14. April 2026

LiTOPIA landwärts

Einen ganzen, abwechslungsreichen Tag lang geht es auf Gut Bustedt in Lesungen, Nachhaltigkeits-Kabarett, Workshop und einem bunten Mitmachprogramm für Kleine und Große um Fragen und Perspektiven rund um Klima und Nachhaltigkeit.

Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – ökologisch, gesellschaftlich und kulturell. Das Literaturfestival LiTOPIA (eine Kooperation zwischen dem Literaturbüro OWL, der Gemeinde Hiddenhausen und dem Biologiezentrum Bustedt) bringt diese Themen auf die Bühne und schafft Raum für Reflexion, Debatte und neue Narrative für eine nachhaltige Zukunft – jenseits von Alarmismus, hin zu Empathie, Handlungsfähigkeit und Visionen des Wandels. Dabei steht nicht nur der inhaltliche Austausch im Mittelpunkt, auch organisatorisch soll der ökologische Fußabdruck so weit wie möglich reduziert und nachhaltiges Handeln sichtbar gemacht werden.

PROGRAMM

»Halbinsel« Lesung und Gespräch mit Kristine Bilkau

Wilder Wörter Wunder Wesen: ein buntes Mitmachprogramm für Kleine und Große

»Alles wird gut« Nachhaltigkeits-Kabarett mit Sebastian 23

Satirisch. Phantastisch. Klimatisch – ein Abend mit Wolfgang Schorlau und Benno Fürmann

Am Nachmittag wird Gut Bustedt zu einem Ort voller Geschichten, Klänge und Entdeckungen für Kleine und Große – überall auf dem naturnahen Gelände sind kleine Wunder zu entdecken und entstehen neue Ideen. Es wird gebastelt, gekeschert, geschrieben und Geschichten gelauscht. Die Besuchenden können durch den Gutspark spazieren, sich inspirieren lassen und spontan mal hier und mal dort zuhören oder mitmachen.

Das Biologiezentrum Bustedt bastelt mit den jüngeren Kindern »getarnte Tiere« aus selbst gefundenen Naturmaterialien. In etwa ab Grundschulalter kann man auch mit Keschern im Park auf die Jagd nach verschiedensten Insekten gehen und diese in Beobachtungsgläsern zu einer kleinen Ausstellung zusammenstellen. Neben der Freude am Finden und Beobachten der einzigartigen Tiere geht es ganz nebenbei auch um ihre Bedrohung durch den Klimawandel. Bei Regenwetter sind nur wenige Insekten zu keschern, daher begeben sich die jungen Forscher*innen dann auf die Schnecken-Spur.

An einem Pop-Up-Schreibtisch eröffnet Karsten Strack, Autor und künstlerischer Leiter des Literaturbüros OWL, eine Schreibwerkstatt zum Thema Nachhaltigkeit. Man kann aus Fundstücken, Beobachtungen oder Erlebnissen in der umgebenden Natur Texte entstehen oder einfach der Kreativität freien Lauf lassen. Mehrere Generationen können hier gemeinsam oder auch jede*r für sich ganz individuell schreiben.

Rund ums Buch ist die Gemeindebücherei Hiddenhausen ist mit einem spannenden Bücherquiz für Kinder und/oder Familien dabei. Und die Buchhandlung Auslese lädt mit einem vielseitigen Büchertisch zum Thema Klima und Nachhaltigkeit zum Stöbern ein.

Die Teilnahme ist kostenlos. Kommt einfach vorbei!

Der Autor, Aktivist, Komiker, Musiker und Umdenker Sebastian 23 kommt mit einem extra für diesen Tag zusammengestelltes Nachhaltigkeits-Kabarett und präsentiert mit Humor, Herz und Hoffnung seinen Blick auf die aktuelle Weltlage.

Seit vielen Jahren beschäftigt Sebastian 23 sich intensiv mit den Themen »Umweltschutz«, »Verkehrswende« und »Klimakrise«. Und trotz berechtigter Sorgen ist Sebastian 23 sich sicher: Es kann gut werden, wenn wir uns von all den düsteren Perspektiven und den schlechten Nachrichten nicht lähmen lassen. Denn immer noch haben wir es in der Hand, vieles zum Positiven zu wenden, wenn wir ins Handeln kommen.

