses Abends.
Karten sind ab dem 18. April hier erhältlich (über unseren Kooperationspartner »Wege durch das Land«).
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Saša Stanišić erhielt u.a. den Preis der Leipziger Buchmesse für »Vor dem Fest« und zuletzt für »Herkunft« den Deutschen Buchpreis 2019 sowie den Eichendorff-Literaturpreis und den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Er lebt und arbeitet in Hamburg.
Friederike Becht studierte Schauspiel an der Universität der Künste Berlin und wurde für ihre Schaffen bereits mehrfach ausgezeichnet: Zuletzt als Beste Schauspielerin beim Deutschen Fernsehpreis 2022, zudem ist sie Ulrich-Wildgruber-Preisträgerin 2015 und erhielt 2014 den Bochumer Theaterpreis in der Kategorie »Nachwuchs«.
Ihre Karriere begann an diversen Theatern in Hamburg, Zürich, Berlin, Freiburg und Bochum. Seit 2006 steht Friederike Becht auch regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. 2008 erhielt sie als Angela Berg eine Nebenrolle in der deutsch-amerikanischen Koproduktion »Der Vorleser«. Im Jahr darauf stellte sie an der Seite von »Matthias Schweighöfer« in der Fernsehbiografie »Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki« Gerda Reich dar. 2011 spielte sie in dem Spielfilm »Westwind« ihre erste Hauptrolle auf der großen Leinwand. Im Kinofilm »Hannah Arendt« teilte Becht 2012 als junge »Hannah Arendt« die Rolle mit der Hauptdarstellerin »Barbara Sukowa«, in der TV-Großproduktion »Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte« ergänzte sie 2013 Iris Berben als junge Cosima Wagner. In der ARD-Filmbiografie über Käthe Kruse war sie 2015 in der Titelrolle zu sehen. 2020 spielte sie in der ARD-Produktion »Ökozid« die Hauptrolle der Rechtsanwältin Larissa Meybach. 2022 war sie mit Felix Klare in der preisgekrönten TV-Serie »Schneller als die Angst« zu erleben. Im selben Jahr spielte sie neben Nina Gummich im ZDF-Fernsehdrama »So laut du kannst« die Hauptrolle der jungen Physiotherapeutin Kim Krawitz, deren beste Freundin in einem Luxushotel vergewaltigt wird, nachdem man ihr K.-o.-Tropfen verabreichte. Anfang 2023 ist sie im Fernsehkrimi »Spreewaldkrimi: Die siebte Person« in der Rolle einer Patientin einer Psychiatrischen Klinik, die an einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, zu sehen.
Aylin Celik ist Musikerin, Produzentin, Moderatorin und Autorin aus Düsseldorf und präsentiert zum ersten Mal ihr Debüt Album »Twentysomething«. 2020 veröffentlichte Sie ihre erste selbstproduzierte EP »Avoid« , jetzt ist es endlich Zeit für das erste Album, durch die Unterstützung der Bandprofessionalisierungsförderung der Stadt Düsseldorf. Zwischen Einflüssen von Pop, Uk Garage, R‘n‘b und englischen Lyrics, beschreibt Aylin Celik ihre Welt der Struggles, das Leben in den Zwanzigern, zwischen Liebe, Herkunft, alltäglichen Banalitäten und der Frage nach Zugehörigkeit, mit einem Wink zur Nostalgie.
Bevor es beim Mondscheinkino in Steinhagen so richtig dunkel wird und der Film über die Leinwand flimmert, stimmt ein literarisches Vorprogramm auf den Film ein.
Die Film- und Textauswahl stehen aktuell noch nicht fest. Daher schauen Sie doch demnächst mal wieder hier vorbei – sobald es Neuigkeiten gibt, sind die hier zu finden!
Der Schriftsteller Daniel Schreiber stellt sein Buch »Liebe! Ein Aufruf« in der Stadtbibliothek Bielefeld in Lesung und Gespräch vor.
Der Essay »Liebe! Ein Aufruf« ist ein persönlicher Aufruf des Bestsellerautors Daniel Schreiber zum aktiven Widerstand gegen eine Kultur des Hasses.Ohnmacht ist zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden. Eine Rhetorik des Hasses und der Menschenverachtung hat den politischen Diskurs gekapert. Unser Zusammenleben ist wieder von mehr Gewalt geprägt. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen vom Glauben an politisches Handeln verabschieden und ins Private zurückziehen. Dabei wissen wir genau, dass es gerade jetzt auf aktiven Widerstand ankommt, auf gemeinschaftliches Handeln. Doch wie kann es gelingen, zu einer politischen Haltung zu finden, die dem sich ausbreitenden Klima des Hasses etwas entgegenzusetzen vermag?