Der Autor Wolfang Schorlau präsentiert seinen neuen Roman »Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter« und der Schauspieler Benno Fürmann liest aus Stephen Kings phantastischem Kurzroman »Chucks Leben«. Zwei Texte zwischen individueller Biografie und globaler Krise

Wolfgang Schorlau liefert die Krimi-Komödie zur richtigen Zeit: über ein Politikmilieu, das im Angesicht der Klimakatastrophe nur nach Macht und dem kurzfristigen Vorteil giert – gleichermaßen schrecklich komisch und unheimlich nah an der Wirklichkeit. Berlin im Jahr 2025. Die Gas-Lobby jubelt: Einer von ihnen soll zum Minister ernannt werden – der allseits beliebte Karsten Richter. Nun könnte es ihnen gelingen, die drohende Klimaneutralität abzuwenden. Doch plötzlich macht eine Ankündigung die Runde: »Pressekonferenz: Mein Sohn Karsten – die Ökosau!« 

Karstens Mutter, eine Klimaaktivistin der allerersten Generation, hat kein gutes Gefühl bei der Karriere ihres Sohnes. An ihrer Erziehung liegt es nicht, aber die Zukunft unseres Planeten liegt ihm so gar nicht am Herzen. Stattdessen persönlicher Erfolg und die Anerkennung seiner Freunde zwischen Wirtschaft und Politik. Höchste Zeit, ein Zeichen zu setzen! Der Kanzler ist alarmiert, Richter versucht, die Situation zu retten, da erhält er einen Anruf: Seine Mutter wurde entführt! Die beste Nachricht seit Tagen. Er beschließt, auf Zeit zu spielen …

Für den Krimiautor Wolfgang Schorlau war und ist Stephen King ein wichtiger Schriftsteller. Stephen Kings Kurzroman »Chucks Leben« gehört zu seinen ungewöhnlichsten und leisesten Texten, jenseits des »Königs des Horrors«. Zwar nutzt Stephen King auch in »Chucks Leben« Elemente des Unheimlichen und des Weltuntergangs, doch der Text zielt nicht auf Angst oder Schockwirkung. Stattdessen entfaltet er eine fast zärtliche, philosophische Dimension. Hier wird ein Endzeitszenario beschrieben, das einer Klimadystopie gleichkommt und von einigen der handelnden Figuren auch als Resultat des menschgemachten Klimawandels betrachtet wird. Es könnte die Beschreibung unserer Welt von morgen sein, wenn die Gas-Lobby weiterhin jubelt.

Im Zentrum steht das Leben eines scheinbar ganz gewöhnlichen Mannes, Charles »Chuck« Krantz. Die Geschichte ist dabei rückwärts erzählt: Sie beginnt mit dem Ende – in einer Welt, die sich langsam auflöst – und arbeitet sich schrittweise zurück zu den prägenden Momenten seiner Kindheit. Was zunächst wie eine apokalyptische Erzählung anmutet, entpuppt sich zunehmend als zutiefst menschliche Reflexion über Erinnerung, Vergänglichkeit und die Schönheit des Alltäglichen.

Wolfgang Schorlau

Benno Fürmann

Die Autorin Kristine Bilkau präsentiert in Lesung und Gespräch ihren preisgekrönten Roman »Halbinsel«.

»Halbinsel« von Kristine Bilkau ist ein intensiver, leiser Roman über eine Mutter und ihre erwachsene Tochter auf einer Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Der Klimawandel steht im Roman nicht im Mittelpunkt der Handlung, sondern ist ein beharrlicher Hintergrund, der die inneren und äußeren Konflikte der Figuren mitprägt – mit Blick auf Verantwortung, Selbstwirksamkeit, Zukunft und Sinnsuche.

Eine Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Hier, an der Nordsee, lebt Annett, Ende vierzig, seit vielen Jahren, hier hat sie nach dem frühen Tod ihres Mannes ihre Tochter Linn allein großgezogen. Linn, Mitte zwanzig, ist nach dem Abitur voller Energie in die Welt gezogen, hat sich in schwedischen und rumänischen Wäldern als Umweltvolontärin engagiert, arbeitet für ein Aufforstungsprojekt. Für Annett ist ihre Tochter die Verkörperung von Hoffnung, Sinn und Zukunft. Doch auf einer Tagung, während eines Vortrags kippt Linn um, Kreislaufzusammenbruch, Erschöpfung. Annett holt sie für eine Woche zu sich nach Hause, ans Meer, nahe Husum. Aus einer werden zwei, dann drei Wochen, dann Monate. Zerrieben zwischen Leistungsdruck und Sinnsuche, scheint Linn mit Mitte Zwanzig an einem Nullpunkt. Annett fühlt sich hilflos angesichts der Antriebslosigkeit ihrer Tochter. Mit der Zeit brechen Konflikte auf, zwischen Mutter und Tochter, aber auch zwischen zwei Generationen. Die eine muss die Lebenswirklichkeit der anderen neu verstehen lernen.

Mit großem Gespür für das Zwischenmenschliche lotet Kristine Bilkau die drängenden Fragen unserer Zeit aus – die Frage nach der Verantwortung der Älteren für den Zustand der Welt sowie der Wunsch der Jüngeren, das eigene Leben mit Sinn zu füllen.

Die sofa stories sind ein langer, sommerlicher Leseabend in der Stadt. Vier Paderborner WGs öffnen ihre Wohnzimmertüren und Gartentore und laden auf ihre Sessel, Sofas und Fußböden ein, um ihre Wohnungen und Gärten für einen Abend in Lesebühnen zu verwandeln.

Die Besucherinnen treffen sich zum Auftakt im AStA Stadtcampus und von dort geht es dann zu Fuß, in Kleingruppen an vier private, ganz unterschiedliche Lesestationen. Dort sind jeweils Schauspieler*innen bzw. Sprecher*innen mit unterschiedlichen Geschichten zu hören. Bei den »sofa stories« sitzt man nah beieinander, auf dem Sofa, dem Klapphocker oder auch dem Küchenfußboden, lauscht der Story, knabbert Snacks und kommt ins Gespräch, mit den anderen Besucher*innen und den Künstler*innen. Die Lesenden bleiben dann in ihrer WG und erwarten die nächste Gruppe, das Publikum wandert nach einer Lesung weiter zum nächsten Text, von WG zu WG, von Lesung zu Lesung und reist mit den Wörtern in andere Zeiten und Kulturen – oder schaut dem Hier und Jetzt ins Gesicht.

Der Besuch der sofa stories in Paderborn ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig und kann ab MO, 01. Juni 2026 über diese Website getätigt werden.

Die sofa stories sind ein langer, sommerlicher Leseabend in der Stadt. Vier Bielefelder WGs öffnen ihre Wohnzimmertüren und Gartentore und laden auf ihre Sessel, Sofas und Fußböden ein, um ihre Wohnungen und Gärten für einen Abend in Lesebühnen zu verwandeln.

Die Besucherinnen treffen sich zum Auftakt an einem zentralen Ort in Bielefeld und von dort geht es dann zu Fuß, in Kleingruppen an vier private, ganz unterschiedliche Lesestationen. Dort sind jeweils Schauspieler*innen bzw. Sprecher*innen mit unterschiedlichen Geschichten zu hören. Bei den »sofa stories« sitzt man nah beieinander, auf dem Sofa, dem Klapphocker oder auch dem Küchenfußboden, lauscht der Story, knabbert Snacks und kommt ins Gespräch, mit den anderen Besucher*innen und den Künstler*innen. Die Lesenden bleiben dann in ihrer WG und erwarten die nächste Gruppe, das Publikum wandert nach einer Lesung weiter zum nächsten Text, von WG zu WG, von Lesung zu Lesung und reist mit den Wörtern in andere Zeiten und Kulturen – oder schaut dem Hier und Jetzt ins Gesicht.

Der Kartenvorverkauf beginnt am MO, 15. Juni 2026 über diese Website.

08. Oktober 2025

Dorfgeschichten: Schullesung

Im Rahmen der Reihe »Dorfgeschichten« liest die Schauspielerin Katharina Thalbach für Schüler*innen aus John Boynes Roman »Der Junge im gestreiften Pyjama«.

»Wir haben nichts gewusst.« Eine nicht ungebräuchliche Rechtfertigung von Zeitzeugen zur Existenz nationalsozialistischer Konzentrationslager. Einer, der wirklich nichts weiß, ist die Figur des neunjährigen Brunos. Die Reise beginnt, als Brunos Vater 1942 zum Kommandanten von Auschwitz berufen wird und die Familie umziehen muss. Bruno weiß nur, dass er sein wunderbares Zuhause verlassen muss, um in einem schrecklich langweiligen, von Stacheldraht umzäunten Haus leben muss, wo es niemanden zum Spielen gibt. »Aus-Wisch«, wie er es nennt. Dass die Menschen hinter dem Zaun gestreifte Pyjamas tragen und was sie dort eigentlich machen, bleibt ihm ein Rätsel.

Die Langeweile treibt ihn irgendwann zum Zaun, wo er weiter entfernt auf einen Jungen auf der anderen Seite trifft, Schmuel. In ihren täglichen heimlichen Gesprächen entwickelt sich eine Freundschaft, die die beiden immer enger miteinander verbindet – was sich tatsächlich im Lager abspielt, bleibt Bruno weiterhin verborgen.

Der bereits mehrfach preisgekrönte Roman des irischen Autors John Boyne ist keine historische Holocaust-Dokumentation, sondern eine in der Realität wurzelnde fiktive Geschichte, der mit der Figur des neunjährigen Brunos eine neue bemerkenswerte Stimme und Perspektive gegeben wird. Der Autor erklärt nicht, sondern lässt seine Figur beobachten.