In seinem neuen Buch zeigt Daniel Schreiber einen radikalen Weg auf: Die Rückbesinnung auf eine Idee der Liebe als politische Kraft. Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele zeigt er, dass diese Vorstellung die größten politischen Revolutionen angestoßen hat. Ein Buch über Widerstand und Trost – und das Wiederfinden einer eigenen politischen Stimme.
»Ich möchte zu einer Politik der Versöhnung aufrufen. Anders können wir als Gesellschaft nicht bestehen. Ich möchte dazu aufrufen, leidenschaftlich für Gemeinsinn zu kämpfen, für Verbundenheit, und ja, unbedingt, für eine Politik der Liebe.«
Daniel Schreiber, geboren 1977, ist Schriftsteller. Mit seinen Texten hat er eine neue Form des literarischen Essays geprägt. Seine Bücher – »Nüchtern« (2014), »Zuhause« (2017), »Allein« (2021) und »Die Zeit der Verluste« (2023) – wurden vom Feuilleton begeistert aufgenommen und standen teils monatelang auf der SPIEGEL-Bestseller und Sachbuch-Bestenliste.
Im Rahmen der Reihe »Wörterleuchten« ist die Autorin Elisabeth Sandmann mit ihrem Roman »Wir dachten, das Leben kommt noch« in der Buchhandlung Kafka & Co. zu Gast.
Elisabeth Sandmann hat einen Roman geschrieben, der den Bogen vom zweiten Weltkrieg bis in die 1990er Jahre spannt und Mut und Widerstand, Emanzipation und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte thematisiert.
Der Roman besiert auf der wahren Geschichte von Churchills Geheimagentinnen der Special Operation Executive (SOE), die im Kampf gegen Nazideutschland erstmals in feindlichem Gebiet eingesetzt wurden. Elisabeth Sandmann erzählt auf zwei Zeitebenen: 1988 erhält die BBC‑Moderatorin Gwen den Auftrag, ein Buch über die mutigen Frauen der geheimen Spezialeinheit SOE zu schreiben – Frauen, deren gefährliche Einsätze im besetzten Frankreich kaum je erzählt wurden. Parallel dazu entfaltet sich die Geschichte von Pat in den 1940er Jahren, einer ehemaligen Agentin für die britische Special Operations Executive, die damals als Funkerin, Saboteurin und Spionin hinter feindlichen Linien kämpfte – und jahrzehntelang geschwiegen hat.
Elisabeth Sandmann verknüpft dabei historische Ereignisse mit den persönlichen Schicksalen der Frauen: Wie weit muss man im Widerstand gehen? Welche persönlichen Opfer bringen diese Frauen – oft ohne Ruhm, Anerkennung oder gar das eigene Zuhause?
Karten können Sie über die Webseite (siehe unten) oder vor Ort in der Buchhandlung Kafka & Co. erwerben.
Elisabeth Sandmann ist Verlegerin, Autorin und promovierte Literaturwissenschaftlerin. 2004 gründete sie den Elisabeth Sandmann Verlag in München. Dort entwickelte sie ein unverwechselbares Programm mit besonderem Fokus auf hochwertige Bildbände und Bücher über außergewöhnliche Frauenbiografien. Ihr verlegerisches Anliegen ist es, vergessene oder zu wenig beachtete Lebensgeschichten sichtbar zu machen und Frauen eine Stimme zu geben.
Neben ihrer Tätigkeit als Verlegerin ist Elisabeth Sandmann auch als Autorin hervorgetreten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit historischen Stoffen und weiblichen Lebenswelten. Ihr belletristisches Debüt »Porträt auf grüner Wandfarbe«, ein vielschichtiger Generationenroman, in dem starke Frauenfiguren und historische Zusammenhänge im Mittelpunkt stehen, wurde zum Spiegel Bestseller. 2025 erschien »Wir dachten, das Leben kommt noch.«
Die sofa stories sind ein langer, sommerlicher Leseabend in der Stadt. Vier Paderborner WGs öffnen ihre Wohnzimmertüren und Gartentore und laden auf ihre Sessel, Sofas und Fußböden ein, um ihre Wohnungen und Gärten für einen Abend in Lesebühnen zu verwandeln.
Die Besucherinnen treffen sich zum Auftakt im AStA Stadtcampus und von dort geht es dann zu Fuß, in Kleingruppen an vier private, ganz unterschiedliche Lesestationen. Dort sind jeweils Schauspieler*innen bzw. Sprecher*innen mit unterschiedlichen Geschichten zu hören. Bei den »sofa stories« sitzt man nah beieinander, auf dem Sofa, dem Klapphocker oder auch dem Küchenfußboden, lauscht der Story, knabbert Snacks und kommt ins Gespräch, mit den anderen Besucher*innen und den Künstler*innen. Die Lesenden bleiben dann in ihrer WG und erwarten die nächste Gruppe, das Publikum wandert nach einer Lesung weiter zum nächsten Text, von WG zu WG, von Lesung zu Lesung und reist mit den Wörtern in andere Zeiten und Kulturen – oder schaut dem Hier und Jetzt ins Gesicht.
Der Besuch der sofa stories in Paderborn ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig und kann ab MO, 01. Juni 2026 über diese Website getätigt werden.
Die sofa stories sind nicht barrierefrei. Der Zugang zu den WGs erfolgt z. T. über mehrere Treppen und es ist mit einer sehr engen Platzsituation in den WGs zu rechnen.
Die sofa stories sind ein langer, sommerlicher Leseabend in der Stadt. Vier Bielefelder WGs öffnen ihre Wohnzimmertüren und Gartentore und laden auf ihre Sessel, Sofas und Fußböden ein, um ihre Wohnungen und Gärten für einen Abend in Lesebühnen zu verwandeln.
Die Besucherinnen treffen sich zum Auftakt an einem zentralen Ort in Bielefeld und von dort geht es dann zu Fuß, in Kleingruppen an vier private, ganz unterschiedliche Lesestationen. Dort sind jeweils Schauspieler*innen bzw. Sprecher*innen mit unterschiedlichen Geschichten zu hören. Bei den »sofa stories« sitzt man nah beieinander, auf dem Sofa, dem Klapphocker oder auch dem Küchenfußboden, lauscht der Story, knabbert Snacks und kommt ins Gespräch, mit den anderen Besucher*innen und den Künstler*innen. Die Lesenden bleiben dann in ihrer WG und erwarten die nächste Gruppe, das Publikum wandert nach einer Lesung weiter zum nächsten Text, von WG zu WG, von Lesung zu Lesung und reist mit den Wörtern in andere Zeiten und Kulturen – oder schaut dem Hier und Jetzt ins Gesicht.
Der Kartenvorverkauf beginnt am MO, 15. Juni 2026 über diese Website.
Die sofa stories sind nicht barrierefrei. Der Zugang zu den WGs erfolgt z. T. über mehrere Treppen und es ist mit einer sehr engen Platzsituation in den WGs zu rechnen.
Im Rahmen der Reihe »Wörterleuchten« ist Quichotte mit dem dritten Teil seiner bekannten »Lieblingsbäcker«-Reihe im Haus Münsterberg zu erleben
Wie in den ersten beiden Bänden (»Auf Leben und Brot« und »Teilchen Zwei«) spielt der Lieblingsbäcker auch in »Beim Lieblingsbäcker. Auferstanden aus Rosinen« in Dialogen seinen kantigen Vollkornfetischismus aus und treibt in üblicher Manier hinter dem Verkaufstresen sein Unwesen. Dabei ist er wie kein anderer bemüht, konventionelle Gepflogenheiten von Zugewandtheit geflissentlich links liegen zu lassen. Und wenn wir ehrlich sind, entbehrt doch diese ganze geheuchelte Freundlichkeit, der gezwungene Smalltalk zwecks Umsatzsteigerung, kurz, das Verkaufsgespräch, ohnehin viel zu oft der Aufrichtigkeit. Das findet der Lieblingsbäcker ebenfalls und verhohnepiepelt deshalb ungeachtet sozialer Herkunft oder Bildungsgrad die Leute, stets eine Handbreit Antikapitalismus unterm Kiel des Backschiffs und bereit, die Ironiefähigkeit der Menschen bis aufs Äußerste auf die Probe zu stellen.
Lassen Sie sich also an jenen Ort entführen, wo sarkastische Anarchie das tägliche Brot des Protagonisten ist, und erliegen Sie seinem rüden Charme. Der Kölner Autor, Musiker und Comedian Quichotte begeistert mit seinen »Lieblingsbäcker«-Büchern seit Jahren und verleiht den äußerst unterhaltsamen Dialogen bei seinen Live-Lesungen noch einem eine gehörige Portion Extra-Charme. Herzlich willkommen beim Lieblingsbäcker!