Die Schullesung der Dorfgeschichten richtet sich nur an Schulklassen.

Informationen und Anmeldung: Marlen Dettmer, dettmer@literaturbuero-owl.de.

In der Abschlusslesung des literarischen Pat*innen-Projektes lesen die beteiligten Autor*innen eigene Texte und berichten über ihre Erfahrungen

In dem Projekt »Die literarischen Pat*innen« treffen sich generationenübergreifenden Autor*innen-Tandems aus Ostwestfalen-Lippe, um sich auszutauschen, gegenseitig kritisch zu lesen und zu reflektieren und vielleicht sogar gemeinsam zu schreiben. Im Idealfall profitieren beide von den gegenseitigen Blickwinkeln und inspirieren sich wechselseitig. In diesem Jahr sind als Tandems dabei: Steve Schierlau und Hendrik BentelerAndrea Gehlen und Stine Volkmann, Julia Ures und Rebecca Borde, Helga Orlando und Jason Michael Keil. Die Ergebnisse dieses literarischen Austausches werden bei der Abschlusslesung präsentiert. Moderiert wird die Veranstaltung von Karsten Strack, der das gesamte Projekt als Künstlerischer Leiter des Literaturbüros begleitet.

Für Studierende der Universität Paderborn ist die Veranstaltung im Rahmen des AStA Kulturtickets kostenfrei. Bitte reserviert euch einen Platz, indem ihr eine kostenlose Karte bucht (siehe unten) und bringt zur Lesung unbedingt euren gültigen Studierendenausweis der Universität Paderborn mit.

09. September 2025

zwischen/miete NRW

Die zwischen/miete NRW holt literarische Leichtigkeit in Bielefelds gemütliche Wohnzimmer: die Autorin Caroline Schmitt ist zu Gast in einer WG, um aus ihrem aktuellen Roman »Monstergott« zu lesen und über diesen zu plaudern.

Mit ihrem zweiten Roman gelingt es Caroline Schmitt, ein gesellschaftlich umstrittenes Thema unterhaltsam, einfühlsam und gnadenlos bewegend zu verpacken: Die Freikirche. Eigentlich haben die Geschwister Ben und Esther alles, was sie brauchen: eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und wichtige Funktionen in ihrer Gemeinde – dem göttlich funkelnden Safespace, in dem der Pastor teure Sneaker trägt, seine Frau Highlights aus der Predigt auf Instagram teilt und Gott uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, und so weiter. Doch Ben hat ein Problem, das zwischen ihm und seinem göttlichen Vater steht. Niemand weiß davon, nicht mal seine Schwester Esther. Je verzweifelter er sich aus den Fängen der Sünde befreien will, desto mehr tyrannisiert sie sein Leben. Esther hat ihr Leben lang gelernt, dass sich die Frau unterordnet. Das steht in der Bibel. Das ist Gottes Wille. Aber sie will endlich ernstgenommen werden als eigenständiger Mensch und als Musikerin. Als sie einen verlorengeglaubten, aber nie vergessenen Menschen von früher wiedertrifft, spürt sie einen Hunger nach der Welt da draußen, die gar nicht so verdorben wirkt.

Die Veranstaltung wird im Rahmen eines Praxisseminars gemeinsam mit Studierenden der Universität Bielefeld konzipiert und durchgeführt.

Die Lesung findet in einer Bielefelder WG Nähe der Innenstadt statt. Die Adresse wird nach Kartenkauf bekannt gegeben. Die Karten kosten 5 Euro (inkl. Begrüßungsgetränk vor Ort) und können hier erworben werden.

Die Paderborner Autorin Maren Graf begibt sich zusammen mit den jungen Zuhörer*innen in ihrem Buch »Ein Leuchtturmsommer voller Geheimnisse« auf eine Reise mit der 10-jährigen Lucie.

Lucie ist ein echter Wirbelwind – stürmisch wie die Nordsee und zappelig wie ein Fisch auf dem Trockenen. Ein Glück, dass sie mit ihrer Familie die Sommerferien bei ihrer Oma auf der Hallig verbringen darf. Denn hier macht sie eine besondere Entdeckung. Hat der Leuchtturm ihrer Oma etwa besondere Kräfte? Maren Graf liest lustige, spannende Szenen und zeigt Original-Illustrationen aus dem Buch.

Die Lesung ist für Kids ab 6 Jahren.

Die Poetry-Slam-Szene aus Ostwestfalen-Lippe liefert sich ein poetisches Wortgefecht.

Mit dabei sind: Angi, Manuel Busse, Dila Demir und Michael Gröning. Moderator der Veranstaltung ist Niko Siloulis.