Quichotte ist Comedian, Rapper, Poetry-Slammer und Musiker – ein Bühnenkünstler, der Sprache liebt und sie virtuos einsetzt. Aufgewachsen im Raum Köln, begann er schon früh zu rappen und Texte zu schreiben. Sein Künstlername ist Programm: Quichotte steht für Haltung, Idealismus und den Versuch, mit Humor gegen das Banale anzukämpfen.
Bekannt wurde er zunächst in der Poetry-Slam-Szene, wo er Rap, Lyrik und Performance miteinander verband und mehrfach ausgezeichnet wurde. Heute begeistert er auf Comedy-Bühnen im ganzen deutschsprachigen Raum mit einem Stil, der Stand-up, Freestyle-Rap und Spoken Word vereint. Seine Auftritte sind spontan, musikalisch und pointiert – mal laut, mal nachdenklich, aber immer authentisch.
Neben der Bühne ist Quichotte auch als Autor aktiv. Er veröffentlichte unter anderem die erfolgreichen »Lieblingsbäcker«-Bücher, in denen sich sein Humor und seine Liebe zum Wort in skurrilen Geschichten, Gedanken und Sprachspielen wiederfinden.
Die Autorin Elina Penner ist zu Gast im Forum für Natur und Kunst der Staff Stiftung. In einer Kombination aus Lesung und Gespräch präsentiert sie ihren aktuellen Roman »Die Unbußfertigen« – Eine Welt, in der das Internet die Herrschaft übernommen hat.
Zehn Menschen, wie sie das Netz hervorgebracht hat, folgen einer geheimnisvollen Einladung in ein abgelegenes Herrenhaus. Ein Event? Auf jeden Fall offline, ohne Empfang, abgeschnitten von der gewohnten Dauerpräsenz im Netz. Darunter eine Mutter, die ihre Kinder zur Marke gemacht hat. Eine Busfahrerin zwischen Heilstein und Hassrede. Eine Influencerin mit dem berühmtesten Arsch des Landes. Drei Frauen mit Followerzahlen wie Aktienkurse. Sieben Männer im Kommentarbereich. Was als exklusives Event beginnt, entwickelt sich zu einem schonungslosen Experiment über Macht, Sichtbarkeit, Moral und Schuld.
Mit Witz, Präzision und erzählerischer Spannung seziert Penner die Dynamiken von Social Media, Kommentarspalten und Selbstinszenierung und über die Frage, was bleibt, wenn niemand mehr zuschaut.
Der Eintritt ist Dank einer Förderung der Staff Stiftung frei. Die kostenlosen Karten können sowohl über diese Webseite als auch hier über das Forum für Natur und Kunst erworben werden.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe lila lettern stellt die Lyrikerin und Podcasterin Jule Weber ihr aktuelles Werk »ich zeichne meinen standort auf die haut« vor.
Jule Webers Gedichte reflektieren die Zerbrechlichkeit des Lebens, das Streben nach Nähe, nach einem Zuhause, das nicht nur aus Wänden besteht. Sie greifen nach den Momenten, die uns ausmachen – den lärmenden, den leisen, den verlorenen und jenen, denen wir zu wenig Bedeutung beimessen. Weber schreibt von Flächen aus betretener Stille, geronnener Zeit, leisen Krisen und in uns brennenden Fragen. Ihre Lyrik spürt dem Paradoxon von sozialer Gemeinschaft und Einsamkeit nach, macht fassbar, wie das Weltgeschehen unbemerkt in unser Inneres sickert. Ein unvergesslicher Gedichtband: politisch und sprachverliebt, eigensinnig und melancholisch, zart und feministisch.
»Würden alle die Lyrik von Jule Weber lesen und fühlen, die Welt wäre eine bessere.« Mareice Kaiser
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem AStA der Uni Paderborn und findet statt im Rahmen von lila lettern – literatur aus westfalen des Netzwerks literaturland westfalen, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Im Rahmen des AStA Kulturtickets haben Studierende der Universität Paderborn freien Eintritt. Die Anmeldemöglichkeit findet sich hier.
Jule Weber / Biografie
Die Lyrikerin Jule Weber (*1993) lebt und arbeitet in Bochum und gehört zu den führenden Stimmen der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Seit 15 Jahren liest sie regelmäßig vor Publikum, vielfach ausgezeichnet für Wirkung und Wortwahl; in ihren Gedichten geht es ums Verstehen, Vermissen und oft um heimische Vögel.
2023 gewann sie den Kampf der Künste Award als Poetin des Jahres, 2023/2024 war sie Darmstädter Turmschreiberin. Texte von ihr wurden in diversen Anthologien und Literaturmagazinen veröffentlicht, ihr abendfüllendes Programm »Trotz alledem« behandelt die Widrigkeiten und den Widerstand, der im kreativen Schreiben liegt. Sie ist Teil des Kollektivs »Verschwende deine Lyrik«, tritt mit Yannick Steinkellner als Team »Lingitz&Puchert« auf und ist Host des wöchentlichen Podcast »Ich kann nicht gut mit Menschen«, sie ist chronisch zu spät, detailverliebt und pragmatisch.
Gemeinsam mit der Lippischen Gesellschaft für Kunst präsentiert das Literaturbüro OWL eine besondere Rahmenveranstaltung zur Ausstellung »Wohin mit der Asche. Marcel van Eeden und Studierende«.
Die Klasse des niederländischen Zeichners und Malers Marcel van Eeden ließ sich von der Geschichte der Region im Zusammenhang mit Hexen inspirieren – angeregt durch das Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo. Das Thema wird weit gefasst, so dass viele unterschiedliche Aspekte der Hexenverfolgung zur Sprache kommen.
Die Schauspielerin Kirsten Potthoff und Alexander Wilß (Theater Paderborn) rezitieren aus verschiedenen Werken zum Thema Hexenverfolgung, wobei Juli Zehs Roman »Corpus delicti« im Zentrum steht. Der Paderborner Elektromusiker und Soundkünstler Adda Schade setzt die Lesung musikalisch kongenial in Szene. Dabei lässt er sich sowohl von den rezitierten Texten als auch den Gemälden der Ausstellung assoziativ inspirieren.
Marcel van Eeden unterrichtet an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, die er seit 2021 als Rektor leitet. Im Zentrum seines Werks stehen Kohlezeichnungen, für die er Vorlagen aus Zeitungen und Magazinen verwendet, die vor seinem Geburtsjahr 1965 erschienen sind. Marcel van Eeden erhielt 2023 den Staatspreis des Landes Baden-Württemberg. Seine Werke werden im In- und Ausland gezeigt.
Der Eintritt zur Matinée ist frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich. // Die Ausstellung »Wohin mit der Asche. Marcel van Eeden und Studierende« wird vom 9. November bis zum 14. Dezember 2025 im Eichenmüllerhaus in Lemgo Brake präsentiert.
Die Schauspielerin Anna Schudt liest im Rahmen der Reihe »Wörterleuchten« weihnachtliche Geschichten aus Großbritannien im Haus Münsterberg. Die Lesung wird musikalisch begleitet.
Von Schnee am Meer über Knallbonobons und Leichen bis hin Plumpudding, spannungsvoll, träumerisch und durchzogen von feinem Humor – diese Vorstellungen von Weihnachten auf den britischen Inseln strahlen und glitzern in zahlreichen Geschichten. Im Haus Münsterberg sind in der Interpretation von Anna Schudt zwei Weihnachtsklassiker zu hören:
Dylan Thomas entführt uns in seinen »Weihnachtserinnerungen« (A Child’s Christmas in Wales) in die walisische Kindheit – in schneeverhangene Straßen, zu duftenden Küchen und zu jenen kleinen Wundern, die nur die Fantasie eines Kindes zu sehen vermag.
Agatha Christie lässt in »Ein Weihnachtsabenteuer« das Fest der Liebe zum Schauplatz eines feinsinnigen Kriminalspiels werden. Mit scharfem Verstand und unerschütterlicher Ruhe bringt Hercule Poirot Licht ins Dunkel – auch unter dem festlich geschmückten Baum.
Karsten Strack stellt im Haus Münsterberg sein Krimidebüt vor, das mit viel Liebe zu seiner ostwestfälischen Heimat sowie jeder Menge überraschender Spannung und reichlich Humor gespickt ist.
Der Paderborner Gartenbauunternehmer und Punkmusiker Kai »Grütze« Niemeier gerät zu nächtlicher Stunde – quasi vor der eigenen Haustür – zufällig in einen Kriminalfall. Mehr und mehr bekommen Grütze, sein bester Kumpel Andi und die Auszubildende Tine so richtig Bock, an der Aufklärung des Falles maßgeblich mitzuwirken. Und schließlich steigen sie in den Arbeitsbulli und machen sich auf den Weg nach Bielefeld. Dort wartet der große Showdown.